Die von einem Computermonitor am 06.05.2015 abfotografierte Facebook-Seite der «Oldschool Society».
Bildrechte: dpa

Bildung einer terroristischen Vereinigung Weitere mutmaßliche OSS-Mitglieder in Dresden angeklagt

Die von einem Computermonitor am 06.05.2015 abfotografierte Facebook-Seite der «Oldschool Society».
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Die Bundesanwaltschaft hat gegen zwei weitere mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen "Oldschool Society" (OSS) Anklage vor dem Oberlandesgericht Dresden erhoben. Die beiden Männer im Alter von 29 und 41 Jahren müssen sich vor dem Staatsschutzsenat wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Explosionsverbrechens und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Ziel sollen Anschläge auf Flüchtlinge gewesen sein.

Seit September 2014 Teil der OSS

Die beiden Beschuldigten haben laut Anklageschrift eine rechtsgerichtete und nationalistische Weltanschauung. Seit September 2014 sollen sie Teil einer Chatgruppe mit dem Namen "Oldschool Society" gewesen sein. Dort sollen sie sich mit anderen Gruppenmitgliedern über ihre gemeinsamen Ziele ausgetauscht haben.

Die Ermittler zählen die Angeklagten zur Führungsebene der Gruppe. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sammelte Daniel A. als "Vollstrecker" ausstehende Mitgliederbeiträge ein und setzte gruppeninterne Sanktionen um. Marcel L. diente den Mitgliedern als "Ansprechpartner" und soll als "Vertrauensperson" für Streitschlichtungen zuständig gewesen sein.

Vorbereitung eines Anschlags

Bei einem ersten Treffen der rechtsextremen Gruppe im November 2014 sollen die Mitglieder laut Anklage über die Herstellung von Sprengstoff sowie Angriffen auf Salafisten und Asylbewerber gesprochen haben. Unter maßgeblichem Einfluss der beiden Angeklagten soll die OSS ab Januar 2015 terroristische Anschläge geplant haben. Es soll konkrete Pläne für einen Sprengstoffanschlag auf eine bewohnte Asylunterkunft in Borna im Mai 2015 gegeben haben.

Der Anschlag konnte verhindert werden, da wenige Tage zuvor die Wohnungen der Angeschuldigten und weiterer OSS-Mitglieder durchsucht wurden. Bei Daniel A. stellten die Einsatzkräfte einen Schlagring sicher und bei Marcel L. ein Butterflymesser. Die Angeschuldigten haben keine Erlaubnis für den Besitz der Waffen.

Vier OSS-Mitglieder bereits verurteilt

Vier weitere Mitglieder der OSS mussten sich bereits vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Sie wurden Mitte März zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.05.2017 | Nachrichten ab 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2017, 14:19 Uhr

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4 Kommentare

19.05.2017 15:31 Mediator 4

Schön zu sehen, dass immer mehr von diesen traurigen rechten Gestalten vor Gericht landen.

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, welche Stützen unserer Gesellschaft da angeklagt werden. Die auch hier veröffentlichten Auszüge aus manchen Biografien sprechen für sich.

Schön, dass der Staat zeigt, wohin solche rechten Ideologien führen ..... für lange Zeit in den Knast!

19.05.2017 02:12 Einer an Peter 1 3

Andererseits mag sich trotz geistiger/persönlicher Überschneidung niemand aus der rechtsafdpegidaoder sovermeintlichkonservativenzene für die allzu offensichtlichen OSSler verwenden...

18.05.2017 15:42 Verfassungspatriot 2

Gebt Terrorismus keine Chance. Die Rechtsradikalen leben von Angst.

18.05.2017 15:28 Peter 1

Wenn man die nicht eingelocht hätte, stünde vielleicht die Dresdner Frauenkirche nicht mehr.
Ich wundere mich nur über eins: Es gab keinen Aufschrei bei Pegida. Anders als bei den beiden Installationen, bei denen es sich nur um Kunst handelte.