Marcel Kittel feiert seinen Sieg auf der 11. Etappe der Tour de France, 2017.
Bildrechte: IMAGO

Radsport Marcel Kittel künftig an Tony Martins Seite

Beim Team Quick Step fuhr der Thüringer Radstar seine größten Erfolge ein. Ab 2018 sprintet er im Trikot von Katusha Alpecin. Sein Wechsel hat weniger finanzielle als sportliche Gründe.

Marcel Kittel feiert seinen Sieg auf der 11. Etappe der Tour de France, 2017.
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Der Thüringer Radstar Marcel Kittel geht ab der kommenden Saison für ein neues Team an den Start. Der 14-fache Tour-de-France-Etappensieger sprintet künftig für das unter Schweizer Lizenz fahrende Team "Katusha-Alpecin".

Kittel, Martin, Zabel

"Wir sind sehr glücklich Marcel in unserem Team zu haben. Er ist im Moment der bester Sprinter der Welt", sagte Team-Manager José Azevedo. "Ich freue mich absolut auf eine neue Herausforderung in neuen Farben. Für mich ist dieser Moment aufregend, denn mit diesem Schritt erhoffe ich mir natürlich auch neue Impulse", erklärte Kittel. Der Sprintstar, der in den vergangenen zwei Jahren für das belgische Team Quick Step-Floors fuhr, wird im neuen Team mit einem  alten Bekannten fahren. "Ich freue mich auf die Mannschaft und vor allem darauf, mit Tony und einigen anderen deutschen Rennfahrern unterwegs zu sein", sagte Kittel. Der Thüringer fuhr mit Martin bereits vor zehn Jahren beim Thüringer Energie-Team und 2016 beim Team Etixx-Quick-Step im selben Team. Zudem hat Kittel nun Nachwuchssprinter Rick Zabel an der Seite.

Marcel Kittel und Tony Martin auf dem Rad.
Marcel Kittel (re.) und Tony Martin (li.) bei der Tour de France Seite an Seite. Bald auch im gleichen Trikot. Bildrechte: IMAGO

Kaderplanung gab ausschlag für Wechsel

Quick-Step hatte nach den fünf Tour-Etappensiegen von Kittel in diesem Jahr mehrfach versucht, den Vertrag mit Kittel zu verlängern. Letztlich hat aber wohl die Kaderplanung der Belgier den Ausschlag für den Wechsel von Kittel gegeben. Der Abgang seiner Helfer Julien Vermote und Matteo Trentin spielte bei Kittels Entscheidungsfindung eine Rolle. Zudem drohten interne Spannungen, da im vierfachen Giro-Etappensieger Fernando Gaviria, der unlängst einen neuen Zweijahresvertrag bei QuickStep unterschrieb, ein weiteres Sprint-Ass berechtigte Ansprüche anmeldet. "Ich möchte eine Diskussion über meinen zukünftigen Tour-Start und meine Rolle als Sprinter vermeiden. Die Teamleitung kann mir dafür keine Sicherheit geben, und das verstehe ich auch", erklärte Kittel.

Katusha will Iamage aufpolieren

Katusha will hingegen mit Kittel seinen Imagewandel weiter vorantreiben. Über Jahre hatte die Equipe mit zahlreichen positiven Dopingtests für Negativschlagzeilen gesorgt, sich zur Saison 2017 aber neu aufgestellt. Die Mannschaft fährt mittlerweile unter Schweizer Lizenz, zudem wurde der einstige Lance-Armstrong-Helfer Wjatscheslaw Jekimow als Teamchef abgesetzt.

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" MDR HÖRFUNK | 16. August, 15:40 Uhr

dpa/sid/dh

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2017, 20:53 Uhr

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