Wasserspringen | EM in Kiew Silberne Überraschung für Punzel und Freyer

Tina Punzel und Friederike Freyer haben am Sonntag einen weiteren Erfolg bei der Europameisterschaft der Wasserspringer in Kiew gefeiert. Im Synchronspringen vom Dreimeterbrett schoben sie sich im letzten Durchgang noch von Rang Vier auf Platz Zwei. Die Gesamtbilanz von Bundestrainer Lutz Buschkow fällt dennoch gemischt aus.

von Eric Jattke

Die Sportlerinnen aus Dresden und Leipzig zeigten den gesamten Wettkampf eine konstante Leistung. Lediglich beim dritten Sprung leistete sich Friederike Freyer ein paar Unsauberheiten beim Eintauchen. Mit einem starken zweieinhalbfachen Auerbachsalto mit einer Drehung im letzten Durchgang schoben sie sich noch an den Niederländerinnen Inge Jansen und Daphne Wils vorbei.

Besonders bitter war diese Entwicklung für die Britinnen Katherin Torrance und Grace Reid, die den gesamten Wettkampf über auf den zweiten Platz lagen. Doch mit fehlender Synchronität im vierten Durchgang leisteten sie sich einen Fehler zuviel. In souveräner Manier gewannen die Russinen Nadeschda Baschina und Kristina Ilinych den Wettbewerb. Ihr ganzes Können zeigten die beiden noch einmal im letzten Durchgang, als sie mit ihrem Sprung 71,10 Punkte bekamen.

Französischer Sieg im Männerfinale

Beim Meisterschaftshöhepunkt, dem 10-Meter-Turmspringen der Männer, gab es einen französischen Sieg. Benjamin Auffret aus Paris sicherte sich mit 511,75 Punkten die Goldmedaille vor dem Russen Viktor Minibajew (493,25). Die beiden lieferten sich den gesamten Wettkampf über einen spannenden Zweikampf um die Führung. Doch auch der erst 19-jährige Matthew Lee aus Großbritannien setzte mit herausragenden Sprüngen und einem dritten Platz ein Ausrufezeichen.

Die beiden deutschen Springer Florian Fandler aus Halle und Timo Barthel aus Dresden, die zuvor knapp das Finale erreicht hatten, kamen am Ende auf die Ränge Elf und Zwölf.

Bundestrainer mit gemischter Bilanz

Mit den Ergebnissen vom Sonntag geht eine Europameisterschaft zu Ende, die dem DSV nicht nur in guter Erinnerung bleiben dürfte. Bis zum letzten Tag standen drei Medaillen auf der Habenseite - keine einzige davon in einer olympischen Disziplin. Besonders enttäuschend dürfte der Wettkampf für Patrick Hausding gewesen sein. Der Rekordeuropameister musste zum ersten Mal seit neun Jahren auf einen Titel verzichten. Für ihn gab es am Ende "nur" eine Silbermedaille vom Einmeterbrett.

Patrick Hausding
Blieb unter seinen eigenen Erwartungen - Patrick Hausding wollte vier Medaillen in Kiew gewinnen. Bildrechte: IMAGO

In Anbetracht dieser Ergebnisse zog auch der Chefbundestrainer Lutz Buschkow eine gemischte Bilanz. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte Buschkow: "Es gab viele kleine Gründe, dass es keine Medaille in den olympischen Disziplinen gab. Das ist ein Manko. Wir haben ungefähr vier Medaillen liegen lassen". Trotzdem richten sich nun die Blicke nach vorne. In einem Monat steht die Weltmeisterschaft in Budapest an. Cheftrainer Buschkow gibt denn auch schon einmal die Marschrichtung vor: "Wir haben noch ein bisschen Luft bis zur WM, um dort um möglichst viele Finalplätze und um ein oder zwei Medaillen mitspringen zu können."

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" am 18.06. 2017 um 19.30 Uhr.

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2017, 16:46 Uhr

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