Ratgeber

Hintergrund : Fit nach dem Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein lebensbedrohliches Ereignis, bei dem ein Teil des Gehirns nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. In der Todesursachenstatistik stehen Schlaganfälle in den westlichen Industrienationen nach Herzerkrankungen und Tumorerkrankungen an dritter Stelle. Dr. Thomas Dietz erklärt hier, wer besonders gefährdet ist und wie man Warnzeichen erkennt.

Ein Arzt deutet mit einem Kugelschreiber auf Bilder eines Magnet-Resonanz-Tomographen, die verschiedene Gehirnquerschnitte eines Schlaganfall-Patienten darstellen

Etwa jeder dritte Schlaganfall kündigt sich durch einen so genannten "kleinen Schlaganfall" - eine flüchtige Durchblutungsstörung des Gehirns - an. Vor nicht allzu langer Zeit wurde umgangssprachlich noch häufig von einem "Schlägle" gesprochen; von dieser Verharmlosung hat sich zumindest die Medizin verabschiedet.

Diese sogenannte Transitorisch Ischämische Attacke (TIA) tritt in dem Moment auf, wenn ein kleines Blutgerinnsel ein Blutgefäß blockiert. Sie endet, wenn das Gerinnsel plötzlich zerbricht und sich wieder im Blut auflöst. Diese Attacken dauern meist nur wenige Minuten. Das Tückische daran ist, dass die Symptome einer solchen TIA wieder verschwinden. Betroffene gehören trotzdem sofort ins Krankenhaus.

Was geschieht bei einem Schlaganfall?

Über 200.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. Die Folgen können gravierend sein. Doch bei rechtzeitiger ärztlicher Hilfe ist Rettung möglich.

27.11.2008, 14:30 Uhr | 03:14 min

Typische Warnzeichen

Für die Symptome des Schlaganfalls ist ausschlaggebend, welcher Teil des Gehirns betroffen ist und wie schwerwiegend die Ausfälle sind. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein:

Dr. Thomas Dietz, Facharzt für innere Krankheiten und "Hier ab vier"-Ratgeber, schaut lächelnd in die Kamera.
Dr. Thomas Dietz
  • plötzlich einsetzende Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite, insbesondere eines Arms, Beins oder im Gesicht
  • Sprachschwierigkeiten in Verbindung mit einer Lähmung, dann zumeist auf der rechten Körperseite, oder Schwierigkeiten, Sprache zu verstehen.
  • Sehstörungen (Doppelbilder, verschwommenes Sehen, vorübergehender Sehverlust auf einem Auge, halbseitiger Ausfall eines Gesichtsfelds)
  • Schwindel mit Gangunsicherheit, Verlust von Gleichgewicht oder Koordination
  • plötzliche Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit
  • plötzliche, heftigste Kopfschmerzen

Treten solche Veränderungen unvermittelt auf, sollte unbedingt der Notruf 112 mit dem Hinweis "Verdacht auf Schlaganfall" gerufen werden. Der Umweg über den Hausarzt kostet wertvolle Zeit, die für die Akutbehandlung verloren gehen. Und die zeitnahe Diagnosestellung und Akutbehandlung kann lebensrettend sein und dauerhafte Schädigungen vermeiden bzw. abmildern.

Personen mit erhöhtem Risiko

Zigarette
Raucher haben ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

Einer besonderen Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, unterliegen vor allem Menschen, die eine Reihe von Risikofaktoren aufweisen: Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes, Fettstoffwechsel- und Herzrhythmusstörungen. Personen, in deren Familie bereits ein Schlaganfall aufgetreten ist, sind ebenfalls gefährdet, denn die Veranlagung zu einem Schlaganfall ist zum Teil auch erblich. 

Heilungschancen

Nach einem erlittenen Schlaganfall mit neu aufgetretenen neurologischen Ausfällen ist natürlich das Maß der Rückbildung der Schädigungen von allergrößtem Interesse. Zwar sind vollständige Heilungen in Einzelfällen denkbar, in der Mehrzahl der Fälle großer Schlaganfälle muss jedoch mit mehr oder weniger stark ausgeprägten, bestehen bleibenden Defekten gerechnet werden.

Da viele individuelle Faktoren eine große Rolle im weiteren Verlauf der Erkrankung spielen, sind Prognosen im Einzelfall sehr schwer zu stellen. Prinzipiell gilt jedoch, dass die akut auftretenden Funktionsausfälle auch bei großen Schlaganfällen sich im weiteren Verlauf von mehreren Wochen oder Monaten teilweise zurückbilden können. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei, inwiefern andere, noch intakte Hirnareale einspringen und die Funktion des untergegangenen Hirngewebes übernehmen können.

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2012, 21:17 Uhr

Es gibt zwei Arten von Schlaganfällen:

• Ischämische Schlaganfälle treten auf, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird; üblicherweise durch ein Blutgerinnsel aus den Kopfschlagadern. Diese Arterien versorgen den Kopf und das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut. Ursache sind meist arteriosklerotische Ablagerungen in einer der Arterien.

• Hämorrhagische Schlaganfälle (ca. 15 Prozent) treten bei Blutungen im oder um das Gehirn herum auf. Bei dieser Form platzt ein Gefäß im Gehirn, weil es bereits vorgeschädigt war oder der Druck an einer Stelle zu groß geworden ist.

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