v.l.: Nicolas Höšfler (SC Freiburg), TorschŸütze Diego Demme (RB Leipzig), Marc - Oliver Kempf (SC Freiburg) und Torwart Alexander Schwolow (SC Freiburg). ,
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Fußball | Bundesliga RB Leipzig ist in Europa dabei

29. Spieltag

Die Jubelwochen bei RB Leipzig gehen weiter. Am Sonnabend gewannen die RB-Kicker auch das Aufsteigerduell gegen Freiburg - und das äußerst souverän. Europa League und Champions-League-Quali sind damit sicher.

von Dirk Hofmeister und Sven Kups (Leipzig)

v.l.: Nicolas Höšfler (SC Freiburg), TorschŸütze Diego Demme (RB Leipzig), Marc - Oliver Kempf (SC Freiburg) und Torwart Alexander Schwolow (SC Freiburg). ,
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Der Siegeslauf von RB Leipzig geht weiter. Beim 4:0 (2:0) im Aufsteigerduell gegen Freiburg feierte RB am Sonnabend den vierten Sieg in Serie. Nach 19 Saisonsiegen hat das Team von RB-Coach Hasenhüttl nun fünf Spieltage vor Saisonende 20 Punkte Vorsprung auf Rang sechs - die Europa League und die Champions-League-Quali sind damit auch rechnerisch sicher. Freiburg bleibt trotz der Niederlage auf dem sechsten Platz und damit ebenfalls auf Europa-Kurs. Die Breisgauer profitieren von Patzern der Konkurrenz aus Köln und Mönchengladbach.

Spielfreudige Freiburger treten ganz untypisch auf

v.l.: Mike Frantz (SC Freiburg) und Torwart Peter Gulacsi (RB Leipzig)
Freiburgs Frantz scheitert an Gulacsi. Bildrechte: Picture Point

Der Tabellenzweite aus Leipzig machte den Sieg gegen Freiburg bereits in der ersten Halbzeit perfekt. Gegen die Breisgauer, die im Gegensatz zum eigentlich charakteristischen Offensivfußball sehr defensiv nach Leipzig kamen, dominierte RB von Beginn an. In der ersten Hälfte hatte der Gastgeber vor 41.446 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Stadion teilweise Ballbesitzphasen von rund 75 Prozent. Bereits zeitig hätte RB führen können: Diego Demme, der erstmals in der Bundesliga als Kapitän auflief, scheiterte aber an Freiburg-Keeper Alexander Schwolow (10.). Auch Bernardo (12.), Yussuf Poulsen (15.) und Timo Werner (27.) vergaben aus guter Position.

Freiburg beschränkte sich auf Abwehrarbeit und das Warten auf Konter. Zwei Patzer der RB-Defensive verhalfen dem Team von SC-Coach Christian Streich dann auch zu Chancen: Mike Frantz scheiterte an RB-Keeper Peter Gulacsi, nachdem sich Abwehrspieler Marcel Halstenberg verschätzte (25.). Dann konnte Florian Niederlechner einen Fehler von Gulacsi nicht nutzen, aus schwieriger Position traf er das leere Tor nicht. (30.)

Poulsen und Werner bringen RB auf Kurs

Tor für Leipzig. Timo Werner (RB Leipzig) erzielt das 2:0
Werner trifft zum 2:0 Bildrechte: Picture Point

Noch vor der Pause brachten Poulsen und Werner die Leipziger auf die Siegerstraße. Zunächst traf Poulsen, in der Vorwoche noch Matchwinner gegen Leverkusen, per Kopf (35.). Nach einem langen Pass von Emil Forsberg nutzte der Däne eine Unachtsamkeit von Gegenspieler Caglar Söyüncü. Für Poulsen war es der dritte Saisontreffer, Forsberg schraubte seine unglaubliche Assist-Statistik auf nun 17 Vorlagen in die Höhe. Beim 2:0 sammelte dann Poulsen einen Assist-Zähler. Nach einem abgefangenen Freiburger Einwurf schaltete RB ganz schnell um. Eine Ballstafette über Dayot Upamecano, Naby Keita und Yussuf Poulsen landete bei Werner. Der beste deutsche Stürmer in der Bundesliga vollendete den Konter sicher zu seinem 16. Saisontor (42.).

Demme verliert bei Torpremiere einen Zahn

v.l.: Lukas KŸbler / Kuebler (SC Freiburg) verletzt Diego Demme (RB Leipzig)
Demme (re.) geht nach der verunglückten Abwehraktion von Höfler zu Boden. Bildrechte: Picture Point

Mit dem 2:0 war die Partie praktisch gelaufen. Freiburg wechselte zur Pause zwar Nils Petersen und damit den Top-Joker der Bundesliga ein, offensiv brannte der Gast aus dem Südwesten aber nur ein Strohfeuer ab. Naby Keita sorgte in der 51. Minute für die Entscheidung. Nach einem Solo suchte er den Doppelpass mit Poulsen, der Ball sprang schließlich von einem Freiburger Abwehrbein zurück, Keita traf aus 16 Metern sicher ins rechte Dreiangel. Mit dem 0:3 überließ RB den Gästen mehr und mehr das Mittelfeld, Kapital konnten die Freiburger aber daraus nicht schlagen. Nur einmal kam das Streich-Team gefährlich vor das RB-Tor, das Tor von Petersen wurde wegen Abseits aber abgepfiffen - eine Millimeterentscheidung (79.). Den Schlusspunkt setzte so Leipzigs Neu-Kapitän Demme. Nach Flanke von Dominik Kaiser und Kopfballablage von Werner köpfte er aus Nahdistanz zum 4:0-Endstand ein (90.). An das Tor wird sich Demme sicher noch länger erinnern - und das nicht nur, weil es sein erstes Bundesligator war. Der 25-Jährige büßte beim Treffer einen Schneidezahn ein - Abwehrspieler Nicolas Höfler traf den Deutsch-Italiener bei einem Abwehrversuch unglücklich mit dem Fuß im Gesicht.

Das sagten die Trainer:

Christian Streich, SC Freiburg
Streich: "Nicht geplant, dass wir so wenig Ballbesitz haben." Bildrechte: MDR/Sven Kups

Christian Streich (SC Freiburg): "Glückwunsch an Leipzig. In den ersten 20 Minuten standen wir enorm unter Druck. Wir konnten uns nicht befreien. Es war nicht geplant, dass wir so wenig Ballbesitz haben. Aber sie haben uns hinten rein gedrängt. Wenn wir den Ball erobert hatten, schafften wir es nicht, das Gegenpressing zu überspielen. Dafür waren wir nicht ballsicher genug. Wir hatten eine Gelegenheit, als der Torwart den Ball fallen lässt. Wenn du gegen eine solche Mannschaft spielst, brauchst du solch einen Moment, um ein Tor zu machen. Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht verdient gewesen wäre. In der zweiten Halbzeit hat Leipzig das Tempo etwas rausgenommen. Was ich meiner Mannschaft anrechne: Sie hat nicht aufgehört. Auch nach dem 0:3 hat sie versucht, Fußball zu spielen. Dann machen wir ein Tor, und es gibt eine Elfmetersituation, die außerhalb ist. Da hätte man auch ein Tor machen können. In der Summe war es ein hochverdienter Sieg von Leipzig. Die waren in fast allen Bereichen besser als wir. Man muss das einfach sportlich nehmen. Denn in der Summe bewegt sich Leipzig in anderen Dimensionen."

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl
Hasenhüttl: "Freistoß, den Yussi reinköpft, war der Öffner." Bildrechte: Dirk Hofmeister

Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig): "Die Analyse von Christian war sehr treffend. Wir waren heute auf das schwerstmögliche Spiel eingestellt. Wir haben vor allem unsere Ballverluste sehr gut verteidigt. Dadurch kam der Gegner nicht in sein Umschaltspiel, denn das können sie. Auch tiefe Ballgewinne spielen sie sehr cool aus. Aber da waren wir sehr konzentriert. Das war auch der Schlüssel dafür, dass wir nach vorn immer mehr Risiko gehen konnten. So erarbeiteten wir unsere Chancen. Der Freistoß, den Yussi reinköpft, war der Öffner. Dass wir dann mehr Räume bekommen, war klar. Die haben wir nach der Pause noch mal gut genutzt. Dann war auch etwas die Luft raus. Ich habe Naby Keita ausgewechselt, weil ich ihn nächste Woche unbedingt brauche. Wir merkten dann schon, dass der Gegner fußballerische Qualität bringt. Denn wenn du nicht konsequent und gemeinsam verteidigst, können sie Fußball spielen. Aber bei einem 3:0 kommt nicht wirklich Hektik auf. Du wartest, dass wir noch ein Tor machen. Das haben wir noch mit Zahnverlust gemacht. Diego macht sein erstes Tor und sieht nicht mal, wie der Ball über die Linie geht. So bitter ist das. Es ist keine weitere Gefahr, dass sein Gebiss noch mehr abbekommt, denn so viele Tore schießt er nicht."

Über dieses Thema berichtet "MDR aktuell" MDR aktuell | 15.04.2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2017, 17:22 Uhr

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41 Kommentare

17.04.2017 15:16 RB Fan aus Jena 41

Genau Alex, ein Ausscheiden aus dem Wettbewerb wäre vorprogrammiert.

17.04.2017 11:48 Alex 40

Stell dir vor dein Verein schafft es in die internationalen Wettbewerbe und dann musst du gegen RB spielen. HÖCHSTSTRAFE !

17.04.2017 11:34 jochen 39

Ein schönes Ostern aus Sicht der Fussballfans der roten Bullen geht zur Neige!Die großartige Vorstellung der red bulls hat das schlechte Osterwetter vergessen gemacht!
Platz 2 8- Punkte v.den Bayern
Qali f. CL geschafft
Euroliga geschafft
Wenn das nichts ist,und nicht zu vergessen 24 (vierundzwanzig) Punkte
vor der Werkself von Gazprom! Was sagt denn SR. Raul dazu-untergetaucht?
Auf geht's RB!

17.04.2017 08:40 Leonard 38

Was soll der Spruch von der Nummer 2 ? In jedem Stadion sind Plätze frei, sei es Krankheit, Urlaub usw. Aber 40000 sind eine klare Ansage für das Interesse.

16.04.2017 00:27 Gerri Mainz 37

Ich komme ursprünglich aus Sachsen-Anhalt und bin froh, dass es im Osten wieder eine Spitzenmannschaft gibt.

16.04.2017 19:39 Wüste 36

Passt. Passt einfach alles. Und die 24 Punkte auf die Gaslampions passen noch bestens oben drauf !!!

16.04.2017 17:34 chrisi 35

ach es ist einfach schön mit den Roten Bullen die Siege einzufahren und zu bejubeln! mit jedem Sieg wird auch die Anerkennung größer ,das man in Leipzig was großes geleistet hat, die Tabelle sagt alles.
man muss auch mit dem Geld gut arbeiten.

16.04.2017 17:31 raberudi 34

@ 2: Sah auch in anderen Stadien vergleichbar aus. Es ist halt Ostern und da hat so mancher Fan eben auch mal andere Ziele als das Stadion. Nur ein Korinthenkacker interpretiert das so wie Sie, in Ermanglung von Argumenten. RB hat wieder eine überzeugende Leistung abgeliefert. Wer da etwas anders gesehen haben will, sollte sich dringend einen Termin beim Augenarzt besorgen.

16.04.2017 15:09 Rennsteiger 33

" Der eine springt so hoch wie ein Pferd ( Poulsen) und der andere rennt so schnell wie ein Pferd." ( Werner).
Solch anerkennende und zugleich humorvolle Anerkennung des sportlichen Gegners wie durch Nils Petersen oder das Urteil von Christian Streich wünschte ich mir bei aller Gegnerschaft zum ungeliebten "Konstrukt RBL" auch hier im Forum mehr. Dann könnte ich die Tinos, Pombären. Geralds wenigstens etwas eher für voll nehmen

16.04.2017 13:31 SGDHarzer66 32

Aufrichtiges Beileid für die Angehörigen des verstorbenen Fans. Da wird der Fussball zur Nebensache, auch wenn ich RBL generell ablehne.

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