SACHSENSPIEGEL

Benzinpreis auf Rekordniveau : Regierung lehnt höhere Pendlerpauschale ab

Trotz der Rekordpreise an den Tankstellen erwägt die Bundesregierung derzeit keine höhere Pendlerpauschale. Eine Sprecherin von Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, bei diesen Zahlungen handele es sich um eine verkehrsmittelunabhängige Pauschale. Der Autoclub ADAC hatte eine Erhöhung der Pendlerpauschale gefordert.

"Autofahren darf kein Privileg der Reichen werden"

ADAC-Sprecher Klaus Reindl sagte MDR INFO, die Pendlerpauschale müsse mindestens auf das Niveau von 2003 angehoben werden, also 36 Cent bis zehn Kilometer und 40 Cent ab dem elften Kilometer. Mit dem derzeitigen Betrag von 30 Cent pro Kilometer könne nicht einmal ein Kleinwagen kostendeckend betrieben werden. Autofahren dürfe kein Privileg der Reichen werden.

Reindl warf den Mineralölkonzernen Preistreiberei vor. Sie versuchten, mit den hohen Öl-Preisen selbst Kasse zu machen. An die Autofahrer appellierte Reindl, nicht bei den großen Konzernen zu tanken. An freien Tankstellen gebe es kein schlechteres Benzin. Der Präsident des ADAC, Peter Meyer, forderte die Politik auf, nicht untätig dabei zuzusehen, wie für Millionen von Menschen Mobilität immer unbezahlbarer werde. In der "Bild"-Zeitung sagte er, es gebe keine Alternative für eine deutliche Erhöhung der Entfernungspauschale. Diese müsse "unbedingt so schnell wie möglich auf die Agenda".

Auch die mittelständische Wirtschaft fordert eine deutliche Senkung der Benzinsteuer oder eine Erhöhung der Kilometerpauschale von derzeit 30 auf 40 Cent je Kilometer. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, sagte, die Preise an den deutschen Tankstellen lägen derzeit auf Rekordniveau. Von einer Erhöhung der Kilometerpauschale würden Millionen Berufspendler profitieren.

Kemfert: Steuererleichterungen sind sinnlos  

Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, sieht Politik und Verbraucher in der Pflicht. Steuerentlastungen zu fordern, mache wenig Sinn, da die Steuern zum größten Teil preisunabhängig seien. Auch nütze es wenig vorzugeben, dass der Preis nur einmal am Tag festgelegt werden dürfe. Die Politik müsse hingegen die Weichen für nachhaltige, bezahlbare Mobilität stellen, alternative Kraftstoffe und Kraftstofftechniken erforschen und auf den Markt bringen. Auch die Autofahrer selbst könnten reagieren. Sie könnten Sprit sparende Autos fahren oder beim nächsten Autokauf gleich die Anschaffung eines Erdgas-, Hybrid- oder Elektroautos erwägen.

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2012, 22:31 Uhr

9. Hermann:
Schuld am hohen Preis ist keiner und zu viel Steuern sind logisch auch nicht im Preis enthalten. Dann noch die Vorschl�ge spritsparende Autos zu kaufen - dann gehe ich mal morgen gleich los und setze den super Vorschlag in die Tat um. Man, man sowas im �ffentlich-rechtlichen Fernsehen und von Menschen die durch Steuergelder finanziert werden.
22.02.2012
21:58 Uhr
8. Rentner:
Grundnahrungsmittel, Energiekosten sowie die Spritpreise steigen. Das Bundeskartellamt kann teilweise nicht nachvollziehen woher das kommt (seit Jahren)? Ich glaube die können auch nicht feststellen, warum dann jedesmal bei den Preissteigerungen die Abgeordneten sich eine saftige Diätenerhöhung genehmigen. Da bleibt kein € für die Pendlerpauschale übrig. Übrigens Fr. Merkel hat damit nichts zu tun. Die Genehmigung der Diäten das ist Ländersache u. sache der Bundestagsabgeordneten.
22.02.2012
21:55 Uhr
7. thom.graichen:
Es sind ja nicht nur die Benzinpreise die in´s unermessliche steigen,den an den Rohölpreis ist auch der Erdgaspreis gekoppelt.Es wir also noch eine weitere Welle der Preiserhöhung auf den normalen Bürger zukommen. Warum sollte der Staat was unternehmen denn der Staat verdient ja pro Liter Benzin ca 0,97 € . Die nächste Wahl kommt ! Zieht euch warm an !
22.02.2012
19:15 Uhr
6. Hans:
Es scheint, da� Deutschland sich nicht nur von Wolf befreien mu�: in der regierung bleiben auch weiter nur die Leute, denen v�llig egal ist, wie es Menschen in Deutschland geht... ich denke, Merkel hat ihr Vertrauenslimit auch l�ngst verbraucht. Man braucht vertrauensw�rdigen Menschen f�r die Regierung.
22.02.2012
18:25 Uhr
5. mattotaupa:
"...Sie könnten Sprit sparende Autos fahren oder beim nächsten Autokauf gleich die Anschaffung eines Erdgas-, Hybrid- oder Elektroautos erwägen. ..." achso, man soll sich also mal schnell ein neues auto kaufen. wie sieht es aber mit bezahlen aus, da dies ja -insbesondere eben bei den neuen modellen und technologien- eben eine enorme investition ist? wer aber ernsthaft hilfe der politik erwartet ist wirklich naiv. unser bundeskassenwart feiert doch, wenn die preise steigen, steigt doch damit auch die märchensteuer. solange sich mineralölabzocker und politik den schwarzen peter gegenseitig zuschieben können (einmal sind die [unveränderten] steuersätze an der steigerung schuld, so die mineralölabzocker und ein andermal waren es die profitgier der konzerne, so die politik) wird nichts aber auch rein gar nichts passieren, da der deutsche bürger in ein wunderbares korsett des nichthandelns gezwängt wurde, welches eine mischung aus finanzieller gängelung und obrigkeitsgehorsam ist.
22.02.2012
18:02 Uhr
4. günter schäfer:
HALLO LEUTE, DA WEIGERT SICH DIE REGIERUNG ETWAS GEGEN DIE HOHEN SPRITPREISE ZU UNTERNEHMEN (VERDIEHNEN JA DARAN EINE MENGE), AUF MDR-VIDEOTEXT STEHT, DASS SICH DIE LANDTAGSABGEORTNETE IHRE DI�TEN UM 850 EURO ERH�HEN WOLLEN. NA LEUTE WIE FINDET IHR DAS. ES GIBT MITB�RGER, DIE VERDIEHNEN GRADE MAL SO VIEL UND M�SSEN EINE FAMILIE DAVON ERN�HREN. WAS LEISTET DIE POLITIK EIGENTLICH F�R UNSER LAND?
22.02.2012
15:37 Uhr
3. Mark Anton:
Zitat: "...Sie (die Autofahrer) k�nnten Sprit sparende Autos fahren oder beim n�chsten Autokauf gleich die Anschaffung eines Erdgas-, Hybrid- oder Elektroautos erw�gen..." Zitat Ende (und LOL) Ach wie s��, man vergisst allerdings wohlweisslich zu erw�hnen, da� diese Autos eben auch erst einmal bezahlt werden m�ssen. Wenn man wie ich in einem "prek�ren Arbeitsverh�ltnis" steht, ist man halt nicht kreditw�rdig und am Ende muss man doch seinen alten Schluckspecht weiter fahren. Wie w�re es, wenn man sich mal auf die Produktion des "synthetischen Benzins" wie in den 40-iger Jahren zur�ckbesinnen w�rde? Das w�rde zumindest einen Teil der Probleme l�sen.
22.02.2012
14:46 Uhr
2. Meyer:
Als Rentner w�ge ich meine Fahrten mit dem Auto nach der Notwendigkeit ab. Pendler sind in den meisten F�llen auf das Auto angewiesen und wenn Geringverdiener keine Steuern zahlen, n�tzt ihnen eine h�here Pendlerpauschale gar nichts.
22.02.2012
13:50 Uhr
1. tom:
eine erhöhung der pendlerpauschale bringt nichts, denn dann muß man ersteinmal steuern zahlen! bei den geringen einkommen brutto: 1550€ kann man sich dass abschminken. und die menschen im ländlichen raum sind sowieso die blöden....
22.02.2012
13:18 Uhr

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