Fußball | Bundesliga RB Leipzig gewinnt Verfolgerduell knapp

11. Spieltag

Das war nichts für schwache Nerven: Dank zweier Joker und einer Leistungssteigerung hat RB Leipzig das Verfolgerduell gegen Hannover 96 für sich entschieden. Der Siegtreffer fiel nach einer tollen Volleyball-Kombination spät.

von Christian Kerber und Sven Kups (Leipzig)

RB Leipzig vs. Hannover 96 , Tor für Leipzig zum 1:1 Ausgleich
Bildrechte: PICTURE POINT

Nach drei Niederlagen in drei Wettbewerben ist RB Leipzig wieder in die Spur zurückgekommen. Im Bundesliga-Verfolgerduell schlugen die Sachsen das bisherige Überraschungsteam aus Hannover mit 2:1. Durch eine starke Schlussphase konnten die Gastgeber der Partie noch eine Wende geben.

Werner scheitert zweimal

In der ersten Viertelstunde ließ Hannover nichts zu und hatte selbst sogar die erste Chance: Nach Vorarbeit von rechts von Klaus war RB-Schlussmann Gulacsi gegen Ostrzoleks 17-m-Versuch auf dem Posten. Dann kamen die Gastgeber, die am Mittwoch noch in der Champions League gefragt waren, besser ins Spiel. Sabitzers Flatterschuss aus satten 30 Metern konnte 96-Keeper Tschauner nur abklatschen - Werners Nachschuss wehrte er ab (17.). Es folgte die beste Phase der ersten Halbzeit, die Zuschauer sahen nun eine rassige Begegnung. Sabitzer traf für RB ins Tor, aber Werner hatte den Ball noch berührt, der Nationalspieler stand im Abseits (23.). Leipzig agierte nun mit mehr Tempo, Demme verzog aus 18 Metern. Hannover versteckte sich keineswegs und suchte selbst immer wieder den Weg nach vorne. Leipzigs Rechtsverteidiger Klostermann musste kurz vor der Grundlinie gegen Bebou retten, da war Alarm im RB-Strafraum (42.). Ein Highlight gab es noch: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte bediente Bruma von rechts Werner, der den Ball aus 12 Metenr an die Latte knallte, Korb und Tschauner waren da auch noch dran. Pech für RB.

Der Druck von RB wurde zu groß

Nach dem Wechsel ließ sich Hannover zunächst nicht in Leipzigs Hälfte blicken. Umso überraschender die Gäste-Führung, als Jonathas einen Konter vollendete (55.). Der Mittelstürmer hat damit weiterhin eine bemerkenswerte Effizienz aufzuweisen: Vor der Partie hatte er alle 40 Minuten einen Scorerpunkt erzielt, insgesamt waren es sieben in nur 280 Minuten. Leipzig musste sich vom Rückstand erst erholen. Mit den Neuen Forsberg und Keita war dann aber deutlich mehr Zug im Spiel der Hasenhüttl-Elf erkennbar. Die Niedersachsen konnten sich phasenweise kaum noch befreien. Das 1:1 entstand aus einem schulbuchmäßigen Angriff, bei dem Forsberg rechts Werner bedient, der in der Mitte Poulsen fand (71.). Hannover blieb auch danach zu passiv. Fünf Minuten vor dem Ende spielte RB erfolgreich "Volleyball": Demme passte links auf Forsberg, der direkt auf Werner weiter leitete, und der Angreifer ließ sich diese Gelegenheit nun nicht entgehen. Von diesem Nackenschlag erholten sich die Gäste, die bislang eine glänzende Saison spielen, nicht mehr.

Tor für Leipzig. Timo Werner (li., 11, Leipzig) trifft gegen Torwart Philipp Tschauner (1, Hannover) zum 2:1
Timo Werner spitzelte beim 2:1 den Ball am Torwart vorbei. Bildrechte: Picture Point

Stimmen zum Spiel

Im Bild:  Trainer Andre Breitenreiter, Hannover 96
Hannovers Trainer André Breitenreiter Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag


André Breitenreiter (Hannover 96): "Wir waren heute ganz knapp davor, etwas mitzunehmen. Deswegen: größten Respekt für meine Mannschaft für diese couragierte Leistung. Sie hat hier einen mutigen Auftritt absolviert. In der ersten Halbzeit haben wir taktisch variabel und sehr aggressiv gespielt. Alles konnten wir nicht verteidigen, aber wir haben nicht so viel zugelassen. Nach der Pause gingen wir in Führung - vielleicht nicht mal unverdient. Im Umschaltspiel hatten wir die Möglichkeit, ein zweites Tor zu schießen. Und das hätten wir heute auch definitiv gebraucht. Denn der Druck wurde immer größer. Auch durch die Einwechslungen. Mit hoher Qualität. Die Jungs hatten auch richtig Bock, Fußball zu spielen. Das hat man wirklich gesehen. Dann konnten wir das auch nicht mehr verteidigen. Aber insgesamt war das eine tolle Leistung. Man hat gesehen, dass es kein Zufall ist, dass wir schon so viele Punkte haben."


Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) : "Ich kann nur bestätigen: Es ist kein Zufall, dass Hannover so viele Punkte hat. Man merkt, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, wo jeder weiß, was er zu tun hat. Da hat man es schwer, den Gegner aus der Stabilität zu bringen. Deswegen war es für uns heute lange sehr schwer. Ein echter Abnutzungskampf. Wir wussten, dass das heute mit Geduld verbunden ist. Trotzdem hatten wir in der ersten Halbzeit zwei oder drei ganz gute Chancen erarbeitet. Ich war mit der ersten Halbzeit nicht unzufrieden. Wir wollten dann Qualität nachlegen. Ich hatte gehofft, dass Emil und Naby, wenn sie für die letzten 30 Minuten kommen, ihre ganze Kraft reinlegen. Und wie gesagt: Wenn die Jungs Spaß haben, spielen sie sich in einen Flow. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und uns diesmal auch dafür belohnt. Wenngleich der Gegner bis zum Schluss gefährlich war. Kompliment an meine Innenverteidigung Konaté und Upamecano. Bis auf den Gegentreffer war es von den beiden eine Top-Vorstellung. Unterm Strich ist es ein wichtiger und sehr schwer erarbeiteter Sieg."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. November 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2017, 13:44 Uhr

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36 Kommentare

06.11.2017 14:57 heino 36

5, Ichbins :
Wenn du vom Fußball Ahnung hast, dann erklär doch bitte mal, warum sich Hannover selber geschlagen hat.
RBL hat auch dreimal ausgewechselt, d. h. Hannover hat gegen 15 Leipziger am Ende verloren.

06.11.2017 14:56 Lieselotte Müller 35

Gottseidank hat unser Nabby noch gespült. Da war es auch viel besser geworden. Wir beeten für Nabby das er die Häterkampanjen gut übersteht.

Furzza RBL

06.11.2017 11:32 Fußballfreund 34

Ein tolles Spiel von zwei guten Mannschaften.
Das 2:1 in der 85. Minute, nach einer Traumkombination von Demme-Forsberg-Werner, war ein Sahnehäubchen der besonderen Art. Für Meriten-Zähler aus DDR-Zeiten, war das natürlich ein schlechter Tag. Lange Tradition und Erfolge in der Vergangenheit sind eine gute Erinnerung, aber kein Garant im heutigen Fußballgeschäft. Daran ändern auch die dümmlichsten Kommentare gegen RBL nichts.

06.11.2017 10:20 thomas 33

...Glückwunsch an unseren mitteldeutschen Bundesligisten. Eine gaaanz starke Leistung nach den (teilweise unglücklichen) Niederlagen der letzten Wochen!

05.11.2017 17:45 Bernd 32

@Uwe, würde der MDR hier über die Paarung der Waldameisen berichten würde ich nichts kommentieren - wäre nicht mein Thema. So sollten sie es bei RB halten, zumal die Zuschauerzahlen beim MDR genannt werden. Eventuell haben/finden Sie Freunde die Ihnen vorlesen. Sicher man sieht immer einige Eventis, aber das ist wohl in den meisten Stadien so.

05.11.2017 16:46 Rennsteiger 31

@25 98 Ec- Spiele Wenn euch gar nichts anderes mehr einfällt,bleiben euch eben solche geistreichen Kommentare,
Auch egal. Die Realität im ostdeutschen Fußball ist nun mal anders als im Elbtal erträumt.

05.11.2017 16:40 Genius 30

An die Neider:
Gut, dass es Euch gibt. Da bekommt man wenigstens noch Karten für das tolle Spiel von RB Leipzig. Freue mich schon auf den Ausbau auf über 50.000 Zuschauer. Da kann man vielleicht mal Karten für München und Dortmund bekommen. Ansonsten Hannover auch stark. Mit denen kann man rechnen.

05.11.2017 14:29 Hallo 29

Gratulation an beide Teams, die für eine tolle Fußballunterhaltung beigetragen haben. Fußballerherz, was willst du mehr?

05.11.2017 14:22 schelm 28

@ 17: Ihr Beitrag ist ein Widerspruch in sich. Haben Sie sicher nicht bemerkt. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Gehen Sie ins Stadion und schauen Sie live. Es weitet den geistigen Horizont. Beim Zählen der Zuschauer bitte nicht verzählen. Vielleicht nehmen Sie einen Assistenten mit.

05.11.2017 14:04 Checker 27

@ 25. Mir ist ein von einem Österreicher gesponserter und dazu noch erfolgreicher Verein in Leipzig lieber als ein vom Innenministerium der DDR finanzierter ehemaliger Polizeiverein . Die 98 EC Spiele in Dresden sind Got sei Dank schon eine Weile her. Tradition schießt halt keine Tore.