SACHSENSPIEGEL

Debatte im Landtag : Unland hält an Eintritt für Pillnitzer Schlosspark fest

Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) hält an der geplanten Einführung von Eintrittsgeldern für den Pillnitzer Schlosspark fest. Während einer aktuellen Debatte im Sächsischen Landtag verteidigte Unland den Plan als gerechtfertigt. Die Einnahmen wären nötig, um die Anlagen zu pflegen und zu erhalten. Der Minister erinnerte daran, dass Sachsen seit 1991 in den Erhalt der landeseigenen Burgen und Schlösser mehr als 400 Millionen Euro investiert hat, 35 Millionen Euro wären in das Schloss und den Park Pillnitz gesteckt worden.

Schloss Pillnitz
Der Finanzminister bleibt hart: Ab dem 2. April werden im Pillnitzer Schlosspark Eintrittsgelder verlangt

Staatsbetrieb soll offenbar "neue Rechtsform erhalten"

Unland deutete im Landtag an, dass der bisherige Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten in Kürze "eine neue Rechtsform" erhalten wird. Die Entscheidung stehe unmittelbar bevor, das Kabinett sei bereits informiert worden. Von einer Privatisierung könne keine Rede sein, alle bisher staatseigenen Schlösser und Gärten blieben im Landesbesitz. Verändert werde nur die Organisation des Betriebes. Laut Presseberichten soll der bisherige Staatsbetrieb künftig als GmbH betrieben werden. Für die rund 200 Beschäftigten würde dies bedeuten, dass sie nicht mehr als Landesangestellte gelten und nicht mehr nach dem Bundesangestelltentarif Ost bezahlt werden müssten. Dem Freistaat Sachsen gehören 23 Schlösser, Burgen und Gärten, 19 gehören derzeit zum Staatsbetrieb. Die Festung Königstein sowie die Schlösser Augustusburg, Scharfenstein und Lichtenwalde wurden bereits im Jahr 2000 aus dem Verbund gelöst und werden seitdem durch zwei GmbH´s betrieben.

Opposition wirft FDP Wortbruch vor

In der Debatte um die Eintrittsgelder für den Pillnitzer Schlosspark warf die Linke der FDP Wortbruch vor. Der Abgeordnete Volker Külow sagte, 2005 hätten die Liberalen aus der Opposition heraus die Eintrittsgelder noch klar abgelehnt. Inzwischen gehe es aber nicht mehr nur um Pillnitz, sondern um alle Einrichtungen des Staatsbetriebes. Die Linke lehne eine Änderung der Rechtsform ab. "Privatisierung ist kein Allheilmittel für knappe Haushalte. Der Staatsbetrieb ist für die Linke eine kulturelle Perle und keine Zitrone, die man durch rigide Finanzpolitik beliebig ausquetschen kann", sagte Külow.

"Einstiegsdroge" für weitere Kürzungen

Die SPD-Abgeordnete Eva-Maria Stange sprach von einer "Einstiegsdroge" für weitere Kürzungen im Kulturbereich. "CDU und FDP stehlen sich Stück für Stück aus der Verantwortung für die Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes Sachsens", erklärte die frühere Wissenschafts- und Kunstministerin. Auch sie warnte vor einer Privatisierung des Schlösserbetriebs. Eintrittsgelder beziehungsweise deren Erhöhung, die wirtschaftliche Nutzung der Einrichtungen für Veranstaltungen und Kostensenkung durch Personalabbau seien absehbare Folgen. Im Barockgarten Großsedlitz nahe Heidenau hätte die Schlösserverwaltung zunächst einen Euro Eintritt verlangt. Inzwischen müssten die Besucher vier Euro bezahlen. Eine ähnliche Entwicklung befürchtet Stange auch für den Pillnitzer Schlosspark.

Nach Angaben des Staatsbetriebes Schlösser und Gärten sollen vom 2. April an zwei Euro Eintritt für den Schlosspark Pillnitz gezahlt werden. Am Morgen und am Abend wäre der Eintritt jedoch frei. Ebenso an den Wochentagen der Wintermonate.

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2012, 21:44 Uhr

18. Antje Glöckner:
Liebe Eintrittsgegner! Macht mobil gegen den Beschluss! Wir haben auf Facebook eine Gruppe gegr�ndet, die dagegen stimmen soll! Wenn wir es schaffen, dort ganz viele zu werden, haben wir eine Chance! Und verteilt alle flei�ig die Flyer! [Anmerkung der MDR.DE-Redaktion: Externer Link wurde entfernt]
27.01.2012
15:23 Uhr
17. Manfred Voigt:
Der Finanzminister Unland sagt die Unwahrheit. Von der 35 Millionen Euro, die er in das Schloss und in den Schlosspark gesteckt hat, kam der größte Teil aus dem Hochwasser Fong. Das waren unsere Steuergelder. In ganz Europa zahlt man für Schlossparkanlagen kein Eintritt. Viele Länder sind weit aus ärmer als wir. Das ist reine Abzocke.
27.01.2012
12:03 Uhr
16. M. Börnig:
Es wird immer schwieriger, mit schmalem Geldbeutel, den immer mehr Menschen haben (werden), eine sinnvolle Freizeit zu gestalten. Jetzt darf man nicht mal mehr kostenlos in schöner Umgebung spazieren gehen! Das ist eines so reichen Landes einfach unwürdig! Das hätte August nicht gewollt. Und dann wundert man sich über frustrierte Menschen, die auf wer weiß was für dumme Ideen kommen! Was soll eine Familie mit Kindern anfangen am Wochenende? Alles kostet Geld, was viele nicht haben. Viele Familien resignieren und verarmen sozial und kulturell. Ein guter Nährboden für Bauernfänger wie Neonazis zum Beispiel. Deutschland, wo gehst du hin?! Es kann einem nur Angst machen, was hier abläuft.
26.01.2012
23:00 Uhr
15. Gertraude G.:
Heute bei herrlichem Sonnenschein waren viele Dresdner im Schlosspark unterwegs. Allerorten gibt es nur ein Gesprächsthema: Das Eintrittsgeld fur den Schlosspark. Wenn Mancher (wie Frau Wagner von gestern 19.45Uhr) meint, 2,00€ sind doch nicht zu viel, dann soll man sich nur ja nicht in Sicherheit wiegen. Erst 2,00, dann 3,00, dann 4,00€ usw.Auch die Jahreskarte für 8,00€ wird man nicht halten können, und trotzdem den errechneten Gewinn nicht erzielen. Die Dresdner jedenfalls meiden den Schlosspark in Zukunft - von der Elbseite her ist die Anlage ja auch sehr schön. Dann sind die Toiristen tagsüber unter sich - wie traurig. Egal, was andere Bundesländer treiben - unser Schlosspark muss kostenfrei erreichbar sein.
26.01.2012
18:02 Uhr
14. Günter B.:
Die Monarchie hatte ein Herz für´s gemeine Volk und ließ es kostenlos in den Park. Die sogenannten, christlichen, sozialen und wie sie sich sonst noch so bezeichnen, Demokraten der Neuzeit sind nur noch gemein zum Volk.
26.01.2012
14:40 Uhr
13. Frank:
Ich werde diesen Eintritt nicht zahlen und doch reingehen. Und wenn es Ärger gibt. Es sind genügend Gelder im Staate da, es muß nur richtig verteilt werden. Im Leipziger City-Tunnel werden Millionen in den Sand gesetzt. Für ein Sinnlos-Einheitsdenkmal zu Leipzig gibt der Freistaat 1, 5 Milloinen in Leipzig dazu, der Bund sogar 5 Millionen. Diesen Schwachsinn braucht keiner. Die Schlösser und Gärten sind für Alle da und nicht nur für die Politbonzen!
26.01.2012
14:18 Uhr
12. E.Ullmann:
Mit 1€ wäre ich für Dresdener dabei, Touristen könnten ja 2€ezahlen, im Ausland müssen wir auch Eintrittsgelder zahlen.
26.01.2012
10:54 Uhr
11. Sibylle Krause:
Vielleicht hätte man die 300.000€, welche in Zäune und Kartenhäuschen investiert werden erst einmal für die Sanierung des Parkes nutzen sollen. Die Angestellten kosten dann ja auch noch regelmäßig Geld wie auch die Unterhalts-und Instandhaltungskosten dieser Einrichtungen. Da drängt sich die Frage auf:was soll eigentlich erreicht werden? Sind wir wieder mal so weit, bestimmte Gruppen von ganz normalen Vergnügungen auszuschließen? Sicher sind 2€ nicht die Riesensumme, aber u.a. viele ältere Menschen, welche mit ihrem Einkommen am und z.T.unter dem Existenzminimum leben und Freude daran hatten in diesm Park spazieren zu gehen und sich mit anderen Menschen, denen es vielleicht ebenso geht, sich zu treffen und ihre sozialen Kontakte zu pflegen wird diese Möglichkeit genommen. Was kommt wohl als nächstes?
25.01.2012
21:02 Uhr
10. Eichler:
Die sächsische Regierung fühlt sich vom Volk gewählt, ist sich aber sicher nicht bewußt,dass sie sich mit solchen Entscheidungen selbst abwählt. Vielleicht sollten sie sich darüber im Klaren sein,dass der Bürger mit seinen Steuern schon bezahlt.Vielleicht denken Sie auch an sozial Schwache, an Kinder , Rentner und die Anwohner , die Ihre täglichenSpaziergänge stattfinden lassen
25.01.2012
20:43 Uhr
9. Werner Matschke:
Unter Beachtung der saechsisch-spezifischen Entwicklung der Parkanlage Schloss Pillnitz halte ich die Erhebung von Eintrittsgeld für ungerecht und falsch. Es steht auch im Widerspruch zu den Kosten für die Errichtung der Sperranlagen
25.01.2012
20:12 Uhr

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