Sonnabend, 09.09.2017: Mit Feuereifer

Zugegeben, manchmal klingt es etwas schräg, wenn die "Sim-Sala-Singer“ vor großem Publikum auftreten. Das tut aber der Begeisterung keinen Abbruch - weder bei den gut 15 Sängerinnen und Sängern, noch bei ihren Zuhörern. Eine Trommel gibt den Takt, ein E-Piano unterstützt die Melodie und Felix begleitet auf der Gitarre. Mit Feuereifer sind sie alle dabei und setzen ihre Stimmen und ihren Rhythmus ein, um die Schönheit des Lebens zu loben und Freude zu vermitteln. Das gelingt den geistig behinderten Sängerinnen und Sängern meistens. Das Feuer der Begeisterung ergreift dann auch die Zuhörenden und weckt deren Lust mitzusingen. Lebensfreude ist ansteckend. Beim Mitsingen weiten sich nicht nur die Lungen, sondern auch die Herzen.

Die Herrnhuter Brüdergemeine, zu der auch die "Sim-Sala-Singer“ gehören, wird häufig als singende Gemeinde beschrieben. Diese kleine evangelische Kirche entstand in der Oberlausitz und ist heute in vielen Ländern verbreitet. Ihr Gründer, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, hat selbst mehr als 2000 Lieder gedichtet, weil er erkannte, dass der Gesang die gute Nachricht von Gottes Liebe am eingängigsten vermittelt und das gemeinsame Singen das Miteinander unterschiedlicher Menschen erleichtert. Typisch für die Brüdergemeine sind deshalb „Singstunden“. Das sind kurze Liedgottesdienste am Samstagabend, in denen ein Bibelwort nur durch Lieder ausgelegt wird. Ähnliche Erfahrungen muss wohl auch Martin Luther gemacht haben. Er bekannte: "Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich." Wann haben Sie eigentlich zum letzten Mal gesungen?

In Gemeinschaft mit anderen macht das besonders viel Spaß. Das haben die „Sim-Sala-Singer“ ebenso erkannt, wie die vielen Menschen, die am Sonntagmorgen in einem Gottesdienst laut oder leise mitsingen. Sie sind herzlich eingeladen, morgen Vormittag zu kommen und mitzumachen! Denn singen weitet das Herz und macht Menschen fröhlich. Eine Kirche ist bestimmt auch in Ihrer Nähe!

Das Wort zum Tag spricht in dieser Woche:

Kurzbiografie Volker Krolzik

Volker Krolzik

1956 in Bielefeld-Bethel geboren | verheiratet, vier erwachsene Kinder | Studium der Diakonie und Sozialen Arbeit in Hamburg sowie der Diakoniewissenschaften in Bethel | Ordination zum Diakon, später zum evangelischen Pfarrer | verschiedene beruflichen Stationen in Westfalen und im Rheinland | 1998 - 2009 Konviktmeister des Rauhen Hauses in Hamburg | Lehraufträge an der Ev. Hochschule Hamburg | seit 2010 Theologischer Vorstand der Stiftung Herrnhuter Diakonie und Geschäftsführer des Christlichen Hospizes Ostsachsen

Verantwortlich für Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie das Wort zum Tag...

... sind die Senderbeauftragten der evangelischen Landeskirchen, der evangelischen Freikirchen bzw. der römisch-katholischen Kirche.