Para-Rad-WM
Jubel bei Pierre Senksa (li.) und Kerstin Brachtendorf. Bildrechte: Oliver Kremer, sports.pixolli.com

Para-Rad-WM Medaillenregen zum WM-Finale

Zum Abschluss der Rad-WM der Behindertensportler in Südafrika haben es die deutschen Athleten noch mal richtig krachen lassen. Sieben Medaillen, darunter drei WM-Titel, gab es zum Finale. Eine Sensation war auch dabei.

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Jubel bei Pierre Senksa (li.) und Kerstin Brachtendorf. Bildrechte: Oliver Kremer, sports.pixolli.com

Am Abschlusstag der Para-Rad-WM in Südafrika haben die deutschen Athleten noch einmal sieben Medaillen gewonnen. Neben drei Titeln für die Cottbusserin Kerstin Brachtendorf, den Geraer Tobias Vetter und Pierre Senska aus Berlin gab es noch zwei Silberne und zwei Bronzemedaillen.

Senska und Teuber zu Gold und Bronze

Gleich zwei Medaillen in einem Rennen sammelten Pierre Senska und Michael Teuber im Straßenrennen der Klasse C1 (schwere Behinderungen). Senska feierte nach 60,7 Kilometern seinen fünften WM-Titel, Teuber holte Bronze und sammelte dabei sein 21. WM-Edelmetall.

Im Finale einer Dreier-Ausreißergruppe hatte Senska die schnellsten Beine, er verwies den Spanier Ricardo Ten Argiles auf Rang zwei. Teuber musste auf der Ziellinie abreißen lassen. Senska jubelte im Ziel: "Es war ein extrem hartes Rennen, am Ende waren wir nur noch zu dritt und neben dem Spanier war zum Glück noch Michael Teuber mit dabei, so dass wir ihn zu zweit beschäftigen konnten. Auf der Zielgeraden habe ich dann meine Stärken im Sprint ausgespielt und bin überglücklich."

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Senska (Mitte rechts) und Teuber )li.) im Rennen. Bildrechte: Oliver Kremer, sports.pixolli.com

Brachtendorf: "Ein sehr emotionales Rennen"

Nach knapp verpasstem Gold im Einzelzeitfahren konnte sich Kerstin Brachtendorf aus Cottbus am Sonntag endlich das ersehnte Regenbogentrikot anziehen. Die Weltmeisterin von 2013, die im C5-Rennen gegen die Uhr am Freitag noch Bronze geholt hatte, ließ diesmal der Konkurrenz keine Chance. Im Schlussspurt der achtköpfigen Spitzengruppe setzte sie sich gegen die Argentinierin Mariela Analia Delgado und die Britin Crystal Lane-Wright durch.

Nach dem knappen Fotofinish sagte die 45-jährige Siegerin: "Mit unseren Ausreißversuchen sind wir nie richtig weggekommen, so dass es auf einen Zielsprint hinauslief. Ich habe versucht cool zu bleiben, mir ein Hinterrad zu suchen und erst kurz vor der Linie vorbeizuziehen, was mir tatsächlich gelungen ist. Ein sehr emotionales Rennen, die Erleichterung ist groß und die Freude riesig."

Sensations-Sieg für Tobias Vetter

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Vetter rast zu Gold Bildrechte: Oliver Kremer, sports.pixolli.com

Eine sensationelle Goldmedaille feierte Tobias Vetter in der Klasse C4. Der in München lebende gebürtige Geraer düpierte bei seiner ersten WM die Konkurrenz. Im packenden Finish ließ er den Australier Kyle Bridgwood und den Russen Sergej Pudow hinter sich.

"Ich habe niemals damit gerechnet, mein Ziel war ein Platz unter den besten Zehn. Das Rennen ist für mich super gelaufen und am Ende habe ich sogar die Nase vorne gehabt. Unfassbar, ich bin noch völlig überwältigt", sagte der 35-jährige Debütant.

Schindler und Warias zu Silber - Staffel-Bronze nach Aufholjagd

Zu einer starken Silbermedaille in der Klasse C3 fuhr die Chemnitzerin Denise Schindler. Ebenfalls eine Silbermedaille feierte der Tübinger Stefen Warias.

In der abschließenden Mixed-Staffel der Handbiker am Nachmittag sprang dann noch Bronze heraus. Doppel-Weltmeisterin Andrea Eskau sicherte dem Trio mit einem beherzten Schlusspurt den dritten Platz. Auf der Zielgeraden überholte sie den Franzosen David Franek. Beim letzten Wechsel hatte Eskau noch auf Rang fünf gelegen. Im Ziel wurde Eskau dann von ihren Staffelkollegen Bernd Jeffre und Mariusz Frankowski gefeiert. Gold ging an das italienische Team um Alessandro Zanardi. Silber holten die USA.

20 Medaillen für deutsches Team

Mit den sieben Medaillen von Sonntag beenden die deutschen Behindertensportler die WM mit 20 Medaillen, darunter zehn WM-Titel. Mit je zwei Titeln waren Christiane Reppe, Andrea Eskau und Hans-Peter Durst die erfolgreichsten deutschen WM-Starter. Bundestrainer Patrick Kromer resümmierte: "Das sind wirklich enorme Ergebnisse, die zeigen, dass wir uns sehr gut vorbereitet haben und zudem den nötigen Willen und manchmal auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten. Die WM war für uns ganz große Klasse, wir können wirklich sehr zufrieden sein."

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Die deutschen Medaillensieger von Sonntag. Bildrechte: Oliver Kremer, sports.pixolli.com

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" Sonntag, 3. September, 19.30 Uhr

dh/npc

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2017, 15:29 Uhr

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1 Kommentar

04.09.2017 08:06 Rolf Severin 1

Hallo,

Alessandro Zanardi ist kein Ex-Motorradsportler, sondern war erfolgreicher Autorennsportler.

Mit freundlichem Gruß
Rolf Severin

[Vielen Dank für den Hinweis. Die zuständigen Kollegen sind informiert. Herzliche Grüße aus der MDR.de Redaktion]