Franziska Hentke
Franziska Hentke Bildrechte: IMAGO

Schwimmen | WM in Budapest Hentke bezwingt Medaillenfluch

Die Magdeburgerin Franziska Hentke hat die erste Medaille für die deutschen Schwimmer bei der WM in Budapest geholt. Zu Gold reichte es für die Weltjahresbeste über 200 Meter Schmetterling aber nicht. Philip Heintz enttäuschte. Auch für Marco Koch lief es nicht.

Franziska Hentke
Franziska Hentke Bildrechte: IMAGO

Europameisterin Franziska Hentke hat dem deutschen Schwimmteam bei der WM in Budapest die erste Medaille beschert. Die 28 Jahre alte Magdeburgerin gewann auf ihrer Paradestrecke über 200 Meter Schmetterling in 2:05,39 Minuten Silber. Gold ging an die spanische Olympiasiegerin Mireia Belmonte, Dritte wurde Ungarns Schwimmstar Katinka Hosszu.

"Endlich diese blöde Medaille"

Franziska Hentke
Hentke: "Einfach nur überglücklich" Bildrechte: IMAGO

"Ich bin einfach nur überglücklich. Ich habe Katinka gar nicht im Auge gehabt und mich nur an Belmonte orientiert. Ich bin einfach nur froh, dass ich zu einem Top-Event endlich meine Leistung abrufen konnte", sagte Hentke im ZDF und ergänzte später: "Es kann sein, dass ich sie noch bekommen hätte, wenn die Bahn fünf Meter länger wäre. Aber das ist jetzt scheißegal, ich habe endlich diese blöde Medaille." Auch Bundestrainer Henning Lambertz zeigte sich zufrieden: "Es hat lang genug gedauert. Ein Wahnsinnsrennen von Franzi. Es war wirklich knapp. Man hat ein bisschen gehofft, dass die Bahn noch zwei oder drei Meter länger ist."

Hentke sorgte für das erste deutsche Edelmetall in dieser Disziplin seit 16 Jahren. Damals hatte Annika Mehlhorn in Fukuoka Silber gewonnen.

Erste Medaille für Beckenschwimmer

In Budapest gewann Hentke die erste Medaille für die deutschen Schwimmer am fünften Tag der Beckenwettbewerbe. Zuvor hatte in der ungarischen Hauptstadt Wasserspringer Patrick Hausding Silber vom 3-Meter-Brett und Bronze mit Partner Sascha Klein im Turm-Synchronspringen geholt.

Heintz über 200 Meter Lagen nur Siebter

Philip Heintz
Philip Heintz: "auf den zweiten 100 Metern so was von gestorben" Bildrechte: IMAGO

Die Medaille angestrebte verpasst hat dagegen Philip Heintz. Über 200 Meter Lagen kam der 26-jährige Weltjahresbeste am Donnerstag nur auf Rang sieben. Heintz, der von Chefbundestrainer Henning Lambertz vor den Titelkämpfen als "heißestes Eisen im Feuer" bezeichnet wurde, war mit 1:57,43 Minuten rund anderthalb Sekunden langsamer als bei den deutschen Meisterschaften vor fünf Wochen in Berlin.

Gold holte der US-Amerikaner Chase Kalisz in Weltjahresbestzeit von 1:55,56 Minuten, vor Kosuke Hagino aus Japan und Shun Wang aus China.

"Ich bin heute auf den zweiten 100 Metern so was von gestorben, das habe ich noch nie erlebt", sagte Heintz nach dem Wettkampf. Er deutete an, dass er seinen körperlichen Zenit in diesem Jahr zu früh hatte, um überhaupt in Budapest dabei sein zu können. "Wir haben explizit die DM vorbereitet, weil wir wegen der hohen Norm nichts riskieren wollten. Jetzt bin ich Siebter der Welt, das ist besser, als wenn ich gar nicht dabei gewesen wäre", erklärte er.

Koch als Halbfinal-Elfter raus

Marco Koch, Schwimmer
Koch: "Bei jedem Zug Wasser hinten reinbekommen" Bildrechte: IMAGO

Krachend scheiterte Weltmeister Marco Koch bei seiner WM-Titelverteidigung: Der 27-Jährige verpasste über 200 Meter Brust in schwachen 2:09,61 Minuten als Elfter den Endlauf am Freitagabend. Favorit auf die Koch-Nachfolge ist Halbfinalsieger Anton Tschupkow aus Russland. Ein Riss an der Badehose habe Koch beim Rennen von Beginn an behindert. "Ich habe bei jedem Zug Wasser hinten reinbekommen. Am Gleiten liegt es nicht, ich weiß nicht, woran es liegt", sagte er im ZDF, blieb trotz der Pleite jedoch recht gelassen: "Ich bin immer noch der Meinung, wir sind auf dem richtigen Weg. Deswegen bin ich nicht so enttäuscht, wie man vielleicht meinen mag."

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" MDR FERNSEHEN | 27. Juli, 19.30 Uhr

dh/dpa/sid

Zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2017, 08:08 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.