SACHSENSPIEGEL-Sommertour : Stollberg | 21.08.2012
Susanne Langhans vor dem Rathaus
Der SACHSENSPIEGEL ist in den Ferien volle sechs Wochen lang im Freistaat unterwegs. Vom 23. Juli bis 2. September 2012 gibt es Live-Wetter bei jedem Wetter - vor Ort und täglich 19 Uhr im MDR FERNSEHEN. Die Wettermoderatoren Maira Rothe, Duy Tran und Susanne Langhans sind im wöchentlichen Wechsel unterwegs.
Am Nordrand des Erzgebirges, 20 Kilometer südwestlich von Chemnitz liegt Stollberg. Die 12.000-Einwohner-Stadt gehört zu den ältesten Stadtsiedlungen Sachsens. Im 13. Jahrhundert war der Ort Sitz einer Familie gleichen Namens – der Burggrafen von Staleburgk. 1343 erhielt Stollberg Stadt- und Marktrecht. Im 16. Jahrhundert gelangte der Ort unter kursächsische Herrschaft. In dieser Zeit lebten etwa 800 Menschen in der Stadt.
Der 30-jährige Krieg und mehrere Stadtbrände bremsten die Entwicklung Stollbergs. Erst ab 1830 ging es bergauf: Die in Stollberg ansässige Firma F. E. Woller avancierte zu einem der bedeutendsten Strumpfhersteller Europas. Neue Arbeitsmöglichkeiten gab es außerdem im Steinkohlenrevier Oelsnitz-Lugau. 1861 hatte Stollberg etwa 5.300 Einwohner. Die Stadt profitierte vom wirtschaftlichen Aufstieg ihrer Bürger: Innerhalb weniger Jahre wurden die städtische Sparkasse, eine Telegraphenstation, die Realschule, die städtische Gasanstalt, das neue Rathaus und das Postamt eröffnet. 1903 wurde das königlich-sächsische Lehrerseminar fertig gestellt. Heute ist in dem imposanten Klinkerbau das Carl-von-Bach-Gymnasium untergebracht.
Bis zur politischen Wende 1990 befand sich in Stollberg das größte Frauengefängnis der DDR: Schloss Hoheneck. Es war berüchtigt für seine katastrophalen Haftbedingungen. Zeitweise waren mehr als 1.600 Frauen in dem für nur rund 600 Häftlinge ausgelegten Zuchthaus untergebracht. Sämtliche weibliche politische Gefangene der DDR wurden nach Hoheneck gebracht. 2001 schloss das sächsische Innenministerium die JVA Hoheneck.
