SACHSENSPIEGEL-Sommertour : Marienberg | 29.07.2012
Maira Rothe live vom Schützenfest in Niederlauterstein
Der SACHSENSPIEGEL ist in den Ferien volle sechs Wochen lang im Freistaat unterwegs. Vom 23. Juli bis 2. September 2012 gibt es Live-Wetter bei jedem Wetter - vor Ort und täglich 19 Uhr im MDR FERNSEHEN. Die Wettermoderatoren Maira Rothe, Duy Tran und Susanne Langhans sind im wöchentlichen Wechsel unterwegs.
Zu einer Zeit, als der Silberbergbau in Annaberg und Schneeberg bereits wieder im Abklingen war, wurden in der Gegend von Marienberg ab 1519 vielversprechende Erzfunde gemacht. Diese zogen innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Bergleute aus den benachbarten Erzgebirgsstädten und aus Böhmen an. 1521 kam es zur Gründung des Ortes durch Herzog Heinrich den Frommen. Um einen großen Marktplatz herum wurde der Ort schachbrettartig angelegt. Im Dezember 1523 erhielt Marienberg das Stadt- und Bergrecht und alle damit verbundenen Privilegien. Um 1540 waren bereits rund 1.500 Bergarbeiter in 559 Zechen beschäftigt. Um 1550 war Marienberg mit 4.000 Einwohnern eine der größten Städte Kursachsens, im ganzen Revier gab es mehr als 1.000 Zechen. Die Erträge der leicht erschließbaren Silberlagerstätten erreichten zu dieser Zeit ihren Höhepunkt, gingen dann aber allmählich zurück. In der Folgezeit wurden in geringem Umfang Zinn und Kupfer abgebaut.
Nach dem Niedergang des Bergbaus musste sich Marienberg auf andere Wirtschaftszweige verlegen, und zwar vor allem Klöppeln und Posamentenherstellung. Auch der Durchgangsverkehr an der Straße von Zschopau nach Komotau (Chomutov/Tschechien) wirkte sich günstig auf die Wirtschaft aus. Versuche, im 19. Jahrhundert den Bergbau wieder zu beleben, scheiterten eben so wie der Aufbau einer Textilindustrie. Dafür bildete sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine florierende Holzwarenindustrie heraus, die einen raschen Aufschwung erlebte. Handwerkliche Tätigkeiten wie Schnitzen und Drechseln wurden zu einer wichtigen Einnahmemöglichkeit, an der sich oft die gesamte Familie beteiligen musste.
Mitte des 20. Jahrhunderts spielte der Bergbau noch einmal für kurze Zeit eine Rolle in der Gegend: Von 1947 bis 1954 wurde Uran abgebaut. Fast 2.000 Bergleute waren in den Schächten der Wismut beschäftigt. Bis 1958 wurde in Marienberg noch Spat abgebaut, bevor der Bergbau komplett eingestellt wurde.
