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Eiskunstlauf | Biografie : Steuer zeigt erneut Reue - Hörmann macht Hoffnung

Ausgerechnet am Tag der Eröffnung der Olympischen Winterspiele erscheint die Biografie von Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer. In "Eiszeiten - vom Ehrgeiz getrieben" entschuldigt sich der Chemnitzer für seine Stasi-Vergangenheit. DOSB-Präsident Alfons Hörmann macht ihm Hoffnung für die Zukunft als Coach.

Ingo Steuer

Trainer Ingo Steuer geht mit seiner Biografie "Eiszeiten - vom Ehrgeiz getrieben" in die Offensive und entschuldigt sich für seine jahrelange Stasi-Mitarbeit. Die Aufdeckung vor Olympia 2006 in Turin als "IM Torsten" sei eine enorme Belastung gewesen. Am Ende habe er die öffentliche Enttarnung wie eine Befreiung empfunden, schreibt der 47-Jährige. Das Buch erscheint am Freitag zum Beginn der Winterspiele, bei denen der Chemnitzer mit den viermaligen Paarlauf-Weltmeistern Aljona Savchenko und Robin Szolkowy Gold holen will.

Hörmann will Erfolgstrainer nicht verlieren

"Wenn ich naiv war, so entschuldigt das nichts. Es tut mir leid, aber ändern kann ich es nicht mehr", schreibt Steuer. Das Problem des besten deutschen Eiskunstlauf-Trainers: Er darf wegen seiner Vergangenheit nicht mit öffentlichen Mitteln bezahlt werden. Der klammen Deutschen Eislauf-Union (DEU), die ihn gern honorieren würde, sind die Hände gebunden. Sie ist auf Gelder vom Bundesinnenministerium angewiesen, doch dort sieht man die Vergehen Steuers nach wie vor mehr als kritisch. Das Eis brechen könnte der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann. "Man mag zu Ingo Steuer stehen, wie man will: Er hat unzweifelhaft in der Vergangenheit bewiesen, dass er zu den Besten gehört und enorm wichtig für uns ist. Damit ist es ein Thema, dem wir uns mit dem Fachverband gemeinsam widmen müssen. Es wäre aus meiner Sicht schade, wenn ein solcher Mann nicht mehr für ein deutsches Paar Verantwortung trägen würde", sagte Hörmann der Nachrichtenagentur dpa.

Bisher habe es im DOSB dazu keinerlei Diskussionen gegeben. "Wir diskutieren in Deutschland über alle Altersklassen, Disziplinen und Leistungsebenen hinweg, dass wir nicht genügend hervorragende Trainer haben. Deshalb wäre es falsch, sich dieses Themas nicht anzunehmen, vor allem, wenn es um einen der besten Trainer geht", betonte Hörmann.

Zukunft im Ausland?

Erfolgstrainer Steuer hat viele Anfragen aus dem Ausland für die Zeit nach Savchenko/Szolkowy. Deutsche Nachwuchssportler können ihn kaum aus eigener Tasche bezahlen. Damit es auch ohne die viermaligen Europameister in Zukunft noch den Eislauf-besessenen Trainer in Chemnitz geben kann, hofft er inständig auf eine Lösung nach Olympia in der Frage der Bezahlung.

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2014, 18:27 Uhr

2. Reiner Arndt:
@1. Mr. N.: Jeder, der logisch denkt, muss es so sehen. Aber was ist in der deutschen Sportpolitik schon logisch? _ Sie werden es erleben: Falls ausgerechnet Steuers Schützlinge wieder eine Medaille erkämpfen, dann werden wir erneut Zeuge eines so unwürdigen wie schizophrenen Theaters: Der Staat schmückt sich mit einem Erfolg, für den er selbst NICHTS getan hat. Aber so macht man es ja mit den früheren DDR-Medaillengewinnern genauso: Zwar waren die nach offizieller Lesart alle Kollaborateure eines Verbrecherregimes und Dopingsünder sowieso, aber wenn es gilt, die magere BRD-Bilanz aufzubessern, werden die Olympiamedaillen von Roland Matthes, Katarina Witt oder Frank Ullrich gern stillschweigend mit vereinnahmt! Was für eine üble Heuchelei!
08.02.2014
16:16 Uhr
1. Mr. N.:
Mann kann die Sache mit der Stasi sehen wie man will und auch mal dem Herrn Steuer vergeben. Jedenfalls wenn man ihn wegen mangelnder möglicher Entlohnung ziehen lässt, dann ist das einfach nur dämlich. So eine Topkraft gibt's nicht nochmal in Deutschland. Echt schade wenn es nicht klappen sollte.
06.02.2014
21:37 Uhr

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