Eine Hand hält eine Zwei Euro Münze.
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Adventszeit ist Spendenzeit Was beim Spenden zu beachten ist

Wer Geld ausgibt, möchte, dass es gut angelegt ist. Das gilt ganz besonders beim Spenden. Doch gerade hier ist die Verunsicherung oft groß: Helfen Sach- oder Geldspenden? Kommt mein Geld wirklich an? Kann ich der Organisation vertrauen, der ich spende? Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt daher Spendensiegel, um die Glaubwürdigkeit der Institutionen zu unterstreichen. Was beim Spenden weiterhin beachtet werden sollte, finden Sie hier.

Eine Hand hält eine Zwei Euro Münze.
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Dem Herzen folgen

Spenden Sie für Themen, die Ihnen persönlich nahe sind, oder setzen Sie sich mit Freunden oder der Familie zusammen und entscheiden gemeinsam. So fällt Ihnen die Entscheidung leichter und wird sicherer.

Kompetenz und gute Kontakte vor Ort

Spender sollten sich vor der Überweisung vergewissern, dass die jeweilige Hilfsorganisation auch die nötige Kompetenz für effiziente Hilfe in der betreffenden Region besitzt. Sie sollte sich mit den Bedingungen vor Ort auskennen, dort nachweislich über gute Kontakte verfügen und sich mit den Behörden und anderen Hilfsorganisationen gut abstimmen. Auch kleinere Hilfswerke können sich erfolgreich einbringen, wenn sie gute Verbindungen vor Ort haben oder ganz spezielle Unterstützung anbieten.

Über Zweckbindung entscheiden

Wer konkret für Opfer einer bestimmten Katastrophe spendet, kann bei seriösen Organisationen sicher sein, dass das Geld auch dorthin fließt. Aber auch Spenden ohne Zweckbindung sind möglich. In diesem Fall entscheidet die Hilfsorganisation, wo das Geld gerade am nötigsten gebraucht wird. Die Helfer können damit flexibler agieren. Deshalb sollten "freie" Spenden die Regel und zweckgebundene Spenden eher die Ausnahme bleiben.

ܜberweisungsträger der Kindernothilfe mit Spendenquittung,
Für Spenden können Quittungen ausgestellt werden. Bildrechte: IMAGO

Spendenaufrufe genau lesen

Misstrauen ist laut DZI angebracht bei Spendenaufrufen, die viele Emotionen wecken, aber wenig Informationen über die konkret geplanten Hilfen bieten. Auch der Spendenrat rät zur Vorsicht bei "aggressiver Werbung" oder extrem gefühlsbetonten Bildern. Dem Spendenaufruf sollte genau zu entnehmen sein, wie und für wen die gesammelten Spenden eingesetzt werden sollen. Bei übertriebener Dringlichkeit ist Vorsicht angebracht: Seriöse Organisationen können mit ihren Reserven die ersten Einsätze finanzieren. Auch von prominenten Namen sollten sich Spendenwillige dem DZI zufolge nicht blenden lassen.

Geldspenden effizienter als Sachspenden

Gespendetes Geld kann von den Hilfsorganisationen zumeist flexibler eingesetzt werden als Sachspenden. Zudem weist der Spendenrat darauf hin, dass Sachspenden oft zu einem höheren Verwaltungsaufwand führen, etwa wegen der Transporte. Viele Waren können günstiger vor Ort gekauft werden. Güter und Waren sollten deshalb nur dann gespendet werden, wenn seriöse Organisationen wie etwa Kleiderkammern gezielt darum bitten.

Mann steckt eine Jacke in einen Altkleidercontainer
Güter und Waren sollten nur dann gespendet werden, wenn seriöse Organisationen wie etwa Kleiderkammern gezielt darum bitten. Bildrechte: IMAGO

Warnung vor Betrügern

Gerade bei großen Katastrophen treten den Fachleuten zufolge auch sogenannte Trittbrettfahrer auf - beispielsweise Organisationen, bei denen ein Großteil der Spenden in der Verwaltung versickert oder sogar in privaten Taschen landet. In Frage kommende Organisationen sollten deshalb zunächst auf Seriosität überprüft werden, etwa durch Anfrage bei der DZI-Spenderberatung. Seriosität zeigt sich laut DZI auch dadurch, dass eine Organisation auf langfristige Hilfe und nicht auf kurzfristige Vorzeigeprojekte setzt.

Vorsicht bei Internetaufrufen

Besonders Spendenaufrufe im Internet verleiten laut DZI oft zu einer vorschnellen Überweisung. Entsprechende Ketten-E-Mails haben nach Einschätzung der Experten in aller Regel einen unseriösen Hintergrund. Spendenaufrufen in sozialen Netzwerken wie Facebook sollte man in jedem Fall misstrauen, wenn unbekannte Menschen oder Organisationen als Begünstigte genannt werden.

Quelle: AFP/DZI

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 16:00 Uhr