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Sachsen-Anhalt : Mini-Schulen nicht mehr erwünscht

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat heute die neue Schulentwicklungsplanung vorgestellt. Ab dem 1. August 2014 müssen Grundschulen in ländlichen Regionen mindestens 60 Schülerinnen und Schüler nachweisen.

Schulkinder im Unterricht
Müssen 75 Grundschulen in Sachsen-Anhalt schließen?

In dünn besiedelten Regionen sind es dann mindestens 52 Schüler. Als dünn besiedelt gelten Regionen, die nach der Bevölkerungsprognose im Jahr 2025 weniger als 70 Einwohner pro Quadratkilometer haben. Darunter fallen der Altmarkkreis Salzwedel, die Landkreise Stendal und Wittenberg sowie Teile der Landkreise Jerichower Land und Börde. In Magdeburg, Dessau-Roßlau und Halle wird die Zahl ab dem 1. August 2014  von bisher 60 auf 80 erhöht.

Ab dem Schuljahr 2017/18 steigt die Mindestzahl. Dann müssen Grundschulen mindestens 80 Schülerinnen und Schüler nachweisen. In dünn besiedelten Regionen liegt die Anzahl dann bei mindestens 60 Schülern. Der Schulentwicklungsplan soll Ende März verabschiedet werden, vorher steht allerdings noch eine Anhörung zum Thema an.

75 Grundschulen droht das Aus

In Sachsen-Anhalt haben derzeit 75 Grundschulen weniger als 60 Schüler. Deshalb müssen sie jetzt entweder fusionieren, zusätzliche Schüler finden oder aufgelöst werden. Bei den Sekundarschulen und Gymnasien besteht dagegen kein Handlungsbedarf, weil dieses Schulnetz hier schon in der Vergangenheit den demografischen Erfordernissen angepasst worden war. Für die neue Schulform der Gemeinschaftsschulen wurde eine Mindestschülerzahl von 240 Schülerinnen und Schülern in den Jahrgängen 5 bis 10 festgelegt. In dünnbesiedelten Gebieten darf die Mindestschülerzahl aber um bis zu 60 unterschritten werden.

Die Mindestanzahl bei den Förderschulen wird wie auch bisher bei 90 Schülern liegen. Das entspricht den Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung des gemeinsamen Unterrichts“ und der beabsichtigten Neuregelung der Verordnung zur sonderpädagogischen Förderung.

Heftige Diskussionen und uneinige Parteien

Kultusminister Sach.-Anhalt Stephan Dorgerloh
Kultusminister Stephan Dorgerloh stellte heute den neuen Schulentwicklungsplan vor.

Im Vorfeld wurde bereits heftig über die Streichung von Minischulen diskutiert. Kultusminister Stephan Dorgerloh hatte bereits im Januar seine Vorschläge zu einer künftigen Schullandschaft zur Diskussion gestellt. Damals sah sein Plan vor, dass in Grundschulen ab 2014 mindestens 60 Kinder den Unterricht besuchen müssen. 2017 sollte die Mindestvorgabe dann auf 80 Schüler erhöht werden. Der Koalitionspartner CDU hatte von Anfang an hinter dem Vorhaben der SPD gestanden. Die Opposition hielt die Pläne für untauglich. Die Linke forderte von der Regierung dagegen eher mehr junge Lehrer einzustellen. Die Grünen hätten lieber Grundschulen mit kleinen Außenstellen bevorzugt.

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2013, 11:22 Uhr

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