Jubel RB-Fans
Was für ein Fußball-Fest: RB Leipzig sorgte mit beeindruckendem Power-Fußball für Jubelstimmung bei 42.500 in der ausverkauften Arena - bis zur 84. Minute. Bildrechte: Dirk Hofmeister

Fußball | 1. Bundesliga Robben vermiest RB die Party

33. Spieltag

Was für ein Fußball-Fest zwischen Leipzig und den Bayern - mit bitterem Ausgang für RB: Nach furiosem Power-Fußball und einer 4:2-Führung drehten die Bayern am Ende auf und rissen RB noch den Sieg aus der Hand.

von Maik Winkler und Sven Kups (Leipzig)

Jubel RB-Fans
Was für ein Fußball-Fest: RB Leipzig sorgte mit beeindruckendem Power-Fußball für Jubelstimmung bei 42.500 in der ausverkauften Arena - bis zur 84. Minute. Bildrechte: Dirk Hofmeister

Das erste Punktspiel der Bayern nach über 23 Jahren in Leipzig war eines für die Ewigkeit. Schlag auf Schlag erspielten sich beide Teams einen Hochkaräter nach dem anderen. Ruhephasen gab es fast keine - die 42.500 Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. In der Endphase schlug die Jubelstimmung jedoch in Ernüchterung um, als die Bayern in Form von Robben mit dem 4:5 in der fünften Minute der Nachspielzeit für den späten Knockout sorgten.

Leipzig startet wie die Feuerwehr

Tor durch Sabitzer
Blitzstart für RB: Sabitzer traf nach 65 Sekunden zum 1:0. Bildrechte: Dirk Hofmeister

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl kündigte vor dem Spiel an, es "einfach genießen" zu wollen und zu zeigen, dass man "mit einem Top-Gegner mithalten kann". Dies ist bis in die Endphase zweifelsfrei gelungen. Leipzig startete furios: Nach 65 Sekunden flankte Emil Forsberg auf Marcel Sabitzer, welcher aus Nahdistanz eiskalt zum 1:0 einköpfte. Kurz darauf verpassten Poulsen und Ilsanker trotz zweier Hochkaräter das 2:0 (3./4.). Nach etwa fünf Minuten fingen sich die Bayern und versuchten, die Kontrolle zu übernehmen. Doch RB blieb gefährlich. Timo Werner hatte die erneute Möglichkeit zum 2:0, traf aus halblinker Position jedoch den langen Pfosten (12.).

Die Gäste blieben jedoch am Drücker. Peter Gulacsi konnte aus Nahdistanz gegen Robben noch klären (14.). Drei Minuten später war er gegen einen Elfmeter von Robert Lewandowski machtlos. Zuvor hatte Dayot Upamecano den Ball im Strafraum an den Oberarm bekommen. Anschließend suchten beide Teams den Weg nach vorn. Und Leipzig mit Erfolg: Xabi Alonso konnte Leipzigs Forsberg nur mit einem Foul stoppen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Timo Werner zum 2:1 (29.). Bis zur Pause beruhigte sich das Spiel etwas, Großchancen gab es keine weiteren, sodass es mit 2:1 in die Kabinen ging. Für Bayerns Franck Ribery war die Partie nach einem Zweikampf mit Ilsanker vorzeitig beendet, er musste nach 43 Minuten raus.

Erneuter Blitz-Start und ein überragender Werner

Bayern Trainer Ancelotti
Trüber Blick bei Carlo Ancelotti nach dem zwischenzeitlichen 2:4. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste: Mit Angriffsfußball der Hausherren. Und erneut war dieser von Erfolg gekrönt, als Yussuf Poulsen diesmal 83 Sekunden nach Wiederanpfiff aus gut 20 Metern für das 3:1 sorgte. Alonso hatte den Ball noch unhaltbar für Tom Starke im Bayern-Tor abgefälscht. München gab sich nicht geschlagen und erhöhte das Tempo. Zunächst vergab Lewandowksi den Anschluss, als er aus Nahdistanz nur knapp vorbeizielte (51.). Nach einer Stunde präsentiertre sich Thiago treffsicherer, indem er nach Vorarbeit von Alsonso per Kopf für das 2:3 aus Bayern-Sicht sorgte.

Nur fünf Minuten später stellte Werner den alten Abstand her: Der Top-Torjäger nutzte einen Ballverlust von Lahm aus und tunnelte anschließend Starke aus spitzem Winkel. Im weiten Rund herrschte Jubelstimmung zu Gesängen wie "Vorwärts Rasenball, Leipzig überall".

Beste Stimmung auf den Rängen - dann schlagen die Bayern zu

David Alaba (Bayern) erzielt den Treffer zum 4:4.
Alaba trifft per Freistoß zum 4:4. Kurz darauf dreht Robben die Partie. Bildrechte: Picture Point

Doch in der Schlussphase drehten die Bayern dann förmlich auf: Zunächst stand Lewandowski nach einem Schuss von Robben, der von der Latte zurückpralle, goldrichtig und köpfte zum 4:3 ein. Leipzig schien mit den Kräften am Ende und die Bayern schlugen erneut zu: In der 90. Minute hämmerte David Alaba einen Freistoß aus 25 Metern in den Winkel. Anstatt es beim 4:4 zu belassen, hatten die Bayern jedoch noch nicht genug und versetzten Leipzig den entgültigen Knockout durch Robben, der im Alleingang in der letzten Minute der Nachspielzeit das 4:5 erzielte. Trotz der späten Enttäuschung ist Leipzig die Vizemeisterschaft nicht mehr zu nehmen, da Dortmund in Augsburg nicht über ein Remis hinauskam. Immerhin ein kleiner Trost für das Fan-Fest, was ab 18:00 Uhr auf der Festwiese folgte.

Das sagten die Trainer:

Ralph Hasenhüttl: "Glückwunsch an den FC Bayern zu einem Wahnsinnssieg. Glückwunsch auch an alle, die in Stadion waren, zu einem unglaublichen Nachmittag. So ein Spiel hat dieses Stadion noch nicht gesehen. Ich auch nicht. Was wir 75 Minuten lang gespielt haben, war mehr als beeindruckend. Wir haben heute vielleicht keine Punkte gewonnen, aber viel viel mehr: Herzen und Sympathien. Gegen eine top besetzte beste Mannschaft Deutschlands haben wir lange Zeit wie ein Sieger ausgesehen. Es reicht aber nicht, es nur 75 Minuten so gut zu machen. Man muss auch die letzten entscheidenden Schritte tun. Wir hatten eine Nachspielzeit, die wir hier so noch nicht hatten. Wir waren es vielleicht nicht gewohnt, dass so lange nachgespielt wird. Ich bedanke mich bei den Zuschauern für die wahnsinnige Unterstützung und dieses Erlebnis, was man heute in dem Stadion heute haben durfte."

Carlo Ancelotti: "Es war ein verrücktes Spiel. Es war wie erwartet ein offenes Spiel. Beide haben ihr Ziel in der Bundesliga erreicht. Leipzig hat stark angefangen, wir waren am Ende besser. Das war sehr offensiver Fußball. Wir hätten defensiv etwas besser agieren können. Die Leipziger waren diese Saison ein fantastischer Gegner. Sie spielten überraschend gut. Für sie war es nur Start einer tollen Periode. Sie haben junge Spieler, sind sehr motiviert. Nächste Saison spielen sie Champions League, das wird für sie eine tolle Erfahrung."

Über dieses Thema berichtet "Sport im Osten" MDR FERNSEHEN | 14.05.2017 | ab 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2017, 19:14 Uhr

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120 Kommentare

16.05.2017 18:50 Atlas 120

@mdr: Mit Verlaub - aber in meinem Ursprungskommentar 114 habe ich auch nicht geschrieben, dass der VfB gelöscht ist, ich schrieb vom Beschluss über die Auflösung im April 2004, und der ist ja scheinbar damals so gefasst worden. Was dann allerdings gemeint ist, wenn bei Wikipedia vom Vollzug im Juni 2004 zu lesen ist - an einer Stelle steht tatsächlich "aus dem Vereinsregister gelöscht" - , weiß ich auch nicht. (Ich bin mir schon auch bewusst, dass Wikipedia nicht immer recht hat.) Aber lassen wir's gut sein, für den Inhalt meines Kommentars 114 ist es meiner Meinung nach irrelevant, ob der VfB als Verein nun noch existiert oder nicht - als Fußballmannschaft ist er 2004 gestorben, er möge in Frieden ruhen. Ebenfalls viele Grüße.

16.05.2017 18:19 MikeZ 119

@zwigger Ich weiß ja nicht wie alt du bist , aber kann es sein das du vor nicht allzu langer Zeit der BSG Sachsenring Zwickau zu gejubelt und mit Stolz das Trabbi Zeichen auf dem Trikot getragen hast.
Also reite mal nicht soviel auf Vereinsnamen rum und nächstes Jahr viel Spass mit den RBL II Spielern, ich hab die ein paar mal spielen sehen, das sind echt gute Leute. Schade das die gehen müssen.

16.05.2017 18:07 kerstin 118

@116 zwigger: "...und die sogenannten Fans streiten sich was besser schmeckt..." - Sag mal, glaubst Du wirklich den Unsinn, dass alle Zuschauer bei RB von dem Gesöff begeistert sind und dann noch zum Spiel gehen um andere von der Brühe zu überzeugen? Mit Deiner Formulierung "sogenannte Fans" verrätst Du etwas über Dich: Du teilst Fußballzuschauer in zwei Gruppen ein - nämlich in die "echten" Fans (die dürfen natürlich zum Fußball) und in die "sogenannten" Fans (von anderen als Konsumenten, Eventis und was weiß ich noch alles bezeichnet) - und die sollten Deiner Meinung nach lieber zu Hause bleiben, stimmts? Warum maßen sich eigentlich so viele an, Fußball allein für sich zu beanspruchen und anderen das Recht abzusprechen, bei entsprechendem Angebot dieses auch zu nutzen? Natürlich sind das dann keine hartgesottenen Fans, aber ich kann diese Leute doch nicht dafür verurteilen, wenn sie sich ein Fußballspiel live im Stadion ansehen wollen! Diese Leute gibt's bei jedem Bundesligisten.

16.05.2017 17:13 Atlas 117

@mdr: Nun habe ich nicht in das Vereinsregister geschaut, bevor ich meinen Kommentar Nr. 114 schrieb, sondern nur meine Erinnerungen bemüht. Der VfB Leipzig als Fußballmannschaft existiert seit 2004 nicht mehr. Zur Bestätigung habe ich Tante Google bemüht und dort steht nach Eingabe von VfB Leipzig als Suchbegriff in mehreren Quellen, dass der Verein 2004 aufgelöst wurde, zumindestens hat das damals eine Gläubigerversammlung beschlossen, die entsprechenden Medienartikel lassen sich noch heute online finden. (Dass es einen Verein VfB Leipzig Schach noch gibt, habe ich so ebenfalls erfahren, das wusste ich nicht.) Fußballerische Aktivitäten der Männermannschaft gab es seit Ende der damaligen Saison nicht mehr, so richtig kann ich Ihren Einwand gegen meinen Kommentar 114 also nicht verstehen...(es sei denn, dass die von der Gläubigerversammlung beschlossene Auflösung dann doch nicht vollzogen wurde).
@Atlas: Letzte Instanz ist immer noch das Vereinsregister. Solange der Verein dort eingetragen ist, ist er existent. Auch wenn keine Vereinstätigkeit vorliegt. Gelöscht ist er jedenfalls nicht, wie sie behaupten. Viele Grüße von MDR.de

16.05.2017 17:04 zwigger 116

Ihr dreht Euchs wie ihrs braucht, ganz nach dem Motto "Ich mal mir meine Welt bis sie mir gefällt"
Das damals die Sponsoren nicht Schlange standen ist klar , aber warum habt ihr als Fans nicht um den Erhalt des VFB gekämpft? Jetzt geht se doch auch da sind Lokisten und Chemiker vereint und hecheln dem Östr. hinterher. Ist es das Geld oder waren es die Freikarten als Lockmittel
@Kerstin
Die Nachahmer stehen doch schon in den Startlöchern und dann kann es zu Spielen Bsp
Rote Brause Leipzig gegen Cola Frankfurt kommen
und die sogenannten Fans streiten sich was besser schmeckt. Das ist die Gefahr die ich sehe. Das zum Profi Fussball Marketing gehört ist mir klar aber mit dem Projekt Leipzig ist eine Stufe erreicht die mir und vielen Fans Angst macht

16.05.2017 16:20 Atlas 115

@mdr: Kann es sein, dass Sie VfB und FC Sachsen verwechseln? Laut Wikipedia ist der VfB Leipzig 2004 wie von mir geschrieben 2004 aufgelöst und aus dem Vereinsregister gelöscht worden.
@Atlas: Nein, ein Blick ins Vereinsregister genügt. Dort sind übrigens beide Vereine noch aufgeführt. Gleichwohl nehmen beide Vereine nicht mehr am Spielbetrieb teil. VG von MDR.de

16.05.2017 15:21 Atlas 114

@111 Auerbach: Der MDR berichtet doch über jedes Spiel von Erfurt....,dass die Anzahl der Berichte mit der Spielklasse steigt ist normal. Wenn Du über die Fußballschaltfläche alle Unterseiten aufrufst kommen haufenweise Artikel über die regionalen Vereine! Was also willst Du eigentlich? Du willst Anti-RB-Stimmung verbreiten, nichts weiter. Scheinbar hat @Bernd 110 recht - Du willst nicht verstehen, wo die Zuschauer bei RB herkommen. Es sind viele Leipziger darunter, deren Originalvereine nicht mehr existieren. Du nennst zwei schlechte Beispiele. Zum VfB L - Nach dem zweiten Insolvenzverfahren wurde am 21. April 2004 die Auflösung des Vereins beschlossen (im Juni 2004 vollzogen) - Du glaubst doch nicht, dass man da noch im Mai 2004 mit Tausenden von Zuschauern gegen Auerbach im Plache-Stadion rechnen konnte. Das FC-S-Beispiel ist genauso unpassend. 2011 hatte der Verein schon haufenweise Querelen und zwei Insolvenzen hinter sich und damit die Zuschauer vergrault.

@Atlas: Das ist so nicht korrekt. Der VfB Leipzig existiert nach wie vor und ist im Vereinsregister eingetragen. VG von MDR.de

16.05.2017 14:06 VfB Auerbach Fan 113

Mai 2004 VfB Leipzig gg VfB Auerbach
Bruno-Plache-Stadion Zuschauer: 977

Juli 2011 FC Sachsen Leipzig - VfB Auerbach
Alfred-Kunze-Sportpark Zuschauer: 1425

Krass das waren wohl die 15-20k jeweils?

Durchlassen MDR , wo ist mein anderer Beitrag?!

16.05.2017 13:44 herat 112

Bravo97 und an 91
Auch ich gehe sehr gern zu RB aber auch zu LOK und zu den Kickers Markkleeberg, weil die regionalen Vereine es auch verdient haben von "Fußballfans" gewürdigt zu werden.

16.05.2017 13:13 VfB Auerbach Fan 111

Ich stelle hier sicher nicht den Vergleich "Auerbach - Leipzig" an. Warum berichtet der MDR dann nicht auch mal so viel über Erfurt, Chemnitz, Halle? Sind das nicht auch regionale Teams??? Erfolgsfans / schön Wetterfans hat man überall - auch in Auerbach das streitet niemand ab! Bei RB sind es sicher an die 30k oder gar noch mehr? Stimmt ich erinner mich, zu LOK gg FC Sachsen spielen war das Zentralstadion immer ausverkauft. Komisch das ich dafür auch das ein oder andere mal Karten hatte.. Es geht nur darum das man von heute auf morgen nicht einfach den Verein wechselt nur weil die mehr Erfolgsaussichten ham..... Die bösen Fans meines Heimatvereins, deshalb wechselte ich den Verein! Sorry aber so ne Aussage halte ich für zuwenig. Ich bin zufrieden mit dem was in Auerbach passiert!! Für das was wir dort zur Verfügung haben und das was da bei rumkommt - Hut ab! Und das ganze ohne "künstliches" Geld. Manche von Euch verstehen nicht den Sinn!! Und noch was ich steh immer zu meinem Verein!