Sachsen

Terrorzelle : Mutmaßlicher NSU-Helfer gesteht Waffenlieferung

Der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. hat gestanden, dem rechtsextremistischen Zwickauer Trio die wohl wichtigste Tatwaffe beschafft zu haben. Nach MDR-Informationen ist es die Ceska, die bei den Morden an den neun türkisch- und griechischstämmigen Geschäftsleuten verwendet wurde.

Zwei Jahre als Kontaktmann zwischen Trio und Wohlleben

Der Anwalt des Anfang Februar in Düsseldorf festgenommenen 31-Jährigen teilte mit, es handele sich dabei um eine Handfeuerwaffe samt Schalldämpfer. Den Angaben nach war Carsten S. von Herbst 1998 bis Sommer 2000 Kontaktperson zwischen den untergetauchten Mitgliedern der Zwickauer Terrorgruppe und dem ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Dieser sitzt ebenfalls als mutmaßlicher Helfer des Trios in Untersuchungshaft.

Generalbundesanwalt Harald Range erklärte, der 31-Jährige habe in den Vernehmungen umfangreiche Angaben gemacht. Er habe auch gesagt, dass er sich schon vor Jahren aus der rechten Szene gelöst habe. Carsten S. hatte zuletzt in Düsseldorf gelebt, wo er Sozialpädagogik studierte und als Berater der Aids-Hilfe arbeitete. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt ihn der Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch. Nach Angaben seines Anwalts soll Carsten S. bei der Lieferung der Waffe nicht gewusst haben, dass das Trio aus Zwickau Straftaten geplant oder umgesetzt hatte. Davon habe er erst im November vergangenen Jahres erfahren, sagte der Anwalt.

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2012, 20:19 Uhr

2. Hans Meiser:
Ich bin ja schon ganz gespannt auf das hochnotpeinliche Verhör von Zschäpe vor den thüringer Landtagsabgeordneten. Auch wieder so eine lächerliche Poitikerveranstaltung , obwohl der Anlass wahrlich schrecklich genug ist.
26.02.2012
10:04 Uhr
1. Waldfee:
Das darf doch nicht wahr sein! Wer Waffen liefert, dem sollte doch sonnenklar sein, daß damit nur Unrecht geschehen kann. Dafür gibt es keine Rechtfertigung! Und dann noch angehender Sozialpädagoge!
24.02.2012
14:04 Uhr

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