Eishockey | DEL2 Viele Fragezeichen vor dem Saisonstart

Am Freitag startet die zweithöchste deutsche Eishockey-Liga in die neue Saison. Wie steht es um die drei mitteldeutschen Teams? MDR.DE hat sich die Mannschaften einmal genauer angeschaut.

DEL2: Dresdner Eislöwen, Lausitzer Füchse, Eispiraten Crimmitschau, Eishockey
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Alles auf Null für die Eispiraten Crimmitschau

Für die Eispiraten Crimmitschau war die vergangene Spielzeit eine Saison zum Vergessen. Unkonstante Leistungen, nur 14 Saisonsiege und Unruhe auf der Trainerbank wurden letztlich mit der Roten Laterne quittiert. Zwar schaffte es Crimmitschau in der zweiten Playdown-Runde noch, den Abstieg zu vermeiden, trotzdem war die Saison mehr als ein lautstarker Weckruf.

Für die neue Saison wurde mit Kim Collins ein erfahrener Trainer verpflichtet. Der 55-Jährige wird auch die Funktion des Sportlichen Leiters übernehmen. Auf der Liga-Internetseite machte Collins bereits die Marschroute für sein Team deutlich: "Das Crimmitschauer Eishockey soll möglichst schnell zurück in die Erfolgsspur. Dabei ist es mir auch egal, ob wir im Training 70 oder 90 Minuten auf dem Eis stehen. Hauptsache jeder arbeitet hart und ist diszipliniert, damit wir unsere Ziele erreichen."

Ein Mannschaftsfoto der Eispiraten Crimmitschau.
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Personell wird in Crimmitschau eine stark erneuerte Mannschaft auf dem Eis stehen. So hat sich beispielweise der bisherige Stammkeeper Ryan Nie Ex-Trainer John Tripp angeschlossen und ist mit ihm nach Glasgow gewechselt. Die Lücke im Eispiraten-Kasten soll vom Kanadier Olivier Roy gefüllt werden. Auf den Feldspielerpositionen konnten einige Leistungträger gehalten werden, für die restlichen Plätze wurde gezielt neu verpflichtet. So verstärkt beispielsweise der Deutsch-Kanadier Jordan Knackstedt die Offensive, hinten soll Ales Kranjic für mehr Stabilität sorgen.

Der erste Spieltag bietet einen gute Gelegenheit, für die neuen Spieler und den neuen Trainer zu zeigen, was die durchwachsene Vorbereitung letztlich gebracht hat. Gegner ist am Freitag der Aufsteiger Bad Tölz.

Können die Eislöwen ihre Erfolgssaison wiederholen?

Die Dresdner Eislöwen erlebten in der vergangenen Saison ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite stand mit Platz vier die erfolgreichste Hauptrunde in der Vereinsgeschichte, auf der anderen Seite das enttäuschende Aus in der ersten Playoff-Runde gegegen den ESV Kaufbeuren. Die Verarbeitung dieser Enttäuschung musste im Frühling und Sommer ohne den bisherigen Cheftrainer stattfinden, denn Bill Stewart folgte einem Lockruf aus der DEL.

Kurz darauf wurde allerdings der erfahrene Franz Steer als neuer starker Mann an der Bande unter Vertrag genommen. Bei der Kaderplanung für die anstehende Saison mussten er und die Eislöwen allerdings gleich einen Dämpfer hinnehmen. Der Grund: Die Kölner Haie aus der DEL beendeten die Zusammenarbeit. "Aus strategischen Gründen", wie es hieß. Da es bislang auch keinen anderen Kooperationspartner aus der DEL gibt, wird es in der neuen Saison wohl keine Förderlizenzspieler wie bisher geben.

Dresdner Eislöwen
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Auch ohne Förderlizenzen hat sich im Kader der Eislöwen einiges getan. Das Torhüter-Trio, angeführt vom großen Talent Marco Eisenhut, ist gänzlich neu. Auch in der Abwehr müssen sich die Fans auf neue Gesichter einstellen. Um u.a. den Abgang des besten DEL2-Verteidigers Mirko Sacher zu kompensieren, wurden mit Steve Hanusch, Gustav Veisert und Shawn Boutin drei fähige Defensivkräfte verpflichtet. Im Angriff wiegt vor allem der Verlust von Brendan Cook schwer. Der Eislöwen-Topscorer verkündete im Frühjahr überraschend sein Karriere-Ende, obwohl der Vertrag erst Ende 2016 verlängert wurde.

Um die entstandenen Lücken im Kreis der Führungspieler zu schließen, wurden erfahrene Spieler wie Thomas Pielmeier verpflichtet. Mehr als 400 DEL-Spiele hat der 30-Jähriger Flügelspieler auf dem Buckel. Der Kader wurde jedoch nicht nur mit Routiniers aufgefüllt, sondern auch durch junge Talente aus den U-Nationalmannschaften, was es Trainer Franz Steer zur Aufgabe macht, eine schlagkräftige Truppe aus dem bunten Spielermix zu formen. Ob das gelingt, wissen wir ab Freitag, wenn das Auftaktspiel gegen die Kassel Huskies ansteht.

Auf ein Neues mit dem "Trainer des Jahres" in der Lausitz

Die Lausitzer Füchse haben am ersten Spieltag noch spielfrei. Wegen des Stadion-Neubaus beim ESV Kaufbeuren steigt Weißwasser erst am Sonntag in den Liga-Betrieb ein. Die große Frage wird sein, ob die Füchse die starken Ergebnisse der Vorsaison wiederholen können. Die endete in der Hauptrunde auf Platz sechs und der damit verbundenen direkten Playoff-Teilnahme. Zwar schied Weißwasser dort gegen die Kassel Huskies aus, dennoch weckten die Leistungen Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz.

13 Spieler haben den Club unter anderem in Richtung DEL oder schwedische Liga verlassen. Darunter auch die vier besten Torschützen, die insgesamt mehr als die Hälfte aller Weißwasser-Tore erzielten. Die wichtigste Personalie, der amtierende "Trainer des Jahres" Hannu Järvenpää, blieb den Füchsen aber treu und setzt bei den Neuzugängen vor allem auf Engagement: "Wir können nicht davon ausgehen, dass die neuen Spieler Hayes, Swinnen oder Parkkonen eins zu eins ersetzen. Ich vertraue aber darauf, dass die Neuen alles für die Füchse geben werden - und ein paar Tore werden sie mit Sicherheit auch schießen", so Järvenpää auf del-2.org.

Lausitzer Füchse
Bildrechte: Lausitzer Füchse

Die Kooperation mit den Eisbären Berlin steht weiter als Konstante für die Kaderplanung zur Verfügung. So wird das Torhüter-Duo Marvin Cüpper und Maximilian Franzreb weiter per Förderlizenz zwischen den Füchse-Pfosten stehen. Im Tor gibt es also kaum Veränderungen in der Lausitz, anders sieht das in der Offensive und Defensive aus. Zwar ist ein Teil der bewährten Abwehr weiter in Takt, dennoch wurde u.a. mit dem Kandier Christopher Owens aus der EBEL personell nachgelegt.

Offensiv setzen die Füchse auf eine Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Neuzugängen. So ging beispielsweise Adam Penc aus einem Sichtungscamp hervor. Der 17-Jährige gilt als großes Talent, kam in der Vorbereitung aber auch als Förderlizenzspieler beim Oberligisten VER Selb zum Einsatz. Dazu kommt mit Anders Eriksson ein Schwede ins Team, der den Füchsen mit seiner Erfahrung aus mehr als 200 Einsätzen in der ersten schwedischen Liga sicher weiterhelfen wird. Insgesamt ergibt das einen guten Mix aus Erfahrung und Frische, den Hannu Järvenpää ab dem 2. Spieltag in die richtige Bahn lenken muss.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 14. September 2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 22:54 Uhr

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