Ringen | Olympia : Ringern droht das Olympia-Aus
1896 wurden die Olympischen Spiele der Neuzeit aus der Taufe gehoben. Bereits da gehörte Ringen zum olympischen Programm. Doch jetzt könnte die antike Sportart aus dem Programm der Olympischen Spiele verschwinden.
2020 soll Ringen aus dem Programm genommen werden, so die unerwartete Empfehlung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Im September könnte bei der IOC-Vollversammlung das Aus für das Ringen besiegelt werden. Die Ringerwelt reagiert geschockt. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sieht man nicht nur die Aufbauarbeit der letzten Jahre gefährdet.
Unverständnis in Thüringen
Der Chef des Jenaer Sportgymnasiums, Lutz Rösner sagte MDR THÜRINGEN, es sei ein schwerer Schlag für die Sportelite-Schule, an der auch Ringer ausgebildet werden. Es sei sehr schwer, jetzt etwas über die Zukunft zu sagen, so Rösner. An seiner Einrichtung gebe es eine Menge junger talentierter Ringer. Thüringen gelte in diesem Bereich als wichtiger Partner im Nachwuchsleistungssport und sei anerkannter Bundesstützpunkt vom deutschen Ringerbund. Noch sei ihm die Entscheidung des olympischen Komitees unklar und nicht nachvollziehbar, so Rösner.
Auch der Geschäftsführer des Landessportbundes Thüringen, Rolf Beilschmidt, ist von der IOC-Entscheidung überrascht. Beilschmidt sagte MDR THÜRINGEN, für den Thüringer Sport bedeute das einen großen Schock. Im Freistaat habe Ringen eine lange Tradition. Zunächst werde aber am Konzept für das Thüringer Sportgymnasium im laufenden Olympiazyklus für 2016 nichts geändert. Wenn 2016 tatsächlich Ringen das letzte Mal bei den olympischen Spielen dabei ist, müsse man schon über diese Sportart am Gymnasium nachdenken. Ein Schwerpunkt an der Einrichtung sei die Förderung olympischer Disziplinen.
Ratlosigkeit in Sachsen
Auch der sächsische Ringerverband hat geschockt auf die Entscheidung der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees reagiert. Verbandspräsident Benedict Rehbein sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, der Schritt sei nicht nachvollziehbar, zumal Ringen zu den Sportarten gehöre, auf die sich Olympische Spiele gründen. Dazu komme dass in Sachsen gerade jetzt der Nachwuchsbereich wieder mühsam aufgebaut wurde. Keiner wisse, wie es jetzt weitergehen soll, so Rehbein.
Sachsen-Anhalt sieht Sportart insgesamt bedroht
Der Präsident des Landesringerverbandes Sachsen-Anhalt, Andreas Heft, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es bestehe die Gefahr, dass die Sportart in der Bedeutungslosigkeit verschwinde. Sachsen-Anhalts Ringer hätten seit 2008 um ihre Anerkennung als olympische Fördersportart gekämpft. Erst in der vergangenen Woche sei eine Finanzierung zugesichert worden. Werde das wieder rückgängig gemacht, könne man unter anderem Trainer für den Nachwuchs nicht mehr beschäftigen.
3 Kommentare
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.
