Symbolbild Einbruch, Einbrecher will in ein Haus eindringen, schleicht sich auf der Terrasse an.
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Besser vorbeugen Wie sicher sind Wertsachen-Verstecke in Wohnungen?

Mehr als 400 Mal pro Tag wird in Deutschland eingebrochen. Der Gesamtschaden: Rund eine halbe Milliarde Euro im Jahr. Viele Menschen machen sich daher Gedanken, wo sie ihre Wertsachen am besten vor Dieben in Sicherheit bringen. Reporterin Susanne Lembke ist mit einem Ex-Einbrecher den vermeintlich guten Verstecken auf die Schliche gekommen.

Symbolbild Einbruch, Einbrecher will in ein Haus eindringen, schleicht sich auf der Terrasse an.
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Wo würden Sie Schmuck oder Bargeld in der Wohnung verstecken? Gute Frage, oder? Reporterin Susanne Lembke hat Mieter und Wohnungseigentümer gefragt. Ihre Antworten: unter der Matratze, unter dem Müllbeutel oder unter dem Deckchen im Regal. Eine Dame würde das Geld in eine Windel packen und ganz unten im Windeleimer verstauen. Klingt alles kreativ. Aber sind die Verstecke wirklich so abwegig, dass ihnen kein Einbrecher auf die Schliche kommt?

Unterwegs mit einem Test-Einbrecher

Ein Mensch versteckt mehrere 500 Euro Scheine unter einer Matratze.
Untauglicher Trick: Geld unter der Matratze verstecken Bildrechte: Colourbox.de

Siegfried M. ist ehemaliger Berufseinbrecher und sicher, alle Verstecke in der Wohnung zu kennen. Für seine Raubzüge saß er insgesamt 30 Jahre im Gefängnis. Heute sei er geläutert, sagt der 73-jährige selbst. Er schreibt Bücher und hält Vorträge.

Für ein Experiment durchsucht er eine Wohnung nach Wertsachen und erklärt, wie ein Einbrecher dabei vorgehen würde: "Zuerst geht’s zum Schlafzimmerschrank, zur Nachtkonsole. Matratze, Teppich hoch." Sein nächster Weg führt ins Wohnzimmer und in die Küche. Systematisch nimmt er sich Zimmer für Zimmer vor. Kein Schrank bleibt ungeöffnet, keine Schubblade zu. Jede Dose wird geschüttelt, geöffnet und auf ihren Inhalt geprüft.

"Überall gucke ich rein"

Auf diese Weise dauert es nicht lange, bis der ehemalige Profi unter einer Bettmatratze fündig wird. Sein Kommentar: "Leute, die noch nie mit Kriminalität zu tun hatten, die machen sowas." Sogar die Geldkassette im Gefrierfach ist schnell gefunden, ebenso das Geld unter der Schreibtischunterlage und der Schmuck im Mülleimer. Der Testeinbrecher verrät: "Ich habe Handschuhe an. Die Schmutzwäsche, Müll, Schuhe - überall gucke ich rein."

Förderfähige Schließanlage an einer Tür
Das Wichtigste überhaupt: eine sichere Wohnungstür Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wäre unser Ganove mit der Testwohnung nicht so rücksichtsvoll umgegangen, hätte er auch das Geld in einem Buch gefunden. "Das wäre hier ein Chaos", versichert er, "der Besitzer der Wohnung hätte mindestens drei Tage zu tun, bis er halbwegs wieder alles eingeräumt, geschweige denn das Zerstörte in Ordnung gebracht hätte." Lediglich eine Kette, die unter einen schweren Schrank geklebt wurde, übersieht er. "Das ist ein gutes Versteck", verrät er, "weil sich viele einfach nicht bücken, um da drunter zu schauen." Alle anderen Verstecke erwiesen sich als untauglich, vor allem wenn die Einbrecher wissen, dass die Bewohner länger abwesend sind.

Der wichtigste Rat unseres Test-Räubers:

Viel wichtiger als ein Tresor oder Verstecke in der Wohnung, ist die Sicherung der Wohnung.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.10.2017 | 12:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2017, 13:35 Uhr