Fußball | 2. Bundesliga : Dynamo gewinnt mitreißendes Derby
8. Spieltag
Emotionen, Großchancen, Tore und friedliche Fans: Das 81. Duell zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue war Werbung für den ostdeutschen Fußball. Am Ende war Dresden die glücklichere Mannschaft. Zwei Standardsituationen und ein Traumtor entschieden das Spiel. Während Dresden nach dem ersten Heimsieg ins Tabellenmittelfeld springt, bleibt Aue trotz starker Leistung auf einem Abstiegsplatz.
Dynamo Dresden hat sich mit dem ersten Heimsieg aus dem Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga manövriert. Die Schwarz-Gelben gewannen das mitreißende Duell gegen Erzgebirge Aue mit 3:1 (2:0).
Bregerie köpft Dresden ins Glück
In den ersten Minuten machte vor allem Erzgebirge Aue unglaublich Ballett. Die auswärts tor- und punktlosen "Veilchen" wirkten bis in die Haarspitzen motiviert und drängten Dynamo in die Defensive. Die erste Chance gehörte aber den Schwarz-Gelben. Stürmer Poté verlängerte einen Volleyschuss von Koch mit der Hacke. Das Leder trudelte haarscharf am Pfosten vorbei. Im Gegenzug schoss Sylvestr aus 16 Metern mindestens genauso knapp vorbei. Auch Hochscheidt und Paulus wollten das erste Auer-Auswärtstor erzwingen, verfehlten das von Kirsten gehütete Tor aber deutlich.
Die Gäste aus dem Erzgebirge waren in dem packenden und mitreißenden Derby spielerisch einen Tick besser. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen. Aue schien das Spiel unter Kontrolle zu haben. Doch dann kam der große Auftritt von Dynamos Zauberfuß Fiel. Der Routinier, den Dynamo-Trainer Loose bisher stets auf der Bank schmoren ließ, spielte erstmals von Beginn an. Super-Techniker Fiel wurde zum Super-Vorbereiter. In der 24. Minute bediente er mit einer Bananenflanke den aufgerückten Abwehrchef Bregerie, der aus sechs Metern einköpfte. Der Jubel war noch nicht verhallt, da hätte Aue beinahe das 1:1 erzielt. Doch der Kopfball von Paulus krachte auf die Lattenoberkante. Aue hatte Pech und Dynamo das zuletzt fehlende Quäntchen Glück. So landete vier Minuten nach dem 1:0 erneut ein Standard – diesmal eine von Fiel getretene Ecke – auf dem Kopf von Bregerie, der Männel aus sechs Metern wieder keine Abwehrchance ließ. Dynamo schlug eiskalt zu – und das, obwohl Aue einen Tick besser war. Und die "Veilchen" gaben nicht auf, fanden aber im starken Kirsten immer wieder ihren Meister. In der 40. Minute hätte Trojan Aue dann schon zeitig ausknocken können. Doch der Mittelfeldmann scheiterte an Männel, der sein Team mit einer glänzenden Fußabwehr im Spiel hielt.
Sylvestr macht es spannend
Das Derby blieb auch nach der Pause ein Leckerbissen für alle Zuschauer. Der erste Aufreger bot sich den Fans in der 60. Minute. Aues Schlitte – schon mit Gelb belastet – schubste Fiel um und sah Gelb-Rot. Aue schien endgültig auf der Verliererstraße. 0:2 hinten – und nun auch noch in Unterzahl. Doch die Erzgebirgler bewiesen Kampfgeist und Moral. Sie stürmten weiter und zwangen Dynamo zu Fehlern. Nach einer Ecke kratzte Kirsten einen missglückten Abwehrversuch von Poté von der Linie (63.). Dann war wieder Dynamo dran. Der eingewechselte Kitambala ballerte die Kugel mit Volldampf an die Latte. Im Gegenzug hätte Savran verkürzen müssen, doch Bregerie klärte vor der Linie. Auch der Kopfball von König fand sein Ziel nicht, weil Kirsten reflexartig die linke Hand ausfuhr. In der 81. Minute wurde Aue dann belohnt. Beim 2:1-Anschlusstor half allerdings Dynamo-Abwehrspieler Gueye tatkräftig mit. Er legte quasi für Sylvestr auf, der mit der Fußspitze aus 16 Metern vollendete. In einer spannenden Schlussphase machte Joker Jänicke 60 Sekunden vor Schluss alles klar. Sein Schlenzer aus 22 Metern drehte sich unhaltbar ins Tor. Es war das Dynamo-Sahnehäubchen eines genialen Derbys.
Trainerstimmen nach dem mitreißenden 81. Sachsen-Kracher
Karsten Baumann (Aue): "Glückwunsch an Dynamo zum Sieg. Wir haben das Spiel von Anfang dominiert, was gefehlt hat, war ein Tor. Wir haben durch zwei unglückliche Standards die Tore bekommen. Mit zehn Mann haben wir dann versucht, den Ball über die Linie zu bringen. Das ist uns nur einmal gelungen. Am Ende schießen wir einfach zu wenig Tore, und es war schwer gegen zwölf Mann zu gewinnen. Der Schiedsrichter hat sämtliche Zweikämpfe mit zweierlei Maß gemessen. Poté hätte schon zu Beginn Rot sehen müssen. Und wenn ein Schiedsrichter seine einseitige Linie durchzieht, dann ist es schwer zu gewinnen."
Ralf Loose (Dynamo): "Ich muss meiner Mannschaft zum wichtigen Sieg gratulieren. Es sind zwei Mannschaften aufeinander getroffen, die angeschlagen waren. Wir waren unter Druck, weil alle einen Sieg erhofften, der uns zum Glück gelungen ist. Ich freue mich vor allem für Bregerie, der zwei Tore gemacht hat. Kompliment an den zwölften Mann, die Unterstützung des Publikums war außergewöhnlich gut."
Weitere Spiele am Sonntag: Remis im Spitzenspiel
Tabellenführer Eintracht Braunschweig hat am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern ein 1:1 ergattert. Beide Teams bleiben damit ohne Niederlage. Auf dem Betzenberg drohte die Eintracht-Serie allerdings zu reißen. Dick brachte den 1. FCK mit einem Freistoß aus 20 Metern in Führung. Ademi sorgte 15 Minuten vor dem Ende mit einem Solo doch noch für das 1:1. Ebenfalls 1:1 endete das Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem FC Ingolstadt. Bochums Abwehrspieler Brügmann bewahrte sein Team mit einem späten Tor vor einer Niederlage. Caiuby hatte die Gäste in der 9. Minute in Führung gebracht.
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