Sachsen

Weinbau : Winzer ziehen in historischer Kluft durch Radebeul

Kaum ist der Kater vom Weinfest überstanden, ist Radebeul schon wieder Schauplatz eines besonderen Spektakels rund um den regionalen Rebensaft gewesen. Zum zweiten Mal stellten Weinbauern und Vereine aus dem sächsischen Elbland am Sonntag einen historischen Winzerzug nach. Die Stiftung Weingutmuseum Hoflößnitz erklärte, rund 400 Statisten hätten 20 Szenen nachgestellt, bei denen unter anderem Weingott Bacchus und beispielsweise Weinbauern sowie Böttcher in historischen Kleidern zu sehen seien. Start ist um 11 Uhr. Vorbild für den Sächsischen Winzerzug ist eine Lithografie des Malers Moritz Retzsch, die einen Winzerzug aus dem Jahr 1840 in 16 Bildern zeigt und im Weinbaumuseum Hoflößnitz zu sehen ist.

Brauchtum mit wechselvoller Geschichte

In Sachsen sind Winzerfeste mit Aufzügen bis 1715 nachweisbar, als erstmals Hofwinzer aus der Lößnitz und aus Cossebaude zur Winzerfesttafel Augusts des Starken zogen. In der DDR gab es ähnliche Umzüge nur noch zu besonderen Jubiläen. Anlässlich des Festjahres "850 Jahre Weinbau in Sachsen" 2011 hat die Hoflößnitz die Tradition wieder aufleben lassen. Obwohl die sächsischen Winzer eigentlich auf den Rebflächen und in den Kellern genug Arbeit hatten, nehmen sich viele von ihnen Zeit für den Winzerzug. Das Weingut und Weinbaumuseum Hoflößnitz feierte am Wochenende zudem ein historisches Hoffest mit Handwerkervorführungen.

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2012, 08:29 Uhr

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