Fußball | 1. Bundesliga Rechtsanwalt: "Zulassung von RBL und Salzburg wäre ein Desaster"

Die WDR-Sendung "Sport inside" hat unter dem Titel "Rasenschach um Rasenball" die Fußball-Aktivitäten des Konzerns Red Bull beleuchtet. Autor Matthias Wolf thematisierte darin die Einflussnahme des Mäzens Dietrich Mateschitz. Zu Wort kommt unter anderem Rechtsanwalt Dr. Thomas Dehesselles, der über ein Champions-League-Startrecht für RB Leipzig und Red Bull Salzburg sagte: "Die mögliche Beschädigung der Integrität des Wettbewerbs kann bei den Sponsoren zur Einflussnahme und Druckausübung führen. Das wird die UEFA nicht riskieren." Der Jurist Dehesselles ist Experte auf den Gebieten Financial Fairplay und Lizenzierungen im Profifußball. Eine Zulassung beider Klubs wäre ihm zufolge ein sportpolitisches Desaster.

Rechtsanwalt Dr. Thomas Dehesselles stellte klar: "Solange Personalunion in Führungsgremien besteht, kann die UEFA nach ihren Kriterien nicht beide Klubs zulassen." Beide Klubs betonten, eigenständig zu sein. Funktionär Oliver Mintzlaff erklärte zuletzt, nicht mehr für das operative Geschäft in Salzburg verantwortlich zu sein. Auf eine Anfrage zum Einfluss Mintzslaffs und Rangnicks äußerte sich RBL nicht.

Oliver Mintzlaff, li., RB Leipzig - RBL Präsident und Head of Red Bull Global Soccer und Benjamin Ippoliti, RB Leipzig Pressesprecher.
RBL-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Pressesprecher Benjamin Ippoliti (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Enge Verquickungen gab es bis zuletzt. Jakob Rosenberg, der Chefredakteur des Magazins Ballesterer, sagte: "Der Bernardo-Transfer hat klar gezeigt, dass es sehr starke Verbindungen gibt und wie Salzburg von Leipzig gesteuert wird." Bernardo war von Salzburg nach Leipzig gewechselt. Offenbar fiel eine Entscheidung über die Ablösesumme erst nachdem alle Beteiligten dem Transfer zustimmten.

Zudem stammte ein Großteil der Salzburger Transfererlöse, die nicht als Sponsoring-Einnahmen zählen, von RB Leipzig. So flossen zehn Millionen Euro für den 18-jährigen Dayot Upamecano und 15 Millionen Euro für Mittelfeldspieler Naby Keita.

Dimitri Oberlin (v. l.), Naby Keita und Dayot Upamecano
Einst Salzburger Spieler: Naby Keita (Mitte) und Dayot Upamecano (re., Archiv) Bildrechte: IMAGO

Dieses Thema im Programm | MDR FERNSEHEN MDR AKTUELL | 22.02.2017 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2017, 10:40 Uhr

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61 Kommentare

22.03.2017 18:58 Leipzig MEINE Heimat 61

rasenball Ö bitte sperren- wegen Betrugs

22.03.2017 18:28 Marius 60

2 Juristen 3 Meinungen. Was ein Dortmund-naher WDR-Anwalt von sich gibt, ist in dieser Frage irrelevant.

22.03.2017 08:39 Fussballfan 59

Sollte es noch irgendjemand nicht verstanden haben: Fussball in höheren Ligen ist schlicht Business. Und RB hat diese Idee wieder mal zur Perfektion getrieben - mit den Erfahrungen aus anderen Bereichen. Auch das Hin und Her von Geldern ist vergleichbar mit den Steuervermeidungsstrategien bekannter Weltkonzerne. Ich mag den Sport an sich aber was jetzt in den gesamten Ligen in Europa abgeht ist eine Katastrophe. Deshalb ist mein früherer,obligatorischer Fernsehtermin am Samstag 18:00 obsolet geworden. Geh ich lieber joggen....

21.03.2017 14:38 Steffen 58

Zu Beitrag 43 noch mal kurz. Soweit ich weiss kostet die Dauerkarte bei den Reds ab 900,- Euro aufwärts! Wenn das für dich günstig ist okay, ich sage dann aber nein auch wenn ich den Fussball liebe. Bin übrigens Fan und Mitglied von Jena und habe auf das Pokalspiel gegen die Bayern bei einem Eintrittspreis von 65,- Euro verzichtet. Habe es mir bei Bekannten, mit meinem Sohn auf Pay-TV angesehen und nie bereut. Ich hätte mich so geärgert für diesen Kick und Verbrüderungszenen 130,- Euro zahlen zu müssen. Fussball und das ist das wichtigste, Investor hin, Investor her muss bezahlbar bleiben!

21.03.2017 13:56 Sr.Raul 57

Wenn die Frage, @52 (RBLer), der Interessenvertretung sicher nicht unberechtigt ist, beantwortest Du sie eigentlich mit "Das wird im Artikel nicht klar" selber. Also, neutraler geht ja wohl kaum. Der WDR wird an den Sportrechtler herangetreten sein, um seine fachliche Meinung nach Regelwerken und Statuten in den Sendebeitrag einzufügen. Das ist Alles. Mag sein, dass jemand Anderer es anders interpretieren würde. Das Wissen wir nicht und 3 Juristen- 04 Meinungen ist so neu nun auch nicht.

21.03.2017 13:36 André Göhre 56

Über Financial Fairplay lässt sich streiten, jedoch wenn man in die Fußballhistorie schaut (und RB wird in Deutschland ja oft mit Bayer Leverkusen, Hoppenheim oder dem VfL Wolfsburg verglichen), wird man schnell feststellen, dass sich z.B. Bayer, WOB, aber auch Carl-Zeiß Jena ursprünglich gegründet haben, um den Angestellten ihrer Werke Sporttreiben zu ermöglichen. Zu damaliger Zeit konnte man mit der "Fußlümmelei" kein Geld verdienen, man zahlte sogar oft drauf. Erst nach und nach passte man sich sich (notgedrungen) den gegebenen Umständen und der Kommerzialisierung an. Jedoch wurde KEIN EINZIGER Verein der Welt gegründet, um primär ein Produkt zu vermarkten. Und so etwas hat nichts in der CL zu suchen ... zumal ich bezweifle, das beide Mateschitz-Vereine dort eine Rolle spielen werden/würden.

21.03.2017 13:28 mea culpa! 55

pecunia non olet !

21.03.2017 12:04 Sr.Raul 54

@46 (Bernd), ich kann ja verstehen das Du Dich als der Versiertere auf den Gebieten BWL, Steuern etc. pp., gern diesen darauf bezogenen Randbemerkungen zuwendest. Ich wollte vereinfacht geschrieben damit eigentlich nur darlegen, dass man sich mit den internen Finanzflüssen zwischen Salzburg und Leipzig oder eben von Kostenstelle zu Kostenstelle, u.a. einfach nur absichert, weil's wohl so sein muss. Ja, den heutigen "MZ"- Artikel habe ich gelesen. Da lauert jedoch für mein Dafürhalten die nächste Falle, zumindest wenn Diddi die Verbindlichkeitenlücke schließt. Aber wie Einige hier schon anführten, mehr als überraschen lassen können wir uns eh alle Miteinander nicht. Den ganz großen Durchblick der ganzen Verstrickungen, Verquickungen in Verbindung existenter Regularien, dürfte hier sowieso Niemand haben. Also, der Dinge harren und die Hoffnung nicht aufgeben.

21.03.2017 11:45 RumBelballer 53

@48 Bernd, das ist auch waaaaaas gaaaaanz anderes. Es sei denn, Deine Landkarten sagen etwas anderes.

21.03.2017 10:49 RBLer 52

Mal zum Abschluss: Ein Rechtsanwalt darf seine Meinung äußern. Aber eine der wichtigsten Frage ist dabei auch immer, wessen Interessen der Rechtsanwalt vertritt. Das wird im Artikel nicht klar. Scheint mir ja nicht der selbsternannte "Robin Wood" der Fanszene zu sein, sondern eher der Vertreter der großen CL-Vereine, die ihren Kuchen verteidigen wollen..