Szene aus dem Spiel
Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Fußball | 1. Bundesliga Zweite Heimniederlage für RB Leipzig

24. Spieltag

RB Leipzig hat die zweite Niederlage in der heimischen Red Bull Arena kassiert. Beim 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg fand Leipzig vor 42.558 Zuschauern nie wirklich ins Spiel und musste sich am Ende deutlich formverbesserten Wolfsburgern geschlagen geben.

Szene aus dem Spiel
Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Gomez sorgt für lange Gesichter in Leipzig

Ralph Hasenhüttl schickte die erwartete Startelf ins Spiel. Lediglich der Einsatz von Dominik Kaiser als Ersatz für Stefan Ilsanker kam etwas überraschend, da Rani Khedira in den letzten Wochen durch starke Leistungen überzeugte.

Der taktische Plan der Leipziger ging in der ersten Halbzeit nicht  auf. Der Tabellenzweite spielte unkonzentriert und kam mit der mutigen Deckung der Gäste nicht zurecht. Wolfsburg verteidigte nicht nur gut, sondern setzte schon in der 2. Minute das erste Achtungszeichen. Der Schuss von Yannick Gerhardt war aber noch harmlos. Mario Gomez machte das kurz darauf besser und schloss einen schnellen Konter sehenswert ab. Mit seinem achten Saisontor sorgte er für lange Gesichter bei den Leipzigern.

Die Hausherren kamen nach einer Viertelstunde besser ins Spiel und haten durch Diego Demme die erste gute Chance. Seinen Strich aus etwa zwanzig Metern parierte Koen Casteels aber sicher (15.). Auf der anderen Seite brachte Yunus Malli seine Mannschaft beinahe mit 2:0 in Führung, doch weder sein abgefälschter Schuss ins lange Eck, noch der anschließende Kopfball nach einer Ecke fanden den Weg ins Tor (30.).

Auch Leipzig näherte sich noch einmal ans Wolfsburger Tor an. Doch bei der aussichtsreichsten Möglichkeit segelte Emil Forsberg unter einer straffen Flanke von Timo Werner hindurch (39.). Mit 0:1 ging es in die Pause.

Der RB-Motor läuft nicht richtig

Nach dem Seitenwechsel machten die Hausherren einen besseren Eindruck und hatten deutlich mehr Spielanteile. Das Problem der RB-Offensive war allerdings die mangelnde Genauigkeit im Abschluss. Weder Werner, noch Forsberg oder Sabitzer brachten Casteels in diesem Spiel ernsthaft in Bedrängnis.

Wolfsburg zog sich in der zweiten Halbzeit ein Stück zurück und beschränkte sich weitgehend auf Konterangriffe - und das richtig gut. Nach einem Ballgewinn in der Offensive setzte erst Daniel Didavi den Ball an den linken Pfosten, bevor Gomez das Spielgerät auch noch an den rechten Pfosten schoss. Zwischendurch musste Peter Gulacsi sogar noch stark parieren (54.)

Die Elf von Ralph Hasenhüttl hatte in dieser Szene enormes Glück, was aber keinen neuen Schwung für die Offensive brachte. Die größtenteils planlos wirkenden Angriffe führten gegen tapfer verteidigenden Wolfsburger nicht mehr zum Torererfolg. Endstand 0:1.

Leipzig steht trotz der Niederlage weiter auf Platz zwei, der Rückstand auf den FC Bayern beträgt nun allerdings schon zehn Punkte. WOlfsburg klettert aus dem Keller und ist nun 14.

Das sagten die Trainer

Andries Jonker (Wolfsburg): "Wir haben uns natürlich angeschaut, wie die Leipziger spielen und uns sehr gut vorbereitet. In der ersten Viertelstunde haben meine Jungs auch sehr gut umgesetzt, was wir vorhatten. Das Tor war schön und gerechtfertigt. Danach haben wir eigentlich verloren. Wir haben wieder gut gekämpft und hatten gute Konterchancen, die aber nicht gut ausgespielt. In der zweiten Halbzeit trafen wir den Pfosten. Das hätte entscheidend sein können. Danach blieb es ein Kampfspiel, wobei wir ohne Ende Gas gegeben haben. Das hat heute gereicht. Aber wir müssen unser Fußballspiel verbessern. In der Mannschaft steckt das Potenzial, um es besser zu machen."

Ralph Hasenhüttl (Leipzig): "Glückwunsch an meinen Kollegen und seine Mannschaft für drei wichtige Punkte. Wir hätten heute auch einen richtig großen Schritt machen und unseren Vorsprung noch ausbauen können. Aber momentan ist es nicht so einfach, vorn zu punkten. Die Erwartungshaltungen sind enorm. Aber ich denke, dass wir ein anderes Spiel gesehen haben als gegen Hamburg (0:3, d.Red.), auch wenn wir wieder mit leeren Händen dastehen. Wir haben heute mehr versucht und hatten auch gute Einschusschancen. An einem besseren Tag nutzen wir die besser. Da hätte unser Spiel noch mal Fahrt aufnehmen können. Das gelingt uns im Moment nicht. Wir haben gerade Schwierigkeiten, zu Hause nach Rückständen mit derselben Lockerheit zu spielen als bei Vorsprüngen. Das ist sicher auch ein Lernprozess, den wir als Verein und Mannschaft gehen müssen. Dass mal die Phase kommt, wo alles nicht mehr so leicht von der Hand geht. Es war heute kein gutes Spiel von uns. Wir haben vorn viele falsche Entscheidungen getroffen und es dadurch auch nicht verdient, mit einem oder drei Punkten nach Hause zu gehen."

Traurige Randnotiz

Vor dem Spiel ist offenbar ein Fan vor dem Stadion zusammengebrochen und wenig später im Krankenhaus an Herzversagen gestorben. Das teilten dRB Leipzig bei Twitter mit. "Das rückt den Fußball gänzlich in den Hintergrund. Wir sprechen den Angehörigen des Verstorbenen unser Beileid und tiefes Mitgefühl aus", hieß es. Auch der VfL Wolfsburg sprach den Angehörigen des Fans sein Beileid aus.

ten/sk

Dieses Thema im Programm | MDR FERNSEHEN Sport im Osten | 11.03.2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2017, 12:04 Uhr

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24 Kommentare

13.03.2017 09:36 RBLer 24

Da muss die junge Truppe durch. Jetzt ist der BuLi Alltag eingekehrt und man muss Wege finden sich immer wieder neu zu konzentrieren und zu fokussieren. Ich glaube, dass die Truppe aus diesem Lernprozess gestärkt hervorgeht. Am Ende ist es ein blaues Auga, da außer Hoffenheim ja alle "mitgeholfen" haben, dass der Vorsprung bliebt. Also! Keine Pankik, sondern arbeiten und den Spass wiederfinden.

13.03.2017 07:32 Sr.Raul 23

Zu Recht, @2 (Wüste), zu Recht! Zumal, oh Wunder, unser derzeitiger Trainer doch lernfähig erscheint. Endlich mal von der nicht funktionierenden 3er auf 04er- Kette umgestellt hat. O.K., war "nur" ein schwacher FCA und wenn der Chemnitzer Jung den 11er nicht gekrallt hätte. Naja, mal abwarten, nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem "Fohlenhof".

12.03.2017 22:07 Z. 22

RasenBall wird den Vorsprung vor Dortmund halten, so lange Dortmund auf drei Hochzeiten tanzt und ständig englische Wochen spielt. Sollte Borussia aus der Champions League ausscheiden, werden die 6 Punkte schnell dahinschmelzen.

12.03.2017 16:32 Pombär 21

So abartig ich auch das RinderBallett finde, so leid tut mir der Tod eines Menschen. Mein Mitgefühl den Angehörigen. Ebenso schnellstmögliche Genesung für den Spieler Keita. Super Techniker. Vlei kann man ihn ja bald mal bei einem Fußballverein sehen...

12.03.2017 16:12 Bernd 20

@19, Ihren Kommentar bezeiche ich mal als Entgleisung, so die Angehörigen zu brüskieren, pfui, aber so kennen wir Sie!

12.03.2017 11:49 zwigger 19

Mein Beileid und dem Spieler gute Besserung
Das zeigt wieder mal das zu viel des ungesunden Getränks schädlich ist
Glückwunsch nach Golfsburg

12.03.2017 09:22 Bernd 18

Das wichtigste, den Angehörigen des verstorbenen Fans mein Beileid und die Kraft für die nächste Zeit.
Auch Naby Keita gute Besserung, die Pause jetzt sollte ihm gut tun.

12.03.2017 08:25 Gerald 17

Ich bin in Zwiespalt! Natürlich freue ich mich, dass RBL verloren hat! Aber Wolfsburg hätte ich eine Niederlage gegönnt! Ich brauche Wolfsburg nicht in der Bundesliga! Ein Team ohne gewachsene Fankultur! Darum weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen muss!

12.03.2017 08:11 Fußballfan 16

Es ist immer wieder angenehm zu sehen, wie sachlich Hasenhüttel auftritt, fernab vom Getöse der Funktionäre sogen. Traditionsclubs. Keita wünsche ich schnellste Genesung. Offenbar will man mit extremer Gewalt dieser jungen Mannschaft die Nerven rauben.

11.03.2017 23:36 Ichbins 15

Die bundesligisten in normal form was einige in dieser saison nicht haben,warum auch immer da würde RB gegen den abstieg spielen und nicht da oben stehen.nur der SVW.