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Leichtathletik | EM in Helsinki : Diskuswerferin Müller wieder mit Silber

Immerhin 2,21 Meter haben der Hallenserin Nadine Müller zum EM-Gold gefehlt. Mit Silber war die Diskuswerferin allerdings auch nicht unzufrieden. Überraschend Gold und Silber gingen am letzten Tag der Titelkämpfe in Helsinki an die Sprintstaffeln, die 4 x 400-Meter-Staffel konnte über Bronze jubeln. Das sechste deutsche EM-Gold holte Weitspringer Sebastian Bayer.

Nadine Müller

Die Hallenser Diskuswerferin Nadine Müller hat bei den zweiten großen Titelkämpfen zum zweiten Mal Silber gewonnen. Wie bei der WM im vergangenen Jahr verpasste die 26-Jährige auch bei der EM in Helsinki den Titel.

Mit 65,41 Metern landete die 1,93 Meter große Müller hinter Kroatiens Europameisterin Sandra Perkovic, die nach zwei ungültigen Versuchen mit der Goldweite von 67,62 Metern auftrumpfte. "Mit ihr muss man immer rechnen. Die kann auch im sechsten Versuch noch so einen raushauen", sagte Müller und ergänzte: "Das Training für Olympia hat zuletzt immer obenan gestanden. Helsinki war nur eine Durchgangsstation, und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden." Die erst 18-jährige Anna Rüh (Neubrandenburg) verpasste Bronze mit 62,65 Metern nur knapp und wurde Vierte. Fünfte wurde Julia Fischer (Berlin) mit 62,10 Metern.

Sensations-Gold für Sprint-Frauen

Überraschung am Sonntag: Die deutsche 4x100-m-Staffel der Frauen hat bei der EM in Helsinki die Goldmedaille geholt. Leena Günther (Köln), Anne Cibis (Mannheim), Tatjana Pinto (Münster) und Verena Sailer (Mannheim) setzten sich nicht zuletzt mit guten Stabwechseln vor den Niederlanden und Polen durch. Allerdings profitierten sie von einem Wechselfehler und dem Ausscheiden der favorisierten Ukrainerinnen. Die ersten drei DLV-Läuferinnen hatten für einen kleinen Vorsprung gesorgt, den Schlussläuferin Sailer verteidigte: "Ich hatte so viel Adrenalin - ich bin einfach nur gerannt."

DLV-Männer sprinten zu Silber

Nach den Frauen hat auch die deutsche Sprintstaffel der Männer für Furore gesorgt und EM-Silber gewonnen. Julian Reus (Wattenscheid), Tobias Unger (Stuttgart), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Lucas Jakubczyk (Berlin) mussten sich am Sonntag in 38,44 Sekunden den Niederländern geschlagen geben. Nur eine Hundertstel fehlte zu Gold. Schlussläufer Jakubczyk hatte auf der Zielgeraden noch die Franzosen eingeholt, in deren Reihe auch Einzel-Europameister Christian Lemaitre stand. Jakubczyk zu Silber: "Das ist der Lohn für die ganze Arbeit."

Gold für Bayer - Bronze für Staffel

Weitspringer Sebastian Bayer aus Hamburg hat für das sechste deutsche Gold bei dieser Leichtathletik-EM gesorgt. Der Hallen-Europameister sicherte sich den Titel im Freien mit 8,34 Metern - die er auch am Vortag in der Qualifikation geschafft hatte. Der Final-Wettkampf war allerdings ein Zitterspiel, denn die ersten beiden Sprünge waren zwar weit, aber ungültig. Nach einem Sicherheitssprung lief es dann besser. Für einen bronzenen Abschluss sorgte wenig später die 4x400-Meter-Staffel der Männer u.a. mit Eric Krüger (Magdeburg) und Schlussläufer Thomas Schneider (Dresden).

Zwei Medaillen für deutsche Stabhochspringer

Björn Otto
Björn Otto gewann Silber (Archivbild)

Im Stabhochspringen haben sich die drei deutschen Starter mit Favorit Renaud Lavillenie einen spannenden Vierkampf geliefert - und ihn knapp verloren. Silber ging an Björn Otto (Uerdingen), der eine persönliche Bestleistung schaffte (5,92 Meter). Weil ihm das erst im zweiten Versuch gelang, ließ er die vom Franzosen bewältigten 5,97 Meter aus. Bei 6,02 Meter rissen dann beide. Otto war zufrieden. Sein Erfolgsgeheimnis war ein verletzungsfreies Training im Winter: "Das zeigt sich nun in der Höhe." Bronze ging an Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/5,77 Meter) vor Malte Mohr (Wattenscheid/5,77 Meter).

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2012, 12:26 Uhr

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