Fußball | 3. Liga : Mit junger Mannschaft alte Ziele erreichen
Sie sind die absoluten Frühstarter: Als erste Liga im deutschen Profi-Fußball startet am Wochenende die 3. Liga in die neue Saison. Namhafte Teams wie der Karlsruher SC, Arminia Bielefeld und Hansa Rostock machen sie zur attraktivsten 3. Liga der Geschichte. Mittendrin sind auch die drei mitteldeutschen Klubs aus Chemnitz, Erfurt und Halle. Wir beleuchten die "MDR"-Mannschaften und machen kurz vor dem Start den Saisoncheck. Heute: Rot-Weiß Erfurt.
Am Sonnabend startet die Drittliga-Saison und für viele Experten ist es die interessanteste und beste Liga der vergangenen Jahre. Die Erfurter spielten in den vergangenen Spielzeiten regelmäßig um den Aufstieg mit, scheiterten aber letztendlich immer am heiß ersehnten Ziel. In der kommenden Saison verkörpert der thüringische Traditionsverein nun ein "neues Gesicht", will aber an die Saisonziele der abgelaufenen Saison anknüpfen.
Neue Spieler - neue Chance!
Insgesamt elf Spieler haben Erfurt verlassen, darunter auch viele Leistungsträger wie Oliver Caillas, Rudolf Zedi und Torjäger Marcel Reichwein. Die Lücke im Sturm soll vor allem Mijo Tunjic von der SpVgg Unterhaching schließen. "Er ist in der Lage viele Tore zu erzielen. Wir trauen ihm einiges zu", gibt sich RWE-Trainer Stefan Emmerling zuversichtlich. Außerdem vertraut der Trainer in der kommenden Spielzeit vielen jungen Spielern. Mit Kevin Möhwald, Maik Baumgarten, Patrick Göbel und Philipp Klewin rücken insgesamt vier Spieler aus der eigenen Jugend in den Profi-Kader. Für RWE-Präsident Rolf Rombach sind die jungen Spieleridenti ein wichtiges Zeichen in Richtung der Fans: "Ich glaube, dass die eigenen Fans junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs sehen wollen. Denn sie stehen für die Identifikation zum Verein und der ganzen Region." Zudem stehen Marius Strangl (Greuther Fürth), Aykut Ötztürk (SV Sandhausen), Rafael Czichos und Mario Fillinger (FSV Frankfurt) neu im Erfurter Aufgebot.
Durchwachsene Vorbereitung bereitet Sorgen
Erfurt hat sich in der Vorbereitung schwer getan und konnte die eigenen Ambitionen nicht immer in die Tat umsetzen. Zwar gab es Siege gegen viele unterklassige Vereine, aber auch zwei schmerzhafte Niederlagen gegen die Regionalligisten VFC Plauen (0:1) und Hessen Kassel (1:3). Emmerling weiß aber in welchen Mannschaftsteilen sein Team noch zulegen muss: "Gerade im Defensivbereich muss besser gearbeitet werden. Wir haben das ein oder andere Tor zu viel kassiert. Wir haben uns aber auch viele Chancen herausgespielt und hätten daraus mehr Zählbares herausholen müssen.
Ziel: "Wir wollen wieder einen einstelligen Tabellenplatz"
Emmerling schaut trotz der jüngsten Ergebnisse optimistisch in die neue Saison: "Wir glauben, dass der Kader das Potential hat eine gute Saison zu spielen. Die Wahrheit liegt auf dem Platz und jeder Einzelne muss nun beweisen, was in ihm steckt." Für ihn sind die drei Zweitliga-Absteiger Alemannia Aachen, Karlsruher SC der FC Hansa Rostock sowie der 1. FC Heidenheim die größten Anwärter auf die Aufstiegsplätze. Neu-Kapitän Nils Pfingsten Rettig ist da schon selbstbewusster und definiert die Ziele noch etwas deutlicher: "Wir wollen natürlich einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Vielleicht können wir den Platz aus dem vergangenen Jahr (Platz 5) sogar noch verbessern."
Erfurt spielt am Sonnabend 14 Uhr bei Wehen-Wiesbaden und geht mit einem guten Omen in die Partie. In den vergangenen beiden Jahren konnten die Thüringer jeweils als Sieger den Platz verlassen. Am Mittwoch steht jedoch noch der Höhepunkt der Vorbereitung mit dem Spiel gegen den amtierenden Double-Sieger Borussia Dortmund auf dem Programm. "Hier haben alle noch einmal die Gelegenheit, sich für die Auftaktpartie in Wiesbaden zu empfehlen", sagte Erfurts Trainer.

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