Duy Tran
Das Pendant zur Wetterfee ist leider nur der Wetterfrosch. In meinem Fall stimmt das sogar, denn im Vergleich zu meinen Wetter-Kolleginnen sieht man als Mann einfach blass aus – und grün hinter den Ohren bin ich ja auch. Immerhin beherrsche ich das Quaken ganz gut, habe es erst bei Uni-Radios gelernt, dann bei den ARD Jugendradios DASDING und SPUTNIK und schließlich vor der Kamera im Volontariat beim MDR.
Gleich anschließend kam das Angebot des SACHSENSPIEGEL, das Wetter zu moderieren.
Bis dahin hatte ich höchstens von Donnerwettern im Bundestag berichtet, als ich im Volontariat Beiträge aus dem Berliner ARD-Hauptstadtstudio produziert habe. Von der Politik zum Wetter?
Für mich spätestens dann kein Widerspruch mehr als ich erfahren habe, dass gestandene Politikberichterstatter in den USA zu Wetterfröschen werden, weil sie in ihrer Karriere noch einmal richtig Spaß haben wollen. Da musste ich nicht lange überlegen: Ich darf auch mal schlechte Nachrichten verbreiten, ohne dass gleich Existenzen davon abhängen.
Und meinen Traum vom Wissenschaftsjournalismus darf ich weiterträumen: Denn Wetter ist höchste Physik, seine Berechnung komplizierte Mathematik. Der Prozess ist vielschichtiger und packender als er auf den ersten Blick aussieht. Eine tolle Herausforderung.
Vielleicht kann ich jetzt endlich auch die Menschen in Mitteldeutschland davon überzeugen, dass es fünf Jahreszeiten gibt (ja: Ich meine den Karneval). Denn mein Migrationshintergrund lautet: Rheinland. Und wer uns Frohnaturen kennt, weiß, dass wir gerne quaken. Als Wetterfrosch fühle ich mich also pudelwohl.
