Sachsen

Aufräumarbeiten bei Senftenberg : Bahnstrecke auf unbestimmte Zeit gesperrt

Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Güterzugunfall in Hosena bei Senftenberg dauern länger als erwartet. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, es gehe nicht so schnell voran, wie ursprünglich erhofft. Die Waggons seien stark ineinander verkeilt und zum Teil noch mit bis zu 80 Tonnen Schotter beladen. "Das macht die Sache sehr instabil", erklärte der Sprecher.

Rund 80 Helfer versuchen rund um die Uhr die Strecke am Bahnhof Hosena frei zu räumen. Parallel müssen Ingenieure nach einer Lösung suchen, wie das zerstörte Stellwerksgebäude ersetzt werden kann.

Polizei und Eisenbahnbundesamt ermitteln

Unterdessen laufen auch die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks. Ein Sprecher der Bundespolizei erklärte, die Untersuchungen vor Ort seien abgeschlossen. Nun werte man gemeinsam mit Spezialisten des Eisenbahnbundesamtes die Daten aus. Ein menschliches Versagen könne nicht ausgeschlossen werden: "Wir ermitteln wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr".

Am Donnerstagabend war im Senftenberger Ortsteil Hosena ein mit 3.000 Tonnen Schotter beladener Güterzug in einen auf einer Weiche stehenden leeren Güterzug gefahren. Dabei stürzten einige Waggons auf ein Stellwerksgebäude und zerstörten es völlig. Ein 54 Jahre alter Bahnmitarbeiter, der sich in dem Stellwerk aufhielt, konnte nur noch tot geborgen werden. Rettungskräfte hatten mit Hunden und Bagger 17 Stunden nach dem Mann gesucht, bis sie dessen Leichnam in den Trümmern des Gebäudes entdeckten. Die beiden Lokführer wurden bei dem Unfall verletzt. Der Lokführer des Schotter-Zuges sprang kurz vor dem Aufprall aus dem Führerstand und brach sich ein Bein, der zweite erlitt einen Schock.

Zugverbindung nach Hoyerswerda weiterhin gesperrt

Seit dem Unfall am Donnerstagabend sind die Bahnverbindungen von Leipzig und Dresden nach Hoyerswerda jeweils ab Ruhland unterbrochen. Nach Angaben der Bahn wird die Strecke auf unbestimmte Zeit gesperrt bleiben. Es werden Busse im Schienenersatzverkehr eingesetzt.

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2012, 19:11 Uhr

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