SACHSENSPIEGEL

Geocaching : Moderne Schnitzeljagd via GPS

Wandern mit Kompass und Landkarte war gestern. Heute ist das sogenannte Geocaching angesagt – eine Art moderne Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger. Den Schatzsuchern dieser Generation geht es nicht darum, was sie finden, sondern darum, wie sie es finden. Der Weg ist das Ziel.

"Der Weg ist das Ziel". So lautet das Motto beim Geocaching – einer Schnitzeljagd mit Hilfe eines GPS-Empfängers. Mit diesem satellitengestützten System kann man jeden Punkt der Erde genau ansteuern. Der Schatz, der dabei zu finden ist, bleibt Nebensache. Hauptsache ist, die Verstecke, sogenannte Geocaches, zu finden. Das sind oft skurrile und banale Dinge wie Plastikmedaillen oder Schnürsenkel - wasserdicht in Behältern verpackt. Den "Kostbarkeiten" liegt meist ein Logbuch bei, in das sich der Finder einträgt.

Finden und gefunden werden

Beim Geocaching geht es nicht nur darum, Verstecke aufzuspüren. Jeder Schatzsucher kann auch selbst Verstecke anlegen und im Internet dokumentieren. Aus Rücksicht auf die Natur ist das Vergraben allerdings untersagt. Daher werden zum Beispiel Hohlräume als Versteck verwendet: Höhlen, Nischen oder Mauerritzen. Um die Gefahr von Zufallsfunden zu verringern und die Suche zu erschweren, sind vor allem bodennahe Verstecke meist mit Laub, Rinde, Moos, Steinen oder Zweigen getarnt. Besonders raffinierte Verstecke sind unter anderem in extra dafür angefertigten Bohrungen versenkte Filmdosen, beschriftete Magnetfolien, Informationen an Mauern, Felsen, unter Sitzflächen von Parkbänken und in Ritzen von Schautafeln. Auch in ehemaligen Schaltkästen, an Angelsehnen, in Rohrstangen oder unter Wasser können Schätze deponiert sein.

Wandern, tüfteln, klettern

Anleitungen, wo und wonach gesucht werden soll, gibt es im Internet. Anfang 2011 wurde die Anzahl der Verstecke auf weltweit rund 1,3 Millionen geschätzt. Allein in Deutschland beläuft sich die Zahl auf rund 169.000. Den Ausgangspunkt der Schatzsuche ermittelt man anhand von GPS-Koordinaten. Doch auch Spürsinn, Geschick und Denkvermögen sind gefragt, um weitere Koordinaten der "Reise" herauszufinden. Geländemerkmale spielen dabei genauso eine Rolle wie Hausnummern oder Verkehrsschilder. Außerdem kann eine besondere Ausrüstung nötig sein, um den Schatz zu bergen - von der Taschenlampe bis zur Bergsteiger- oder Tauchausrüstung.

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2013, 16:26 Uhr

Geocaching

- geo, griechisch: Erde
- cache, englisch: geheimes Lager

Multi-Cache

Bei einem Multi-Cache sind mehrere Stationen zu absolvieren, um das Versteck zu finden. Die Koordinaten der Stationen sind entweder komplett veröffentlicht oder an der vorgehenden Station versteckt. Die Koordinaten des Verstecks ergeben sich meist durch Hinweise, die der Geocacher an den einzelnen Stationen findet.

Mystery-Cache

Bei einem Mystery-Cache muss zunächst ein Rätsel gelöst werden, bevor mit der Suche begonnen werden kann. Die im Internet veröffentlichten Koordinaten entsprechen daher nicht den tatsächlichen Werten, sondern weisen auf einen Punkt, der sich in der Nähe des Verstecks befindet. Die ermittelte Koordinate kann aber auch der Beginn eines Multi-Caches sein.

Earth-Cache

Earth-Caches befinden sich an geologisch interessanten Stellen wie zum Beispiel bei Findlingen. Der Fund muss meist mit einem Foto dokumentiert werden, das den Finder mit einem GPS-Empfänger an der Fundstelle zeigt. Häufig müssen zusätzliche Aufgaben gelöst werden, zum Beispiel Ausmessen eines Findlings oder die Beantwortung von Fragen.

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