Fußball | Regionalliga : Wackel-Tribüne verhindert Regionalliga-Derby
Der FSV Zwickau und der FC Carl Zeiss Jena sind nicht in die neue Regionalligasaison gestartet. Wegen sicherheitstechnischer Mängel an der neuen Gästetribüne in Zwickau wurde die Partie zunächst um eine halbe Stunde auf 14 Uhr verlegt, um anschließend komplett abgesagt zu werden.
Erst nachdem die FCC-Fans die Tribüne betreten hatten, waren die sicherheitstechnischen Mängel aufgefallen. Beim Untersuchen des Gästeblocks wurde dann festgestellt, dass Schrauben in der Konstruktion gelockert waren - oder ganz fehlten. "Es handelte sich um Einzelteile der Tribüne, die wohl abgeschraubt wurden", erklärte FSV-Vorstand Gerhard Neef im MDR-Interview.
Ersatzschrauben konnten nichts ausrichten
Laut Zwickau-Geschäftsführer Jörg Schade wurden dann zwar neue Schrauben und Muttern besorgt und wieder in der Konstruktion befestigt - das Bauordungsamt habe die Tribüne aber nicht abgenommen, da sie nicht mehr den TÜV-Vorschriften entsprach. Bauordnungsamtsleiter Thomas Freitag sprach bei MDR INFO von einer Manipulation unter der Tribüne. Durch das Herausdrehen der Schrauben seien die Stehplätze nicht mehr sicher gewesen.
Laut FSV-Vorstand Neef habe man sich nach Beratungen mit der Polizei und den Sicherheitsverantwortlichen dann dazu entschlossen, die Partie nicht anpfeifen zu lassen. FCC-Präsident Rainer Zipfel begrüßte die Spielabsage: "Es ist aus meiner Sicht die richtige Entscheidung, das Spiel abzusagen, da die Sicherheit der Fans nicht gewährleistet ist."
Trainer enttäuscht - Sportgericht schaltet sich ein
Die Trainer beider Vereine sahen es anders: Zwickau-Coach Torsten Ziegner bezeichnete die späte Absage als ärgerlich. Sein Team sei mehr als heiß auf die erste Partie der Saison gewesen. Jena-Coach Petrik Sander nannte die Situation eine "Katastrophe für den gesamten Fußball." In dieser Nummer gebe es nur Verlierer.
Tatsächlich muss sich nun das NOFV-Sportgericht mit dem Fall beschäftigen. Es wird zu klären sein, warum die Tribüne überhaupt für regionalligatauglich erklärt wurde. Sollte sich der Verdacht der Manipulation an der Tribüne erhärten, wird wohl auch die Staatsanwaltschaft ermitteln müssen. Zudem muss geklärt werden, ob die Partie zu einem anderen Zeitpunkt wiederholt wird - oder ob Jena die Punkte der nicht ausgetragenen Partie einfach so zugeschrieben bekommt.
Tribüne sorgte schon im Vorfeld für Probleme
Schon im Vorfeld hatte die neue Stahlrohrkonstruktion, auf der über 800 Gästefans Platz finden, Probleme bereitet. Vertreter der Stadtverwaltung hatten befunden, dass die Tribüne nicht sicher genug sei, da der Holzunterbau nicht einbetoniert wurde. Der FSV Zwickau reagierte umgehend - und betonierte die Tribüne neu ein. Auf MDR-Anfrage hatte FSV-Trainer Ziegner noch am Dienstagnachmittag betont: "Wir werden am Sonnabend hier gegen Jena auflaufen!"
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