SACHSENSPIEGEL

Stadt sichert Unterstützung zu : Glutnester in Kirschauer Textilfabrik

Die Löscharbeiten in den Werkhallen der Kirschauer Textilfabrik in Schirgiswalde dauern auch am Dienstagmorgen noch an. Rund 50 Feuerwehrleute sind derzeit noch vor Ort, um Glutnester zu löschen. Am Montag waren zwischenzeitlich 270 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie wurden aus der gesamten Region Bautzen zusammengezogen, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Im Einsatz waren 18 Feuerwehren, darunter auch vier Hubrettungsfahrzeuge.

Bildergalerie: Großbrand in der Textilfabrik Kirschau

Brandfolgen in Kirschau Dichte Rauchwolken über der Textilfabrik Kirschau. Löscharbeiten in der Textilfabrik Kirschau

Ein verheerendes Feuer hat in der Textilfabrik Kirschau einen großen Schaden angerichtet. Zwischenzeitlich waren bis zu 270 Feuerwehrleute im Einsatz. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. [Bilder]


Wegen der eingeschränkten Sicht wurde der nahegelegene Flugplatz Litten bei Bautzen vorübergehend gesperrt. Der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. Unter den Mitarbeitern der Fabrik wurde offenbar niemand verletzt. Sie konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Textilien haben sich offenbar entzündet

Nach ersten Angaben sollen sich Textilien selbst entzündet haben. Die genaue Ursache steht noch nicht fest. Wie die Polizei mitteilte, ist das Feuer offenbar in einer Werkhalle ausgebrochen. Die Einsatzkräfte arbeiteten sich mühsam zum Brandherd vor, der sich auf mehrere Gebäudekomplexe ausgebreitet hatte. Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr schwierig.

Die Flammen hatten nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Knaup den gesamten Betrieb erfasst. Einige Gebäudeteile waren eingestürzt, Betriebsräume brannten vollständig aus. "Die Feuerwehr arbeitet sich Schritt für Schritt vor", sagte Knaup. Da in dem Werk auch Chemikalien lagerten, war noch unklar, was alles brennt. Für die Gemeinde Großpostwitz wurde eine Warnung herausgegeben. Die Rauchwolke bewegte sich am Vormittag auf diese Gemeinde zu. Die Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten.

"Alles was Beine hat, ist vor Ort."

Thomas Knaup, Polizeisprecher

Bürgermeister: "Schlag ins Gesicht"

In der Kirschauer Textil-GmbH sind rund 80 Menschen beschäftigt. Hier werden Scheuertücher und Fliesdecken hergestellt. Das Unternehmen beliefert Kunden weltweit. Erst kürzlich war eine neue Produktionsanlage mit einer neuen Textilmischanlage in Betrieb genommen worden. Ob der Brand damit in Verbindung steht, ist unklar. Bürgermeister Sven Gabriel ist geschockt. Die Firma gehöre zu den wichtigsten Arbeitgebern im Ort, sagte er MDR 1 RADIO SACHSEN: "Das ist ein richtiger Schlag ins Gesicht, weil wir auch gerade in der Revitalisierung des Geländes sind und der Unternehmer schon Teile saniert hat."

Im Jahre 2005 brannte es durch einen technischen Defekt schon einmal in der Firma. Damals ging der Schaden in die Millionen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2014, 14:19 Uhr

4. Anoliatu:
Viel Erfolg und gute Nerven allen Beteiligten für den Wiederaufbau - Kirschau braucht die Fabrik. Es ist ohnehin schon verstörend, wenn man sein Heimatdorf mal besucht und leere (Geister-)Straßen vorfindet. Ohne Textilfabrik geht wieder ein Stück Tradition verloren. Alles Gute den Kirschauern.
12.02.2014
17:53 Uhr
3. Anna Mona:
Diese traurige Nachricht erschütterte viele Kirschauer Bewohner und im Umkreis. Es tut uns sehr leid was ihnen passiert ist. 2005 geschah dieses Unglück zwar auch schon mal. Doch dieses mal hat es die Grenze übertroffen. Nun seit 1845 gibt es diese Fabrik schon. Dieses mal war es das schlimmste Ereignis des Jahres. Weiterhin viel Gesundheit und Glück das sie trotzdem noch viel Spaß mit Familie und Freunde haben. Liebe Grüße Anna Mona.
10.02.2014
19:22 Uhr
2. corina.langhans:
Furchtbare Bilder! Besonders wenn man, weiß dass hier die Arbeitsplätze von Freunden und Bekannten verbrannt sind. Wie mögen sie sich jetzt fühlen... Meine Gedanken sind bei Ihnen. Hab selbst mal in diesen Hallen gearbeitet.
10.02.2014
18:10 Uhr
1. Oberlausitzer:
Kleine Korrektur: Bei dem derzeitigen Südostwind müsste sich doch die Rauchwolke nach Norden hin ausbreiten, wo auch die Gemeinde Großpostwitz liegt...
10.02.2014
13:23 Uhr

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