Schwimmen | EM in Debrecen : Biedermann und Poewe holen Gold
Zwei Tage nach seinem Triumph über 400 m Freistil hat Weltrekordler Paul Biedermann bei den Schwimm-Europameisterschaften in Debrecen auch über die halbe Distanz Gold gewonnen. Der Hallenser schlug im Finale nach 1:46,27 Minuten vor dem Franzosen Amaury Leveaux und dem Ungarn Dominik Kozma an und verteidigte damit seinen Titel von 2010 erfolgreich.
Biedermann nicht ganz zufrieden
Es war die sechste Goldmedaille bei internationalen Langbahn-Wettbewerben für den Doppel-Weltmeister von 2009. Er sagte: "Ich bin noch nicht so fit wie es sein könnte. Ich bin ja immer selbstkritisch: Die letzten 25 hab ich wieder gehackt wie blöd. Jetzt hab ich mal zwei Tage frei, das ist ganz schön." Der Berliner Tim Wallburger verfehlte als Vierter in 1:47,75 nur um drei Hundertstel die Bronzemedaille. Das fand er "sehr ärgerlich".
Zweites DSV-Gold des Tages durch Poewe
Kurz danach bescherte Sarah Poewe dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) die vierte Goldmedaille bei dieser EM. Die frühere Kurzbahn-Weltmeisterin siegte im Finale über 100 m Brust in 1:07,33 Minuten. Bereits im Halbfinale am Dienstag hatte sich die gebürtige Südafrikanerin, die für Wuppertal startet, für ihre vierten Olympischen Spiele qualifiziert. Poewe sagte: "Es fühlt sich super an. Ich wollte unbedingt eine Medaille holen, meine ersten Medaille auf der Langbahn im Einzel, nach vielen Jahren, endlich."
Die Essenerin Caroline Ruhnau, die bereits bei der DM ihr London-Ticket gelöst hatte, wurde in 1:07,95 Vierte. Sie sagte: "Ich wollte natürlich auch eine Medaille, mir haben am Ende die Kräfte gefehlt."
Über 100 Meter Freistil standen dagegen gleich zwei DSV-Athletinnen auf dem Treppchen: Die Hallenserin Daniela Schreiber landete mit 54,41 Sekunden auf dem Bronze-Rang. Sie kommentierte: "Ich bin superglücklich. Das ist meine allererste Einzelmedaille überhaupt, da bin ich megastolz. Mit der Zeit bin ich ein bisschen unzufrieden, aber das ist jetzt egal." Direkt vor ihr kam Britta Steffen aus Berlin ins Ziel. Die 28-Jährige musste sich in 54,15 Sekunden der schwedischen Schmetterling-Weltrekordlerin Sarah Sjöström (53,61) geschlagen geben und konnte damit ihren Erfolg von 2006 nicht wiederholen. Am Montag hatte die Berlinerin mit der 4x100-m-Freistilstaffel Gold gewonnen. Dennoch befand Steffen: "Das ist total okay, ich bin im Training, eine Zeit unter 54,00 Sekunden zu verlangen wäre vermessen."

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