Fußball | Bundesliga Orban fliegt und RB Leipzig verliert in München

10. Spieltag

von Matthias Löffler & Markus Teichmann (München)

Auch nach dem vierten Duell gegen den FC Bayern München innerhalb von gut zehn Monaten steht RasenBallsport Leipzig mit leeren Händen da. James Rodriguez und Robert Lewandowski sorgten für die 0:2 (0:2)-Niederlage. RB-Kapitän Willi Orban war schon in der 13. Minute vom Platz geflogen.

Schiedsrichter Daniel Siebert zeiht nach dem Videobeweiss die rote Karte gegen Willi Orban (RB Leipzig 4)
Bildrechte: IMAGO

Der Kapitän muss runter

Auf je drei Positionen veränderten beide Trainer ihre Mannschaften. Für Bernardo, Kevin Kampl und Jean-Kevin Augustin starteten bei den Sachsen Lukas Klostermann, Diego Demme und Timo Werner. In der Anfangsphase tauchte der Rekordmeister durch zwei Javier-Martinez-Kopfbälle nach Eckbällen erstmals vor dem RB-Gehäuse auf (3./9.). Werner köpfte bei der einzigen RB-Ecke der Begegnung über das Gehäuse (8.).

FC Bayern - RB Leipzig in Bildern

 v.l.: Aufstellung der Mannschaften von RB Leipzig und Bayern München
RB Leipzig hatte sich viel vorgenommen, damit in München die Revanche für das DFB-Pokal-Aus gelingt... Bildrechte: Picture Point
 v.l.: Aufstellung der Mannschaften von RB Leipzig und Bayern München
RB Leipzig hatte sich viel vorgenommen, damit in München die Revanche für das DFB-Pokal-Aus gelingt... Bildrechte: Picture Point
Schiedsrichter Daniel Siebert zeiht nach dem Videobeweiss die rote Karte gegen Willi Orban (RB Leipzig 4)
... doch schon in der 13. Minute gab es für Willi Orban die Rote Karte wegen Foulspiels als letzter Mann. Bildrechte: IMAGO
Willi Orban (4,RB Leipzig) verlässt nach Platzverweis das Feld
Orban verließ das Spielfeld mit gesenktem Haupt. Bildrechte: Picture Point
James Rodriguez jubelt nach dem Treffer zum 1:0 für München
In der 19. Minute zahlte sich die Überzahl für den Rekordmeister aus. James Rodriguez traf zum verdienten 1:0. Bildrechte: IMAGO
 v.l.: Thiago (6,Bayern) und Marcel Sabitzer (7,RB Leipzig)
Leipzig spielte mit viel Einsatz, doch viel gelang nicht. Marcel Sabitzer (re.) kam z.B. kaum zur Entfaltung und bliebt weitgehend hinter den Erwartungen zurück. Bildrechte: Picture Point
v.l.: Javi Martinez (8, Bayern)  und Yussuf Poulsen (9,RB Leipzig)
Auch Poulsen (re.) tat sich schwer und konnte seine enorme Schnelligkeit kaum einmal einbringen. Bildrechte: Picture Point
Tor für Bayern. Torwart Peter Gulacsi (RB Leipzig) streckt sich vergebens beim Schuss von James Rodriguez
Bayern machte es besser und erhöhte durch Robert Lewandowski auf 2:0. Es war das zehnte Saisontor des Polen. Bildrechte: Picture Point
Trainer Ralph Hasenhüttl ist enttäuscht
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl musste einsehen, dass es zu zehnt gegen den FC Bayern nichts zu holen gibt. Bildrechte: Picture Point
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Dann die Schlüsselszene der Partie: Arjen Robben lief Richtung Tor, legte sich den Ball recht weit vor und Orban foulte ihn als letzter Mann an der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Daniel Siebert bemühte den Videobeweis, anschließend gab er Rot und Freistoß (13.). Vergangenes Jahr hatte Emil Forsberg in der ersten Hälfte in München glatt Rot gesehen, am vergangenen Mittwoch war Naby Keita mit Gelb-Rot vorzeitig unter die Dusche geschickt worden.

Bayern dominieren in Überzahl

Der Niederländer Robben zündete kurz darauf über rechts den Turbo, legte zu James Rodriguez und der Kolumbianer vollendete aus zehn Metern - 0:1 (19.). Peter Gulacsi rettete mehrfach (13./24./25.), doch in der 38. Minute war auch der Ungar machtlos. Martinez spielte genau in die Schnittstelle und Torjäger Lewandowski vollendete aus 16 Metern ins rechte untere Eck - 0:2 (38.). Dabei verletzte sich der Pole am Oberschenkel und wurde von Vidal ersetzt.

James Rodriguez jubelt nach dem Treffer zum 1:0 für München
James Rodriguez jubelt nach seinem Treffer. Bildrechte: Picture Point

Ereignisarme zweite Hälfte

Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Gastgeber ihre Führung und wurden nur noch punktuell gefährlich. David Alaba traf das Außennetz (49.). Robben (58./71.) und erneut Alaba (60.) scheiterten, Coach Jupp Heynckes war wenig amüsiert. Bruma war Sekunden nach Wiederanpfiff mit dem ersten Schuss aufs Tor von Sven Ulreich zur Stelle (46.). Beide Teams schienen mit zunehmender Spieldauer ihre Kräfte für die Champions-League-Aufgaben am Dienstag (München bei Celtic) und Mittwoch (RB in Porto) zu schonen. Mit dem siebten Saisonsieg erobern die Bayern erstmals in dieser Spielzeit die Tabellenspitze, RB Leipzig bleibt auf dem dritten Rang. In den Schlussminuten musste Keita nach einem Zweikampf mit Thiago mit Schmerzen im Fuß vom Feld (85.) und RB kickte nur noch mit neun Mann, da alle drei Wechsel bereits getätigt waren.

Das sagten die Trainer:

Ralph Hasenhüttl (Leipzig): "Glückwunsch an Jupp und seine Jungs zum Sieg und zur Tabellenführung. Das ging ja ziemlich schnell nach seinem Amtsantritt. Der FC Bayern hat heute zu recht gewonnen. Wir waren nach 13 Minuten mit dem Spiel am Ende, auch mit dem Kopf. Die Rote Karte war regelkonform und nach dem Gegentreffer haben wir auf Verwaltungsmodus umgeschaltet. Der FC Bayern hat dann auch einen Gang rausgenommen, das ist schade für die Zuschauer."

Jupp Heynckes (München): "Man muss bedenken, dass wir beide schon 120 harte Spielminuten hinter uns hatten. Wenn dann der Gegner in der 13 Minute eine Rote Karte bekommen, ist es klar, dass der Gegner einen Nachteil hat. Wir hätten noch zwei Tore mehr erzielen können, aber das war primär heute nicht wichtig. Wir haben jetzt die Champions League und danach das Gipfeltreffen in Dortmund, Die Regenerationszeit ist sehr knapp. Von der daher war es richtig, wie wir heute gespielt haben."

Trainer Ralph Hasenhüttl ist enttäuscht
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. Oktober 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2017, 21:31 Uhr

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87 Kommentare

30.10.2017 20:49 Bernd 87

@Leonhard, die Frage ist ob sich Lewandowski beim Beifall klatschen verletzt hat. Aber das war am Mittwoch und wohl auch am Samstag so, Fouls die gegen den FCB gepfiffen werden versteht man dort als Majestätsbeleidigung andersherum fordert man gelbe und rote Karten. Habe mal gehört dass das nicht den Regeln entsprechen würde. Aber eventuell gibt es da die Lex Bayern.

30.10.2017 19:35 Leonard 86

Nach der Roten Karte klatscht Lewandowski auch noch Beifall. Unfairer geht es nicht. Der sogenannte Star ist völlig abgehoben.

30.10.2017 13:14 Sr.Raul 85

Kann ich mitgehen, @84 (Roter Bulle), vom Denkansatz her. Den Gegenwert zum Kartenpreis in Sachen Spektakel, kann man aber wohl nur im Zirkus zu Recht erwarten. Die Bayern haben ja nach der Führung auch genau so agiert, weil in gleicher Lage. Aber auch Das, reine Ansichtssache. Ich gewinne lieber nicht so dolle mit 1:0, als nach Galavorstellung mit 0:1 zu verlieren. Und mit den vorkommenden leichten Fallern, wer dankt das Nichtfallen und regelt entsprechend? Gab schon so viele Foul-Szenen wo im 16er versucht wurde oben zu bleiben, kein Tor zustande und kein berechtigter Pfiff kam.

30.10.2017 12:07 Roter Bulle 84

@Sr. Raul
Was ist anstrengender Training oder Spiel? Habe Handball gespielt und fand Training anstrengender als Spiel. Im Gegensatz zu Handball ist in der Tat Fußball was für Weicheier. Wenn man im Handball so fällt wie Robben, Levandowski und leider manchmal auch Poulsen und Augustin, dann erntet man nur Gelächter (auch von den eigenen Leuten).
Stark dagegen das Tor von Werner gegen Hamburg. Zweimal versucht umzutreten aber nicht gefallen und das Tor gemacht. Schade für ihn wegen Schalke. Hätte er Bruma und Werner ab der Roten gebracht, wären die ideal fürs Kontern gewesen. Aber nein, Vorsicht ist halt die Mutter der Porzellankiste. Das will ich als Zuschauer aber nicht sehen. Ich will Spektakel, auch wenn es dann 2:6 endet.

30.10.2017 11:17 Einer von 7500 83

Bayern Support war grottig. Das kommt dabei raus, wenn man übersättigt ist. Stimmung nur bei Toren und roten Karten. Verlassen 15 Minuten vor Schluss trotz eigener Führung das Stadion. Da lob ich mir mein Leipzig.

30.10.2017 11:09 Sr.Raul 82

Feinste griechische Tragödie, @1 (Ossi) und danke, dass ausgerechnet der SK Dankert in dem Stück mitspielen darf. Hat er sich nach der "RaBa-Benachteiligung" am 3.12.2016 durchaus verdient. @80 (Roter Bulle), für mich logisches Agieren. Nach ca.15 min. in Unterzahl, 72 h vorher über 120min. gegangen, 04 d drauf, incl. Anreise, das nächste Spiel. Obwohl, gestern beim Handball vs.E der Kommentator-Hinweis auf BuLi DHfK vs. R-N Löwen mit dem Hinweis, dass die "Löwen" 24 h später CL vs. Barca spielen. Kicker doch zu weich, zu verwöhnt?

30.10.2017 10:30 Lieselotte Müller 81

da hasst du recht #79leonhart!
Jezte hat der Keitha bestimmt den schwarzen peter bei den Schietsrichtern!
#80 Roter bulle! Du hasst einen komischen Nammen. Wir im Vogtland haben 1989 die roten Bullen verjagd!

30.10.2017 09:50 Roter Bulle 80

Ab der roten Karte in Verwaltungsmodus zu fallen, war gegenüber den vielen mitgereisten Fans nicht in Ordnung. Warum nicht die zweite Reihe einwechseln und auf Konterfußball setzen. Ich erwarte gegen Porto und Hannover ein Offensivfeuerwerk. So viel Kilometer dürften ja nun nicht in den Beinen stecken.

30.10.2017 09:26 Leonard 79

Keith wird getreten ohne und die Gegner werden nicht bestraft. Da fragt man sich wozu der Schiedsrichter da ist.

30.10.2017 08:50 Klatschpappe 78

Es gibt ein Wiedersehen in Leipzig mit Bayern. Freue mich schon drauf. Ach ja, klar trinken wir Red Bull, sonst würden wir ja bei den Gekicke der anderen Mannschaften einschlafen. Ansonsten zahlen wir keinen Eintritt und trinken Champagner statt Bier.
Eventi's halt, die immer gut drauf sind.