Fußball | 2. Bundesliga Nach Konrad-Show: Darmstadt verhindert Dynamo-Sieg

8. Spieltag

Es hätte ein umjubelter Auswärtssieg werden können. Doch Dynamo Dresden trennte sich vom SV Darmstadt dann doch mit 3:3. Die Sachsen hatten eine Zwei-Tore-Führung in der Schlussphase nicht über die Zeit gebracht. Die "Lilien" kamen noch einmal zurück und sorgt für hängende Köpfte bei der SGD.

von Maria Köhler

Niklas Kreuzer (SG Dynamo Dresden) enttaeuscht
Niklas Kreuzer direkt nach dem Schlusspfiff. Bildrechte: IMAGO

Standards bringen die Tore

Uwe Neuhaus rotierte zum Ende der Englischen Woche ordentlich - sieben neue Spieler in der Startelf. Selbst Kapitän Marco Hartmann musste im Stadion am Böllenfalltor auf der Bank platznehmen. Dafür rückte Manuel Konrad ins defensive Mittelfeld und zeigte was er kann. Denn der 29-Jährige, der bei einigen umstritten ist, bewies nach Standards einen Torriecher: Zweimal traf er aus etwa elf Metern (23./34.). Dabei waren Ecken von Niklas Kreuzer vorausgegangen. Zwischendurch hatte Darmstadts Tobias Kempe durch einen direkt verwandelten Freistoß zum 1:1 getroffen (30.).

Torjubel mit Torschützen Manuel Konrad
Bildrechte: IMAGO

In der Anfangsphase hatten die Hessen mit ihrem frühen Pressing die SGD ordentlich unter Druck gesetzt. Doch Dresden hatte Glück, fing sich zunächst kein Gegentor. Dynamo befreite sich mit zunehmender Spieldauer öfter aus der eigenen Hälfte und fand mit der guten Chancenverwertung in die Partie.

Zwei gute "Lilien"-Aktionen in der Schlussphase

Nach der Pause provozierten Stadionbesucher aus dem Gästeblock mit schwarzem und gelbem Rauch eine dreiminütige Spielunterbrechung. Zudem sorgten viele kleine Fouls für wenig Spielfluss. Die "Lilien" kamen dann aber doch zu einigen Chancen. Artur Sobiech flog bei einem Kopfballversuch nur knapp am Kunstleder vorbei. Zudem wurde Kevin Großkreutz im Strafraum von Kreuzer umgeschubst. Das war Schiedsrichter Sven Waschitzki aber zu wenig für einen Elfmeter.

Die Bilder der Partie

Fisheye Weitwinkel-Motiv vom Merck-Stadion am Böllenfalltor rund eine Stunde vor Anpfiff des Spiels. Dynamo-Fans im Gästeblock.
Für ein Fußballspiel im Herbst herrscht herrliches Wetter. Es ist heiter, 18 Grad Celsius. Und gleich ist auch der Gästeblock voll. Bildrechte: IMAGO
Fisheye Weitwinkel-Motiv vom Merck-Stadion am Böllenfalltor rund eine Stunde vor Anpfiff des Spiels. Dynamo-Fans im Gästeblock.
Für ein Fußballspiel im Herbst herrscht herrliches Wetter. Es ist heiter, 18 Grad Celsius. Und gleich ist auch der Gästeblock voll. Bildrechte: IMAGO
Trainer Torsten Frings und Trainer Uwe Neuhaus
Darmstadts Coach Torsten Frings und SGD-Trainer Uwe Neuhaus kennen sich gut. Neuhaus war einst bei Borussia Dortmund der Trainer des einstigen Mittelfeldspielers. Bildrechte: IMAGO
Kevin Grosskreutz und Marvin Schwäbe
Die "Lilien" starten besser ins Spiel. Kevin Großkreutz wird mit einem Steilpass geschickt. Doch der Offensivmann schießt SGD-Torwart Marvin Schwäbe an.
Bildrechte: IMAGO
Das 2:1 für Dynamo. Konrad dreht jubelnd ab.
Doch Dynamo befreit sich nach dem guten Pressing der Hausherren besser. Bei einem Eckball verwirrt Niklas Kreuzer den Gegner durch einen Doppelpass mit Aias Aosman. Dann trifft Konrad zur Führung. 1:0! Bildrechte: IMAGO
Tor zum 1:2 durch Manuel Konrad
Der Mittelfeldmann wird am Sonntag zum Knipser. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Tobias Kempe (30.) trifft er erneut - wieder nach einem Kreuzer-Eckball, wieder aus etwa elf Metern. Bildrechte: IMAGO
Manuel Konrad jubelt
Und auch nach der Pause hat Konrad noch nicht genug. Lange warten die 17.000 Zuschauer auf weitere Treffer. In der 80. knallt er die Kugel nach einem Kreuzer-Freistoß in den Winkel. Das 3:1 der SGD hat gute Chancen, beim Tor des Monats dabei zu sein. Bildrechte: IMAGO
Torjubel mit Torschützen Manuel Konrad
Drei Tore in einem Punktspiel. Daran wird sich Konrad lange erinnern. Bildrechte: IMAGO
Fans von Dynamo Dresden
Keine zehn Minuten mehr auf der Uhr. Einige Fans aus dem Gästeblock rufen schon "Auswärtssieg". Bildrechte: IMAGO
Goal scored, Tor zum 2:3 durch Terrence Boyd (SVD - SV Darmstadt 98)
SGD-Stürmer Peniel Mlapa, der unauffällig gespielt hat, geht raus. Dynamo will sich wohl aufs Verteidigen konzentrieren. Doch Darmstadts Terrence Boyd verkürzt. Mit einem Kopfball sorgt der ehemalige Spieler von RB Leipzig für das 2:3. Es ist die 90. Minute... Bildrechte: IMAGO
Darmstadts Jubel nach dem 3:3
Und Dynamo gibt tatsächlich noch den Sieg aus der Hand. Tobias Kempe trifft in der dritten Minute der Nachspielzeit. 3:3 der Endstand. Beide Mannschaften bekommen einen Punkt. Bildrechte: IMAGO
Niklas Kreuzer (SG Dynamo Dresden) enttaeuscht
Hängende Köpfe bei den "Schwarz-Gelben". Niklas Kreuzer hat alle drei SGD-Tore eingeleitet. In einer Woche muss Dynamo zum 1. FC Heidenheim. Bildrechte: IMAGO
Uwe Neuhaus
Uwe Neuhaus sagt: "Ich bin bitter enttäuscht. Wenn man kurz vor Schluss führt, will man gewinnen. Es fühlt sich wie eine Niederlage an." Bildrechte: IMAGO
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Dynamo schaffte es - trotz eines Angriffs mit vier Spielern - lange auch nicht, ein Tor nachzulegen. Doch es gab ja noch die neue SGD-Wunderwaffe Konrad! Nach einem Kreuzer-Freistoß traf er mit einem Schuss der Marke "Tor des Monats" in den rechten Winkel (80.). Doch das war es noch nicht, obwohl einige Fans in der Schlussphase schon "Auswärtssieg" riefen.

Die Mannschaft von Torsten Frings bewies wie zuletzt schon oft einen langen Atem. Der eingewechselte Terrence Boyd verkürzte nach einer Ecke mit einem aufsetzenden Kopfball zum 2:3 (90.). Sein erstes Saisontor. In der Nachspielzeit sorgte Kempe, der früher für Aue gespielt hatte, mit dem 3:3 für hängende Köpfe bei den SGD-Spielern (90.+3).

Das sagten die Trainer

Uwe Neuhaus (Dresden): "Ich bin bitter enttäuscht. Wenn man kurz vor Schluss führt, will man gewinnen. Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Wir haben am Anfang keine Lösung gegen das Pressing gefunden. Wir sind nicht zu Unrecht in Führung gegangen. Dass am Ende irgendwann der Druck von Darmstadt größer wird, darauf haben wir reagiert. Wir haben ein bisschen Lehrgeld gezahlt. Was die Erfahrung angeht, waren wir im Nachteil. Von Ordnung kann man in der Schlussphase eh nicht reden, weil Darmstadt alles nach vorne warf."

Torsten Frings (Darmstadt): "Wir waren die dominierende Mannschaft. Wir haben viele Torchancen herausgearbeitet, die wir nicht genutzt haben. Wir hätten den Elfmeter bekommen müssen. Wir müssen gieriger werden und konsequenter verteidigen. Aber insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht. Ich ärgere mich, dass wir nur fünf Minuten Nachspielzeit bekommen haben. Insgesamt freuen wir uns über ein gutes Spiel und den Punkt."

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Im Bild - Trainer Hannes Drews, Erzgebirge Aue.
Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Fürth holt gegen Aue drei Punkte, die Veilchen verlieren 1:2. Woran hats gehapert? Der Trainer bilanziert gegenüber MDR-SACHSEN-Reporter Ronny Maiwald.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio So 15.10.2017 15:52Uhr 02:01 min

http://www.mdr.de/sachsenradio/audio-517462.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. September 2017 | 16:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2017, 14:45 Uhr

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54 Kommentare

26.09.2017 14:25 Muzzi 54

Und da sind sie wieder, die ewig erfolglosen vom FCM. 28 Jahre Fussballtristesse nach der Wende können schon verdammt heftig an einem Nagen. Wie sagt Elsterglanz so schön:
"Rambo, hier is alles Tod seit dor Wende".... :-)

Es sind 8 Spieltage gespielt und Platz 4 bis 13 trennen gerade mal 7 Punkte. Das zeigt wie eng es dieses Jahr in dieser Liga zugehen wird und das knapp 2/3 lange kämpfen werden müssen.
Und die Blau-Weissen-Trolle aus der Magdeburger Ecke sollen zusehen, dass Sie am Ende der Saison mindestens Platz 3 inne haben.
Dynamische Grüsse
Muzzi

25.09.2017 22:36 Dynamofan 53

Jungs Kopf hoch das wird schon wieder manche Aue Fans sollten sich mal hinterfragen in der letzten Saison fast Abgestiegen und jetzt eine dicke Lippe riskieren mal den Ball flach halten lacht.

25.09.2017 20:47 VP 52

"Nach der Pause provozierten Stadionbesucher aus dem Gästeblock mit schwarzem und gelbem Rauch eine dreiminütige Spielunterbrechung." - Lieber mdr, geht es nicht noch etwas betulicher? Warum nennen Sie das Kind nicht beim Namen und schreiben Chaoten oder Kriminelle? Und von der Plünderung an der Raststätte Eichelborn (vgl. bspw. MZ) liest man hier nichts, sonst wir doch auch jeder gerissene Schnürsenkel aufgelistet...

25.09.2017 20:17 BW FCM 51

Ich denke Dynamo hat nur echte Fans und keine Eventis???
Man wird sehen wie die Zuschauerzahlen abnehmen.

25.09.2017 19:03 SGDHarzer66 50

Es bringt doch nichts, jetzt den beiden Punkten hinterher zu trauern. Wichtig wird sein, wie sich die Mannschaft jetzt gegen Heidenheim präsentiert. Und damit meine ich, das nur der Blick nach vorn helfen kann. Und wenn es auch dort (nur) ein Punkt wird ist es auch nicht so wild. Wir müssen halt dieses Jahr kleinere Brötchen backen. Und das Team braucht die Unterstützung ALLER Fans bis zum Schluss! Das wollte ich hier mal loswerden, da es nicht sein kann, das irgendwelche "Erfolgsfans" die Spieler beim erst besten Negativerlebnis auspfeifen! Ich habe fertig........

25.09.2017 18:24 Aldi 49

@44: Solche User und Fans wie dich braucht kein Mensch und kein Verein. Denk einfach mal an die vergangene Saison. Alles klar? Grüße aus dem Schacht. P.S.: SGDHarzer, was macht dein Herz. Muss ich mir Sorgen machen?

25.09.2017 17:18 Michael 48

der Punkt kann am Ende wichtig sein, der Trainer sollte das Spiel abhaken und die Truppe auch. Letztes Jahr hat man in Heidenheim 0:0 gespielt und war besser. Nun spielt man schlechter und gewinnt. Die Liga ist ausgeglichen, man hat 5 Punkte verschenkt, aber wenn man kämpft kommt das Glück zurück, einfach Köpfe hoch und weiter gehts...

25.09.2017 16:25 Pombär 47

@44: Du bist und bleibst ein Klippenkuckuck....

25.09.2017 16:13 Uwe, Dresden 46

44 bedient auch noch das Klischee was ich unter 29 ansprach.... Und im Übrigen: ja, Sand-hau-sen. Hm.

25.09.2017 16:02 Auefan 45

@44 Dein Kommentar ist völlig deplatziert!
Dynamo hat einen unglücklichen Start hingelegt und wird bald zu alter Stärke zurückkehren. Freuen wir uns über unser bisheriges abschneiden. Abgerechnet wird nach Spieltag 34 ... siehe Würzburg letztes Jahr ... es wird noch ein langer und harter Weg für uns.