Enttäuschung nach dem Spiel bei den Leipzigern.
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Fußball | 1. Bundesliga RB Leipzig verpatzt Auftaktspiel

1. Spieltag

Der deutsche Vize-Meister RB Leipzig hat sich an Schalke 04 die Zähne ausgebissen. Trotz optischer Überlegenheit verbuchte die Elf von Ralph Hasenhüttl kaum Chancen und verließ den Platz als Verlierer.

von Sanny Stephan & Marcus Teichmann (Schalke)

Enttäuschung nach dem Spiel bei den Leipzigern.
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RB Leipzig ist mit einer 0:2-Niederlage bei Schalke 04 in seine zweite Bundesliga-Saison gestartet. Das drittstärkste Offensivteam der letzten Serie hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, kam gegen starke Gastgeber aber kaum zu Chancen und verlor nicht unverdient. Schalke bleibt damit seiner Linie treu: Seit 25 Jahren haben die Knappen das Eröffnungsspiel zu Hause nicht verloren.

Ralph Hasenhüttl überraschte vor 61.435 Zuschauern schon vor dem Anpfiff. Marvin Compper und Emil Forsberg saßen auf der Bank und von den Neuzugängen schaffte es nur Konrad Laimer (kam von RB Salzburg) in die Startelf. Der Coach setzte also auf Altbewährtes und etwas verblüffend auch mit Dayto Upamecano. Der Youngster bekam den Vorzug vor Routinier Compper.

Null Chancen in der ersten Halbzeit

Und jener Modelathlet Upamecano stand in der ersten Halbzeit mehrfach im Blickpunkt. Der 18-Jährige lieferte sich mit Franco Di Santo ein ungleiches Duell in Sachen Gewichtsklasse. Da traf Fliegen- auf Schwergewicht. Und der Schalker setzte seine Leichtigkeit clever ein, ergatterte gegen den robusten Leipziger einen Freistoß nach dem anderen und holte in der 42. Minute clever einen Elfmeter heraus. Im Laufduell setzte Upamecano seinen Körper ein und ging für den Geschmack von Schiedsrichter Felix Zwayer über die Grenzen hinaus. Nabil Bentaleb trat an und ballerte messerscharf unhaltbar unter die Latte. Schalke führte – und das nicht unverdient.

Trainer Ralph Hasenhüttl
Bedient: Trainer Ralph Hasenhüttl Bildrechte: Picture Point

Der Elfmeter vor der Halbzeit - da darfst du nicht so hingehen. Es ist lächerlich, darüber zu diskutieren. Das war ganz klar.

Ralph Hasenhüttl (Leipzig)

Die Gastgeber hatten die deutlich besseren Chancen. So verhinderte Peter Gulácsi im RB-Tor mit einer Glanztat gegen einen Fernschuss von Bentaleb in der 28. Minute einen Rückstand. Seine Vorderleute wirkten dagegen zu ballverliebt und spielten im letzten Drittel einfach zu schlampig ab. Schalkes neuer Kapitän Ralf Fährmann wurde nicht einmal ernsthaft geprüft – und das trotz deutlich mehr Ballbesitz der Leipziger.

Keita und Co. verdribbeln sich

Diesen Start haben sich die Fußballer von RB Leipzig ganz anders vorgestellt. Die Überflieger der Vorsaison gingen beim Auftaktspiel in Gelsenkirchen leer aus. Wir haben die Bilder zum Spiel.

Schweigeminute vor dem Spiel. Team RB Leipzig.
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Vor dem Anpfiff wurde wie in allen Bundesliga-Stadien den Opfern des Terroanschlags in Barcelona gedacht. Bildrechte: Picture Point
Schweigeminute vor dem Spiel. Team RB Leipzig.
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Vor dem Anpfiff wurde wie in allen Bundesliga-Stadien den Opfern des Terroanschlags in Barcelona gedacht. Bildrechte: Picture Point
Domenico Tedesco
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Der Ex-Auer-Trainer Domenico Tedesco gab sein Bundesliga-Debüt. Er hatte einen ganz klaren Plan, den seine Mannschaft bravourös umsetzte. Bildrechte: Picture Point
Dayot Upamecano (RB Leipzig) und Franco Di Santo (9, Schalke).
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Zum Beispiel Franco Di Santo (9, Schalke). Das Leichtgewicht spielte clever gegen Muskelpaket Dayot Upamecano und holte kurz vor der Pause einen Elfmeter heraus. Bildrechte: Picture Point
Nabil Bentaleb erzielt per Foulefmeter den Treffer zum 1:0 für Schalke
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Nabil Bentaleb ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte eiskalt zur Führung. Bildrechte: Picture Point
Amine Harit (25, Schalke) und Marcel Halstenberg (RB Leipzig).
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Leipzigs Marcel Halstenberg sah nach einem Foul an Amine Harit (25, Schalke) zeitig die gelbe Karte und wurde zur Pause ausgewechselt. Bildrechte: Picture Point
Thilo Kehrer (20, Schalke) und Naby Keita (RB Leipzig).
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Deutlich mehr Ballbesitz hatte RBL auch nach dem Wechsel, doch selbst Topspieler wie Naby Keita (hier gegen Thilo Kehrer) konnten sich nicht entscheidend durchsetzen und machten ungewöhnlich viele Abspielfehler. Bildrechte: Picture Point
Yevhen Konoplyanka (11, Schalke) erzielt den Treffer zum 2:0.
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Nach einem Konter legte Yevhen Konoplyanka das 2:0 nach. Bildrechte: Picture Point
Nabil Bentaleb jubelt mit Torwart Ralf Fährmann
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Nabil Bentaleb jubelt mit seinem Torwart Ralf Fährmann. Bildrechte: Picture Point
Keita
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Leipzigs Keita hatte die einzig wirklich große Chance, um auf 1:2 zu verkürzen. Er schoss aus Nahdistanz Fährmann an. Bildrechte: Picture Point
Trainer Ralph Hasenhüttl
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Ein Bild, das Bände spricht: Trainer Ralph Hasenhüttl enttäuscht am Seitenrand. Bildrechte: Picture Point
Enttäuschung nach dem Spiel bei den Leipzigern.
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Nach der kurzen üblichen Ansprache des Trainers auf dem Rasen schlichen die Spieler in die Kabine. Bildrechte: Picture Point
Enttäuschung nach dem Spiel bei Naby Keita (RB Leipzig).
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Die Enttäuschung war auch bei Naby Keita riesig. Bildrechte: Picture Point
Fans von Schalke 04 schwenken Schals und Fahnen.
Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 Die Schalker Fans - letzte Saison gebeutelt - feierten ihre Helden noch lange nach dem Spiel. Bildrechte: Picture Point
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Leipzig wird ausgekontert

Hasenhüttl reagierte in der Pause, brachte den Schweden Forsberg und nahm dafür den bereits gelb verwarnten Linksverteidiger Marcel Halstenberg vom Feld. Der beste Vorlagengeber der Saison war im Mittelfeld sofort präsent und stets anspielbar, vergass aber genau wie seine Mitspieler in Hälfte eins das Abspiel und vergab in der 49. Minute aus guter Freistoßdistanz. Schalke wirkte extrem gut geordnet und strukturiet. Die pfeilschnellen RB-Spitzen Timo Werner und Yussuf Poulsen waren abgemeldet und konnten sich kaum in Szene setzen.

In der 62. Minute entwischte Poulsen dem aufmerksamen Naldo und schob ein. Der Jubel verpuffte schnell. Schiedsrichter Zwayer entschied auf Abseits. Es war eine der wenigen Chancen, denn Schalke verteidigte bärenstark und profitierte von einer ungewöhnlich hohen Fehlpassquote. Aus einem Abspielfehler entsprang auch das 2:0 (73.). Neuzugang Laimer spielte direkt in die Beine von Harit, der blitzschnell umschaltete und für Yevhen Konoplyanka durchsteckte. Der Offensivmann, der bisher nur fünf Mal in der Startelf stand, lief auf und davon und schob clever an Gulácsi vorbei.

Nabil Bentaleb jubelt mit Torwart Ralf Fährmann
Nur Schalke jubelt am Samstag: Nabil Bentaleb mit Torwart Ralf Fährmann. Bildrechte: Picture Point

Keita vergibt beste Chance

Nach dem 0:2 setzte Hasenhüttl mit Bruma und Jean-Kevin Augustin auf zwei frische Offensivkräfte, doch auch die konnten das Abwehrbollwerk der starken Schalker nicht knacken. Nur einmal hatten die 2.500 mitgereisten Anhänger den Torschrei auf den Lippen, doch Keita schoss aus Nahdistanz direkt ins Gesicht von Fährmann. Leipzig hatte in der Nachspielzeit noch Glück, als Daniel Caligiuri nur den Pfosten traf. Domenico Tedesco feierte damit als Trainer von Schalke 04 einen traumhaften Einstand. Da dürfte sich auch der ein oder andere Auer mitgefreut haben.

Das sagten die Trainer:

Ralph Hasenhüttl (Leipzig): "Glückwunsch an Schalke zu den drei Punkten. An meine Mannschaft kann ich nur sagen: Viel versucht, aber leider nichts geholt. Wir hatten viel Ballbesitz, aber entscheidend ist, dass man damit etwas macht. Das haben wir nicht getan. Vor der Halbzeit kam der Elfmeter, wo der Stürmer den Kontakt suchte und den Elfmeter bekam. Nach der Halbzeit wurde es noch schwerer für uns. Es fühlt sich nicht schön an, aber ich bin guter Dinge für das Spiel gegen Freiburg."

Domenico Tedesco
Die Schalker setzten die Taktik von Domenico Tedesco um. Bildrechte: Picture Point

Domenico Tedesco (Schalke): "Wir haben die Mannschaft intensiv vorbereitet. Es war ein leidenschaftliches Spiel von uns und nur deshalb haben wir es gewonnen. Wir haben versucht zu pressen, aber RB hat es immer wieder geschafft, die Pressinglinien zu überspielen, deswegen mussten wir immer tiefer stehen. Ich bin natürlich sehr zufrieden."

Über dieses Thema berichtet "Sport im Osten" MDR Fernsehen | 20.08.2017 | ab 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2017, 21:52 Uhr

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24 Kommentare

21.08.2017 19:46 Bernd 24

Es gibt ja heute ein Kolumne zum Videobeweis. Komisch in Gelsenkirchen gab es 3 umstrittene Szenen für die der Videobeweis anzuwenden ist, das Umfallen für Di Santo (und Retourkutsche - nein, so möchte ich nicht sein), das klare Handspiel im Schalker Strafraum, das war Vergrößerung der Körperfläche und das Abseits von Yussi. Aber es scheint so dass Zwayer (übrigens verstrickt im Hoyzer-Skandal und nur begnadigt weil er die anderen verpfiffen hat) gar nicht angefragt hat, fände ich schon merkwürdig. Von Köln kam da allerdings auch nichts, gut das saß der Lisple-Zahnarzt, nun auch nicht gerade unser Freund.

21.08.2017 10:57 jochen 23

Der Bl Start unserer roten Bullen aus Leipzig gegen die Kommerz Elf ist daneben gegangen-Schade, ist aber kein Beinbruch,man hat gesehen die richtige Startelf ist noch nicht gefunden, der Elfer war Geschenk des Schieris-das war eine Schwalbe vom S.K.di Santos(übr. nicht die erste)
Zu Rumpelstilzchen:Ich habe keine Häme von RB Fans in Richtung Dresden gelesen.Dein Hass und einiger anderer (zwigger) ist nicht nach vollziehbar,Ihr seit ja nicht einmal Fan von einen Verein
Das WE hatte letzlich doch einen versöhnlichen Abschluss! Der Deutsche Meister Bayern M. ist am 24.10.17 in der 2. Hauptrunde des DFB Pokal Gast in der RED BUll Arena Leipzig bei den roten Bullen.
Das wird das Event des Jahres!
Leipzig und eine ganze Region in freudiger Erwartung!
Auf geht RB !

20.08.2017 22:19 RBLer 22

Kann den "Optimismus" der Hater nicht teilen. Das Spiel war im Griff bis zum geschenkten Elfmeter. Dann Mauerfusdball vom feinsten und der Schiri wollte auch kein Handspiel gesehen haben. Also insgesamt vielleicht unglücklich gelaufen, aber nicht unterlegen gewesen. Oder schlimmer, siehe Dünomo, grottig und abgeschlachtet.

20.08.2017 20:44 Retourkutsche 21

Wie wäre es, wenn die RB - Fans zur Abwechslung
dann mal das Fallobst di Santo beim nächsten
Heimspiel gegen Schalke auspfeifen ?
Ist zwar billig, aber was die mit Timo wieder veranstaltet haben......

20.08.2017 18:54 Bernd 20

@19 der Hintern war nicht im Abseits, ansonsten richtig es muss noch präziser werden.

20.08.2017 17:51 nasowasaberauch 19

In der Vorwärtsbewegung den Ball verlieren durch den unpräzisen Pass sowie ein ungeschickter Upamecano im Zweikampf und schon bringt man einen Gegner der den Mannschaftsbus vorm Tor geparkt hat in Vorteil.
Poulsen sollte im nächsten Spiel seinen Hintern etwas schneller aus dem Abseits bewegen, das wäre hilfreich fürs Ergebnis.

20.08.2017 14:41 RumBelballer 18

@ alle Jojo's, Seikilos, RBAndy's und Leipziger Bullen dieses Landes, wo bleiben Euren hochwertigen Beiträge, welche Ihr gestern schon zum DD- Spiel abgegeben habt? Oder ist Euch die Häme im Hals stecken geblieben? Danke Schalke und spezieller Glückwunsch an Sr Raul :-)
@MDR, wieso können keine Beiträge mehr auf iPad uä abgegeben werden? Dort fehlt die Sicherheitsabfrage.

[Uns liegen aktuell keine Störungsmeldungen vor. Wir konnten problemlos via iPad und Smartphone kommentieren. Herzliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

20.08.2017 12:42 Definition 17

@Mustermann: "...absolute Gleichgültigkeit..." Wenn einer Person etwas gleichgültig ist, dann "kommentiert" er es nicht.
Und wichtig nehmen sich vorwiegend die "Traditionalisten".
Sie sollten in ihrem Glashaus nicht mit Steinen werfen.

20.08.2017 11:40 zwigger 16

Siegt das Projekt ist es Rasenball bei einer Niederlage ist es Fussball
Schalke hat die Öestreicher den Stolz einer ganzen Region nie ins Spiel kommen lassen und der Schieri Hat nichts da gegen getan
Für mich ein entspannter Abend bei diesem Pflichtfreundschaftsspiel
Der Mythos hat gegen die Dosen gewonnen da konnte nicht mal der Schwalbenbeauftragte was machen

20.08.2017 10:55 Rennsteiger 15

Klar, hatte mir einen besseren Auftakt gewünscht, aber der Schalker sieg geht in Ordnung. Nicht so viel Klein Klein vorm Strafraum, spritziger und mit den Kontern kreuzgefährlich.
Lustig nur wieder, wie hier die Häme hochkocht. Und wer immer noch die Pfiffe gegen Werner als "ordentliche Begrüßung " bezeichnet - na ja, der Netiquette wegen halte ich mich gegenüber solchen
"Sportsfreunden" zurück.