Ein hellblauer Trabi auf dem Feld
Bildrechte: IMAGO

Dienstags direkt | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.11.2017 | 20 bis 23 Uhr 60 Jahre Trabi: Profitiert Ostdeutschland bis heute vom DDR-Autobau?

Die Kraft der zwei Kerzen - der Trabant wird am Dienstag 60. Jahre alt. Heute als Kultauto vergöttert, hat er Generation von Autobauern geprägt und das Autoland Sachsen erfolgreich gemacht. Warum eigentlich?

Ein hellblauer Trabi auf dem Feld
Bildrechte: IMAGO

Was wurden ihm nicht alles für Namen verpasst: Gehhilfe, Plastebomber, überdachte Zündkerze, Rennpappe. Am Dienstag feiert der Trabant seinen 60. Geburtstag. Mit einer Nullserie von gerade einmal 50 Fahrzeugen rollten die ersten P50 in Zwickau vom Band. Stolze 18 PS schlummerten unter der Motorhaube und die Kleinwagen sollten ihre Besitzer zum Träumen bringen. Ein Plan, der aufging. Bis 1991 wurden über drei Millionen Trabis produziert. Kaum ein anderes Fahrzeug war so symbolträchtig für die DDR. Unter seinem Dach vereinten sich Mangelwirtschaft und Ideenstreit, Designbremse und Minimalkonzept.

Die Produktion der DDR-Autos ist jedoch mehr als ein zeitgeschichtliches Relikt. Die Wirtschaft in Sachsen profitiert noch heute von den Strukturen, den Fachkräften und der gesamten Wissenstradition aus dem Erzgebirge. Nach dem Fall der Mauer, startete VW seine Produktion in Zwickau und Chemnitz. Opel fertigte Autos ab 1990 in Eisenach. Dort wurde zuvor der Wartburg produziert – die zweitgrößte Automarke der DDR.

Trabi-Fahrzeugbauer zog VW nach Sachsen

Auch wenn die Produktion des Trabis 1991 in Zwickau eingestellt wurde, überlebte die Tradition von Autobauern. Wegen der ausgebildeten Fachkräfte siedelten sich Autobauer wie VW nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern an, erklärte Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des Ifo-Instituts in Dresden.

Joachim Ragnitz
Bildrechte: dpa

Das Personal war das entscheidende Argument.

Joachim Ragnitz Vize-Leiter des Ifo-Institutes

Basierend auf den Werken habe sich in Ostdeutschland ein riesiges Zulieferernetz entwickelt, sagte Ragnitz. Die Automobilbranche gehöre in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt heute zu den bedeutendsten Industriebranchen.

5-G-Testfeld für autonomes Fahren in Dresden

Heute konstruieren die Fahrzeugbauer Autos mit Elektroantrieb. Im Zentrum stehen emissionsarmes sowie autonomes und vernetztes Fahren. Für die dafür nötige Technologie wird in Dresden derzeit eine Pilotstrecke sowie ein Testnetz für den Mobilfunk der fünften Generation (5G) installiert. Wie viel Potenzial steht eigentlich im Autoland Sachsen – und welche Rolle spielt der Trabant dabei?

Von der einfachen Mechanik zu hochkomplexen Anwendung

Mechaniker können bis heute Trabanten liebevoll reparieren und rekonstruieren. Heute leben Fahrzeuge jedoch nicht von einer zu überblickenden Mechanik, sondern hochkomplizierte elektromechanischen Konstruktionen. Wie hochspezialisiert sind Autos heute? Wie unspeziell und einfach waren die Trabis damals?

Darüber reden wir bei Dienstags direkt.

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2017, 14:49 Uhr

Unsere Gäste

Thomas von Unwerth
Bildrechte: Thomas von Unwerth

Dienstags direkt Thomas von Unwerth

Thomas von Unwerth

Professor Alternative Fahrzeugantriebe an der Fakultät Maschinenbau der TU Chemnitz
"Eine emissionsfreie Mobilität der Zukunft gelingt nur durch Dekarbonisierung und den Ersatz des Flüssigkraftstoff durch Wasserstoff.“

Dr. André Günther
Bildrechte: Dr. André Günther

Dienstags direkt Dr. André Günther

Dr. André Günther

Leiter Mobilität, Wirtschaftsförderung Sachsen
"Sachsen ist Topstandort der deutschen Autoindustrie und hat zukunftweisende Kompetenzen in Produktion, Leichtbau, Elektromobilität und Intelligente Verkehrssysteme.“

Jürgen Lisse
Bildrechte: Hermann Langer

Dienstags direkt Jürgen Lisse

Jürgen Lisse

Trabi-Team-Westerzgebirge
"Wir sind immer aus eigener Kraft angekommen."

Hermann Langer
Bildrechte: Hermann Langer

Dienstags direkt Hermann Langer

Hermann Langer

Trabi-Team-Westerzgebirge
"Ein Trabant ist nicht nur ein Auto, sondern eine Lebenseinstellung."