Fußball | 2. Liga Aue trennt sich von Trainer Letsch

Thomas Letsch (FC Erzgebirge Aue) gibt den Ball ab
Bildrechte: IMAGO

Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue hat sich überraschend von Trainer Thomas Letsch getrennt. Das gab der Verein am späten Montagabend in einer Pressemitteilung bekannt.

Auf das kommende Punktspiel am Freitag bei Eintracht Braunschweig wird Co-Trainer Robin Lenk die Mannschaft vorbereiten. Eine nähere Begründung für die Beurlaubung wurde nicht genannt. Der Klub berichtete lediglich, dass die Trennung "das Ergebnis eines heute Abend stattgefundenen Treffens von Vertretern der Führungsgremien des Vereins und dem Fußballlehrer" ist. Allerdings könnte die desolate Leistung bei der 0:2-Niederlage und dem Pokal-Aus bei Drittligist Wehen Wiesbaden am Sonntag mit ausschlaggebend gewesen sein.

Letsch erst seit Saisonbeginn im Amt

Trainer Thomas Letsch enttäuscht
Thomas Letsch beim 0:2 in Wehen. Bildrechte: IMAGO

Der 48-jährige Letsch war erst zu Saisonbeginn vom FC Liefering, einer Art 2. Mannschaft von Red Bull Salzburg, ins Erzgebirge gewechselt und sollte dort den zu Schalke 04 abgewanderten Domencio Tedesco ersetzen. Er verließ die "Red-Bull-Fußball-Familie", nachdem ihm dort der Ex-Leipziger Marco Rose als Trainer der ersten Mannschaft vorgezogen worden war. Die ersten drei Pflichtspiele gingen verloren, dazu präsentierte sich die Mannschaft auch in den Testspielen in der Saisonvorbereitung schlecht. Den Aufwärtstrend vom unglücklichen 1:2 im Nachholspiel in Heidenheim hatten die Sachsen in Wiesbaden nicht bestätigen können. Dort lagen sie bereits nach sieben Minuten 0:2 zurück und hatten in den ganzen 90 Minuten nur zwei Torchancen.

Erzgebirge Aue: Zehn Jahre, zehn Trainer

Trainer Gerd Schädlich gibt Anweisungen
Gerd Schädlich übernahm 1999 den FC Erzgebirge und kam mit Zweitliga-Erfahrung in die Regionalliga (damals dritthöchste Spielklasse). Den FSV Zwickau hatte er 1994 ins Fußball-Oberhaus geführt. Bildrechte: IMAGO/Kruczynski
Trainer Gerd Schädlich gibt Anweisungen
Gerd Schädlich übernahm 1999 den FC Erzgebirge und kam mit Zweitliga-Erfahrung in die Regionalliga (damals dritthöchste Spielklasse). Den FSV Zwickau hatte er 1994 ins Fußball-Oberhaus geführt. Bildrechte: IMAGO/Kruczynski
Trainer Gerd Schädlich mit einem Pokal
2003 schaffte er schließlich den Sprung in die 2. Bundesliga mit Aue. Im letzten Punktspiel des Jahres 2007 setzte es eine 0:5-Pleite bei 1860 München, Schädlich trat zurück. Bildrechte: IMAGO/Picture Point
Präsident Uwe Leonhardt (li.) im Gespräch mit Trainer Roland Seitz (beide Aue)
Sein Nachfolger wurde am 1. Januar 2008 der Oberpfälzer Roland Seitz (re.). Doch nach nur zehn Punkten aus zwölf Ligaspielen war Schluss. Bildrechte: IMAGO/Picture Point
Trainer Heiko Weber gibt Pierre le Beau (beide Aue) Anweisungen
Der heutige Meuselwitz-Coach Heiko Weber (re.) übernahm am 21. April 2008. Den Abstieg in die 3. Liga konnte er nicht verhindern. Nach Platz neun am Saisonende 2009 kam sein bisheriger Co-Trainer ans Ruder … Bildrechte: IMAGO
Trainer Rico Schmitt in Aktion
Rico Schmitt war bereits 2005 von Gerd Schädlich in den Verein geholt worden. In seiner ersten Saison als Chef schaffte der gebürtige Karl-Marx-Städter die Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2011 klopfte er sogar mit Aue an die Bundeligatür. Am Ende wurde es der fünfte Rang. Bildrechte: IMAGO/Eibner
Trainer Karsten Baumann, Erzgebirge Aue, und Trainer Peter Pacult (Dresden)
Am 22. Februar 2012 kam Karsten Baumann (li.) in die Verantwortung. Der Klassenerhalt wurde gesichert, doch nach dem 31. Spieltag der darauffolgenden Saison 2012/13 war auch für den gebürtigen Oldenburger Schluss. Bildrechte: IMAGO
Torhüter Martin Männel (l) und Falko Götz
Falko Götz (re.) verhinderte 2013 und 2014 den Abstieg. Doch ein schwacher Start in die Spielzeit 2014/15 bedeutete am 2. September 2014 das Aus für ihn. Bildrechte: FC Erzgebirge Aue
Trainer
Mit Tomislav Stipic ging es 2015 wieder runter in die 3. Liga. Allerdings löste der gebürtige Jugoslawe seinen bis 2016 laufenden Vertrag zum Saisonende auf. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Aues Trainer Pavel Dotchev nach der 1:4 Niederlage.
Nach einer zweijährigen Pause kehrte der Bulgare Pavel Dotchev ins Trainergeschäft zurück und führte Aue 2016 sofort wieder in die 2. Bundesliga zurück. Nach einer 1:4-Heimniederlage gegen Dynamo Dresden gab er am 28. Februar 2017 seinen Rücktritt bekannt. Bildrechte: IMAGO
Christian Tiffert (Aue) und Trainer Domenico Tedesco (Aue) feiern.
Der Deutsch-Italiener Domenico Tedesco übernahm am 8. März und zeigte bei seiner ersten Station als Cheftrainer, was er kann. Aue schaffte den Klassenerhalt, doch der FC Schalke 04 lockte Tedesco in die Bundesliga. Bildrechte: Picture Point
Trainer Thomas Letsch enttäuscht
Thomas Letsch war nur drei Pflichtspiele in der Verantwortung und musste am 14. August seinen Hut nehmen. Seine Bilanz: drei Niederlagen, bei 1:6 Toren. Bildrechte: IMAGO
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Krisensitzung am Montag

Am Montag hatte Thomas Letsch noch mit den Führungsspielern Martin Männel, Christian Tiffert und Fabian Kalig eine Krisensitzung abgehalten. Außerdem analysierte er die sportliche Situation und deutete an, dass der Kader Verstärkungen gebrauchen könnte.

dpa/cke

Darüber berichtet das MDR Fernsehen MDR aktuell | 14.08.2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2017, 09:18 Uhr

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82 Kommentare

16.08.2017 17:53 Bold 82

Mal ehrlich,manche sollten bevor sie hier was schreiben erstmal Nüchtern werden oder die Tastatur richtig beherrschen. Wir alle können hier diskutieren aber ändern werden wir nichts. Man kann nur hoffen das die die jedzt ihre Fehler einsehen die diesen Bockmist verzapft haben! Vorallem jeder- Vereinsführung,Trainerstab und Spieler! Aue war immer der Verein der mit relativ bescheidenen Mitteln auskommen musste.Wir können nicht Hundertausende Euros in Abgehalfterte Profis stecken sondern das Potential der die da sind nutzen. Tugenden wie Aue sie hatte sind jedzt gefragt! Fussball spielen aber auch kämpfen und alles geben für den Club!! Jeder Fan würde das akzeptieren auch wenns mal in die Hose geht! Mal ehrlich wo wären wir wenns die Leos nicht geben würde! Für mich ärgerlich- Bei Erfolg sind sie die Größten,aber wenn`s raucht dann wird in die unterste Schublade gegriffen!! Viel Glück bei der Trainersuche und lasst uns wieder jubeln!!!!!

16.08.2017 14:46 dieter-obst 81

Glück Auf aus Freiberg ,- hin und her!
Hauptgrund immer wieder - öfter,s gute Spieler
inb Aue geformt .-und dann billig weggekauft,s,u.a.
Breitkreuz,samson,hochscheidt,Silvestre ect.
und dann Braunschweig-wie in d. Politik,nicht
worthalten(s.Hochscheidt-nehmen aber nicht
geben1 wir sind ja nur der preiswerte Oste.-n
wie in d. Politik, nur verlogen,u, korru
da wird d. Osten immer Verlierer sein .-siehe
auch Releg.runde! Jena-Cottbus.-im Westen darf
d. 2,- im Osten nichtmal d. Erste aufsteigen,-
so geht,s nicht weiter - wehrt Euch anständge Fans!!!

16.08.2017 14:41 Robin Lenk 80

Es passt einfach nicht mit unserem Präsident Helge Leonhardt!

16.08.2017 14:31 revolvere 79

@ 77 + 72 muzzi und schachtproblem

ok! wir können uns darüber streiten, ob die spitzen eines fussball-vereins immer alles richtig machen.
im prinzip gehts ums durchsetzen im profigeschäft.
egal wie! was zählt ist das ergebnis. und wie ich sehe, sind viele veilchen-fans dankbar, dass sie 2. liga geniessen dürfen. es ist nicht alles schlecht, was im erzgebirge gemacht wird. die trainer-situation allerdings sollte man in den griff kriegen. vielleicht mit jemandem aus der region.

16.08.2017 14:15 revolvere 78

ich weiss auch, dass die leos nicht überall freunde haben. die leos aber mit dem jordanier gleichsetzen halte ich für überzogen. ismaik ist ein investor, ein finanzier und wollte auch so behandelt werden. die leos sind erzgebirger. sie tun was für den verein, für die stadt und für die region. bei ismaik wäre ich mir da nicht so sicher. warum der in den damals schon recht maroden verein investiert hat ??? die waren schon vor dem ende ???

16.08.2017 13:22 Muzzi 77

So Unrecht hat #71 da gar nicht @72 revolvere.
Die Leo's haben ihre Finger überall im Spiel, aber nicht von allem Ahnung. Genau das ist eben das angesprochene Beispiel zu Ismaik. Der hat seinen Griffel auch überall drin und von so manchen Sachen überhaupt keine Ahnung. Also ähnlich wie in Aue. Bin aber trotzdem gespannt, wen sie nun ins Gebirge locken können. So eine zerfahrene Situation mit unklarem Ausgang trauen sich nur wenige zu. Könnte eine verdammt besch.... Saison werden, zumindest bis zur Winterpause. Lassen wir uns mal überraschen.
Dynamische Grüsse ins Gebirge,
Muzzi

16.08.2017 12:49 @73 76

Korrekt. Selbst das ist bloß der Anfang.
Dann kommen Maurizio Gaudino als Sportdirektor und Rene van Eck als Trainer.
Läuft.

16.08.2017 11:55 Schachtproblem 75

@72
Ich könnte Dir schon Parallelen aufzeigen.
Beginnend mit der teilweisen peinlichen Außendarstellung beider Personen.
Kritiker sollen mundtot gemacht werden und, und, und.
Mein Gutster.
Und das Auftreten der Leonhardt-Brüder hat schon was von Gutsherrenart.
Nicht gerade zeitgemäß und auch nicht mehr verbreitet.
Das Ergebnis der Vorgehensweise spiegelt die Situation im Schacht wieder.

16.08.2017 10:55 Gerhard 74

Eins ist Fakt: langweilig ist es beim FCE nie. Deshalb liebe ich diesen Verein ;-)

16.08.2017 09:51 Werner Brandtner Preißelpöhl 73

Diese Truppe wird durchgereicht bis in die Regionalliga.