Lausitz : Wieder Wolfsnachwuchs in Sachsen
In der sächsischen Lausitz dürfte es in diesem Jahr wieder zahlreiche Wolfswelpen geben. Wie das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz mitteilte, rechnen Experten damit, dass sich in allen sieben Rudeln Nachwuchs eingestellt hat. Konkrete Zahlen seien aber noch nicht bekannt. Es fehle noch eine Bestätigung aus den Rudeln Seenland, Niesky und Königsbrück.
Tierhalter sollen Schutzzäune überprüfen
Das Kontaktbüro rief in diesem Zusammenhang Tierhalter zu besonderer Wachsamkeit auf. Zwischen August bis November könne es vermehrt zu Angriffen von Wölfen auf Nutztiere kommen. "Auch wenn die Hauptbeute nach wie vor Schalenwild ist, werden die Wölfe auf ihren ausgedehnten Streifzügen unzureichend geschützte Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen, als Beute nicht verschmähen", hieß es in der Mitteilung. Im Unterschied zu wildlebenden Huftieren würden sie eine besonders leichte Beute darstellen. Das Wolfsbüro forderte alle Tierhalter auf, die Schutzzäune zu überprüfen. "Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten." Wichtig sei auch, dass alle Seiten der Koppel geschlossen sind.
Durch die Lausitz in Sachsen und Südbrandenburg streifen derzeit zwölf Wolfsrudel mit schätzungsweise 60 bis 100 Tieren. Auf sächsischer Seite sind es sieben, in Brandenburg vier Rudel. Eine Wolfsfamilie hat ihr Territorium auf beide Bundesländer ausgedehnt. Als jüngstes Rudel in Sachsen wurde laut Kontaktbüro im Winter 2011/2012 das Nieskyer Rudel nachgewiesen. Die Welpen kommen im Mai blind und taub zur Welt und verlassen nach etwa drei bis vier Wochen erstmals ihre Wurfhöhle. Um den Nahrungsbedarf der schnell wachsenden Jungen zu decken, müssen die Eltern erfolgreich jagen. Schon ab Herbst werden sie dabei von den Welpen begleitet.
Jäger sollen Daten über Wölfe erfassen
Um den Schutz des Wolfes gibt es in Sachsen seit Jahren zahlreiche Diskussionen. Zuletzt hatten Anfang Mai, kurz vor der Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht, Jäger aus der Region Wittichenau damit gedroht, aus dem Landesjagdverband auszutreten. Ihrer Ansicht nach gehört der Wolf nicht in die Lausitz. Das Vorhaben, dass sie künftig Wölfe schützen sollen, lehnen sie ab. Im Mai 2012 hat der Landtag das neue Jagdgesetz verabschiedet, das am 1. September in Kraft treten wird. Zugleich wurde der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen. Nach Angaben des Umweltministeriums diente die Aufnahme aber lediglich dazu, die Jäger in das sogenannte Wolfsmonitoring zu integrieren. Das bedeutet, dass sie künftig in die Beobachtung und Erfassung der Raubtiere einbezogen werden. Gejagt und geschossen werden darf der Wolf auch künftig nicht.
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Wölfe in der Lausitz
In der brandenburgischen und sächsischen Lausitz leben derzeit zwölf Wolfsfamilien. Im sächsischen Teil der Lausitz leben sieben Rudel, in den Regionen: Daubitz, Nochten, Dauban, Milkel, Seenland, Niesky und Königsbrück. Auf Brandenburger Territorien wurden Rudel im Raum Welzow, Zschorno und Liebrose nachgewiesen. Das Spremberger Rudel hat sein Territorium auf beide Bundesländer ausgedehnt. Bei einem Wolfspaar im Raum Seese gibt es Hinweise auf Nachwuchs.
Nutztierschäden durch den Wolf
Nach Angaben des sächsischen Umweltministeriums wurden im Jahr 2011 insgesamt 88 Nutziere getötet, verletzt oder sind verschwunden. 86 von ihnen waren Ziegen und Schafe. Das Land Sachsen hat dafür ein Schadensausgleich von 6.195 Euro gezahlt. Im gleichen Zeitraum wurden Schutzmaßnahmen für die Nutztiere mit 31.502 Euro gefördert.
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