Stephan Feck
Stephan Feck Bildrechte: imago/Agencia EFE

Schwimmen | Weltmeisterschaften Wasserspringer Feck verzichtet auf WM-Auftakt

Der Leipziger Stephan Feck verzichtet wegen eines gebrochenen Endgelenks am linken großen Zeh auf den WM-Auftakt der Wasserspringer vom Ein-Meter-Brett. Für ihn werde der erst 16 Jahre alte Berliner Lou Massenberg als zweiter Deutscher neben Rekordeuropameister Patrick Hausding am Freitag springen, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow am Donnerstag in Budapest. Die Schwimm-WM, bei der auch die Wasserspringer starten, findet vom 14. bis 30. Juli in der ungarischen Hauptstadt statt.

Stephan Feck
Stephan Feck Bildrechte: imago/Agencia EFE

Krönender Abschluss für Klein?

"Lou bekommt eine Chance, sich zu beweisen und kann Atmosphäre schnuppern", meinte Buschkow. Für Feck hat das Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett zusammen mit Hausding Priorität. Hausding startet bei der WM im Einzel vom Brett (1 und 3 m) und im Duett vom Brett und Turm. Der 28-Jährige will seinem Partner Sascha Klein (Dresden), der nach der WM seine Karriere beendet, im Turm-Synchronspringen einen krönenden Abschluss bescheren: "Er hätte es verdient, dass wir noch einmal auf das Treppchen kommen." 2008 gewann das Duo Olympia-Silber und 2013 WM-Gold.

Freiwasserschwimmer im Umbruch

Die deutschen Freiwasserschwimmer gehen bei der WM mit bescheidenen Zielen ins Rennen. Rekordchampion Thomas Lurz bastelt an seiner zweiten Karriere, Teamweltmeisterin Isabelle Härle zieht sich aus dem Leistungssport zurück, und das größte Talent Florian Wellbrock (SC Magdeburg) darf nicht starten. Der 19-Jährige, der bei der DM vor zwei Wochen über fünf Kilometer die Konkurrenz um Muffels deklassierte, darf im Balaton aber nicht schwimmen, weil er sich für die 1.500 m Freistil im Becken qualifiziert hat. "Mit ein bis zwei Medaillen wäre ich sehr zufrieden", erklärte Bundestrainer Stefan Lurz vor dem WM-Auftakt am Sonnabend im Balaton.

Bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften hatten die Langstreckenschwimmer immer mindestens viermal Edelmetall gewonnen. Ohne den zwölfmaligen Weltmeister Thomas Lurz, der vor zwei Jahren seinen Rücktritt erklärt hatte, und Ex-Europameisterin Härle, die 2013 und 2015 WM-Gold mit dem Team holte, lastet der Druck nun auf der nächsten Generation. Die Magdeburger Rob Muffels und Finnia Wunram gewannen vor zwei Jahren in Kasan schon Silber und Bronze über fünf Kilometer. Im Plattensee sollen sie sich aber auf die doppelte Distanz konzentrieren - um 2020 in Tokio auf den olympischen zehn Kilometern in die Weltspitze vorzustoßen.

Rob Muffels
Rob Muffels Bildrechte: IMAGO

Die beste Chance auf Edelmetall haben die DSV-Freiwasserschwimmer im neuen Staffelrennen, das den Teamwettbewerb ersetzt. Zwei Männer und zwei Frauen schwimmen jeweils 1,25 km. Eine Außenseiterchance hat auch die 41-jährige Ex-Weltmeisterin Angela Maurer über 25 Kilometer.

Keine Medaillenvorgaben für Schwimmer

Ein Jahr nach der Olympia-Enttäuschung von Rio haben die deutschen Schwimmer bei der WM in Budapest die Chance auf Besserung. Bei den Beckenschwimmern ruhen die Hoffnungen vor allem auf Weltmeister Marco Koch, Lagenspezialist Philip Heintz und Schmetterlings-Schwimmerin Franziska Hentke. Chefbundestrainer Henning Lambertz will aber keine Medaillenvorgaben machen. Seine Schwimmer greifen in der zweiten Woche in die Wettkämpfe ein.

Die mitteldeutschen WM-Starter

Athleten Disziplin
Franziska Hentke (Magdeburg) Beckenschwimmen
Aliena Schmidtke (Magdeburg) Beckenschwimmen
Marek Ulrich (Halle/Saale) Beckenschwimmen
Florian Wellbrock (Magdeburg) Beckenschwimmen
Finnia Wunram (Magdeburg) Freiwasserschwimmen
Marcus Herwig (Magdeburg) Freiwasserschwimmen
Rob Muffels (Magdeburg) Freiwasserschwimmen
Tina Punzel (Dresden) Wasserspringen
Louisa Stawczynski (Dresden) Wasserspringen
Friederike Freyer (Leipzig) Wasserspringen
Sascha Klein (Dresden) Wasserspringen
Timo Barthel (Dresden) Wasserspringen
Stephan Feck (Leipzig) Wasserspringen
Florian Fandler (Halle/Saale) Wasserspringen

Franziska Hentke
Franziska Hentke Bildrechte: IMAGO

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell - Das Nachrichtenradio MDR HÖRFUNK | 13.07.2017 | 11:40 Uhr

fth

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2017, 14:15 Uhr

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