Brauchtum : Weinseligkeit, Party und Kultur in Radebeul und Meißen
Die Winzer und die Genießer im sächsischen Elbland haben gemeinsam ihren Wein gefeiert. Drei Tage lang boten Winzer auf den traditionellen Weinfesten in Meißen und Radebeul ihren Rebsaft an, luden zum Verkosten in Weinkeller und romantische Höfe. Knapp 100.000 Besucher ließen sich das nicht nehmen, trotz des durchwachsenen Wetters am Sonnabendnachmittag.
Traditionell wird das Radebeuler Fest von einem Internationalen Wandertheaterfestival begleitet. Unter dem Motto "Tanzt!" präsentierten 18 Ensembles und Solokünstler aus aller Welt ihre Inszenierungen von klassischem Ballett über Flamenco bis hin zu Breakdance. Vor allem in den Abendstunden trotzten die Künstler und die Zuschauer der herbstlichen Kälte, zumindest aber blieb es trocken. In Erinnerung an das Elbe-Hochwasser von 2002 präsentierte die britische Kompanie "Motionhouse" mit dem Stück "Cascade" das Schicksal einer Familie, die von einer Flut heimgesucht wird und darum kämpft, sich über Wasser zu halten. Andere Stücke wiederum waren weniger regional angelegt und machten Lust auf Reisen in ferne Länder.
Meißner Innenstadt wird zur Partymeile
In Meißen verwandelte sich am Wochenende die gesamte Altstadt in eine Partymeile. Die Stände der regionalen Winzer waren dicht umlagert, sodass selbst die Chefs der Güter beim Ausschenken halfen. An 26 Spielorten waren Sport, Musik und Kultur zu erleben. Musikalisch wurde von Blues über Rock und Folk bis zu Klassik und Jazz ein breites Spektrum geboten. Für Schlagerfreunde stand am Freitag Monika Herz auf der Bühne.
Höhepunkt war der große Umzug am Sonntag. Winzer, Unternehmen, Vereine und Institutionen aus Meißen und dem Umland zeigten ein buntes Programm rund um den regionalen Wein, der seit mehr als 850 Jahren an den Elbhängen kultiviert wird. Der historische Raddampfer "Meissen" pendelte insgesamt elf Mal zwischen Meißen und Radebeul und schaffte somit eine ganz besondere Verbindung zwischen den beiden Festen mit den unterschiedlichen Ausrichtungen.
Nach den beiden größten Weinfesten der Region steht für die Winzer in den nächsten Wochen wieder die eigentliche Arbeit auf dem Weinberg und im Keller im Vordergrund. Auf den rund 450 Hektar Ertragsfläche entlang der Elbe steht die Hauptlese des Jahrgangs 2012 an.
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