Ein bespielter Basketballkorb und davor die Logos der drei Mitteldeutschen Vereine: Science City Jena, Mitteldeutscher Basketball Club und Oettinger Rockets Gotha
Bildrechte: Colourbox.de/MDR.DE

Basketball | Bundesliga Ein Trio für den Klassenerhalt

Am Freitag beginnt die Basketball-Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Erstmals sind drei Teams aus Mitteldeutschland mit von der Partie. Wir werfen einen Blick auf die Vereine und die bevorstehende Saison.

von Julien Bremer

 Ein bespielter Basketballkorb und davor die Logos der drei Mitteldeutschen Vereine: Science City Jena, Mitteldeutscher Basketball Club und Oettinger Rockets Gotha
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Rockets setzen auf junge deutsche Talente

Sava Lesic von den Gotha Rockets in Aktion
Die Rockets erwarten nicht nur die Rückkehr von Sava Lesic sehnsüchtig. Bildrechte: imago/HMB-Media

Nach dem Aufstiegskrimi gegen Chemnitz stehen die Rockets aus Gotha nun vor ihrer Premierensaison in der BBL. Doch von den Aufstiegshelden der vergangenen Spielzeit sind mit Robert Oehle, Darrel Mitchell und Dane Watts nur drei geblieben. Besonders der Abgang von Max DiLeo zu den RheinStars nach Köln dürfte die Thüringer schmerzen.

Das Team wurde komplett neu zusammengestellt. Dabei setzten die Raketen vor allem auf junge deutsche Spieler, wie Andreas Obst und Niklas Wimberg und wollen damit die Klasse halten. Mit Sava Lesic, Retin Obasohan und Ekene Ibekwe verpflichteten die Gothaer nur drei ausländische Spieler. Ursprünglich wäre es noch einer weniger geworden, denn die Verpflichtung von Ibekwe dürfte dem langen Ausfall von Dane Watts geschuldet sein.

Den Raketen gehen die großen Jungs aus

Apropos Verletzungen: In der Vorbereitung verging fast keine Woche, in der sich nicht ein weiterer Spieler verletzt abmeldete. Besonders auf den großen Positionen herrscht große Not, da mit Watts, Lesic, Wimberg und Richter fast alle Big Men langfristig ausfallen. Auch fürs Training musste Coach Ivan Pavic kreativ werden, denn er konnte kaum 5 gegen 5 spielen lassen, weil ihm einfach die Leute fehlten.

Aber der Trainer nimmt die aktuelle Situation sportlich und gibt sich trotzig: "Dann sind wir eben gezwungen, klein zu spielen. Das ist keine Weltneuheit". Für die Raketen dürfte wichtig sein, den Saisonstart so gut es geht zu überstehen, bis die Verletzten zurückkehren. Dann haben sie mit Neuzugang Lesic, Aufbauspieler Mitchell und Youngster Obst aber durchaus das Potenzial, das Saisonziel Klassenerhalt zu meistern. Diesen wollen sie am liebsten so früh wie möglich in ihrer Heimspielstätte in Erfurt feiern. Denn auch in dieser Saison tragen die Rockets ihre Heimspiele in der Messehalle aus.

MBC freut sich auf die Rückkehr ins Oberhaus

Sergio Thomas Kerusch (Mitteldeutscher BC, 7)
Sergio Kerusch braucht nach seiner Krebsbehandlung noch Zeit. Bildrechte: IMAGO

Nach einem beeindruckenden Jahr in der Pro A kehren die Wölfe wieder zurück ins Oberhaus und wollen dort auch bleiben. Der Klassenerhalt ist das Ziel für die Weißenfelser und dafür konnten sie drei Säulen der vergangenen Saison halten: Marcus Hatten, Sergio Kerusch und Djordje Pantelic. Bei Andrew Warren gab es keine Einigunge zwischen Verein und Spieler, sodass der Go-to-guy der vergangenen Saison nicht mehr zum Team zählt.

Aber mit Neuzugang Djordje Drenovac aus Skopje und Rückkehrer Malte Schwarz sind die Wölfe gut aufgestellt für die neue Saison. Auch auf der Trainerbank gab es eine Veränderung: Dirk Dittrich hat den Verein in Richtung Österreich verlassen. Er wird durch Aleksandar Scepanovic ersetzt.

Vorbereitung mit Schicksalsschlag für die Wölfe

Die Vorbereitung bei den Wölfen wurde von der Krebsdiagnose bei Sergio Kerusch überschattet. Dieser gibt sich kämpferisch und will dem Team schon bald wieder auf dem Court weiterhelfen, der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist aber noch ungewiss. Dennoch ist der Verein durch diesen Schock enger zusammengerückt und wird mit Kampf und Leidenschaft versuchen, möglichst viele Punkte einzusammeln.

Denn auch in Weißenfels steht das Ziel Klassenerhalt an erster Stelle. Auch wenn die Mannschaft in der Vorbereitung noch weit von der Bestform entfernt war, ist das Potenzial dafür vorhanden.

Science City Jena vor schwerem zweiten Jahr

In seine zweite Saison in der BBL geht Science City Jena. Obwohl die Thüringer eine sehr gute 1. Saison in der Bundesliga spielten und einige Akteure auf sich aufmerksam machten, konnten die Thüringer zahlreiche Spieler halten. Darunter auch Leistungsträger wie Scharfschütze Julius Jenkins oder Routinier "Imac" McElroy. Aber noch immer schmerzt der Verlust von Marcos Knight, eine der Überraschungen der vergangenen Saison. "Einen Spieler wie ihn mit unserem Budget zu bekommen, das passiert einmal alle zehn Jahre.", sagte Jenas Coach Björn Harmsen.

Michael Fleischmann (Chemnitz 99, 21) und Max Ugrai (Science City Jena, 5)
Maximilian Ugrai (rechts) hat bei Trainer Björn Harmsen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Bildrechte: IMAGO

Dennoch zeigt sich der Trainer zufrieden mit der Kaderzusammenstellung. Denn mit Skyler Bowlin kommt ein schneller Guard aus Gießen dazu. Besonders angetan ist Harmsen von Maximilian Ugrai, der aus Würzburg kam. "Mit seiner Spielintelligenz und seiner fokussierten Arbeit, hat er mich sehr beeindruckt", freut sich Harmsen über den A2-Nationalspieler.

Die Homogenität ist Jenas größter Faktor

Der Trainer freut sich vor allem über die Homogenität der Mannschaft, die ihm besonders wichtig ist. Dennoch wird es für Jena mit seinem geringen Budget auch in der zweiten BBL-Saison in erster Linie um den Klassenerhalt gehen. "Das wird schwerer als in der letzten Saison", ist sich Harmsen sicher.

Da könnte er nicht ganz unrecht haben, denn mit dem Rückzug von Phoenix Hagen und mit Rasta Vechta als Punktelieferant, war es in der vergangenen Saison nicht ganz so schwer, die Klasse zu halten. Das wird nächstes Jahr anders werden. Aber die Voraussetzungen für Jena sind dennoch gut. Die Mannschaft hat eine gute Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Unbekümmertheit.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Oktober 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 16:21 Uhr

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