Julian Günther-Schmidt (Jena) gegen Marcel Gebers (Meppen).
Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Fußball | 3. Liga Jena erkämpft nur einen Punkt

8. Spieltag

Der FC Carl Zeiss Jena hat den ersehnten ersten Heimsieg verpasst. Die Thüringer mussten sich im Aufsteiger-Duell gegen Meppen mit einem 2:2 begnügen. Spieler des Tages war Sören Eismann, der sich als Schlitzohr erwies und beide Tore erzielte.

Julian Günther-Schmidt (Jena) gegen Marcel Gebers (Meppen).
Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Jena begann verheißungsvoll: Eine weite Flanke von Florian Brügmann in den Strafraum verpasste Rene Eckardt nur knapp (3.). Doch die Chance erwies sich als Strohfeuer, denn mit zunehmender Spieldauer leisteten sich die Gastgeber immer wieder Fehler im Spielaufbau und Abschluss.

Meppen schockt Jena

Meppen bestrafte dies mit einem blitzsauberen Kontertor durch Marius Kleinsorge in der 18. Minute. Es war die erste Gelegenheit der Gäste überhaupt. Im Anschluss blieb Carl Zeiss weiter hinter den eigenen Erwartungen zurück. Es fehlte weiter an der nötigen Präzision und Durchschlagskraft. Besser machten es erneut die Gäste, die in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch einen Kopfballtreffer von Jovan Vidovic zum 2:0-Pausenstand erhöhten.

Torwart Raphael Koczor (Jena) machtlos, Tor zum 0:1 durch Marius Kleinsorge (Meppen).
Torwart Raphael Koczor (Jena) ist machtlos, als Marius Kleinsorge zum 1:0 für Meppen trifft. Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Zimmermann wechselt Trio aus

In der Kabine reagierte CZ-Coach Mark Zimmermann mit einer bemerkenswerten Komplettwechsel: Damit war für Manfred Starke, Guillaume Cros und Eckardt die Partie vorzeitig beendet. Mit der Hereinnahme von Davud Tuma, Firat Sucsuz und Dominik Bock sollte frischer Schwung ins lahme Angriffsspiel der Jenaer gebracht werden. Und Zimmermanns Plan schien aufzugehen. Vor allem Tuma wirbelte auf der linken Seite und machte viel Druck. Bei Jena war nun endlich Leidenschaft und Kampfeswille im Spiel.

Schlitzohr Eismann verkürzt

Sören Eismann erwies sich zudem als Schlitzohr, als Meppens Nico Granatowski Jenas Jullian Günther-Schmidt am Boden liegen sah, auf ein Foulspiel - und damit auf eine Spielunterbrechung - spekulierte und einfach mit dem Ball stehen blieb. Allerdings blieb der Pfiff des Referees aus und Eismann schnappte sich die Kugel und schob so zum 1:2 ein. Wütende Proteste der Gäste ließen den Schiri kalt. Der Treffer zählte.

Eismann schnürt Doppelpack

Mit dem Anschlusstor im Rücken forcierte Jena nochmals die Schlagzahl. Meppen dezimierte sich zudem selbst, als Torschütze Vidovic nach einem taktischen Foul Gelb-Rot sah (79.). Die Jenaer Angriffsbemühungen belohnte erneut Eismann drei Minuten später, als die Gäste nach einem Jenaer Freistoß nicht entscheidend klären konnte und er aus 15 Metern zum umjubelten 2:2 einnetzte. Obwohl es im Anschluss noch weitere gute Gelegenheiten für die Platzherren gab, blieb es beim Remis.

Das sagten die Trainer:

Christian Neidhardt (Meppen): "In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Auswärtsspiel gemacht, haben da aber die eine oder andere Kontermöglichkeit liegengelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns hinten reindrängen lassen, standen damit tief, ohne dass der Gegner Möglichkeiten hatte. Durch die Situation zum 1:2 hat sich Jena in das Spiel gekämpft. Die Situation lasse ich einfach mal so stehen, denn ich glaube, mir fehlen dazu die Worte. Wir können dabei in den Spiegel schauen, Jena muss das für sich ausmachen."

Mark Zimmermann (Jena): "Zunächst bin ich nicht darauf stolz, was in der 57. Minute passiert ist. Das hat natürlich das Spiel beeinflusst. In der ersten Halbzeit hatten wir sehr viele Möglichkeiten, wo unsere Abschlussschwäche wieder deutlich wurde. Bis dahin kommt der Gegner zweimal vor das Tor und es steht 0:2. Mit der Mentalität und der Moral meiner Mannschaft bin ich absolut zufrieden. Ich kann aber verstehen, dass der SV Meppen jetzt aber sauer ist."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2017, 18:40 Uhr

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105 Kommentare

18.09.2017 17:09 Tut nix zur Sache 105

Vorweg: bin Anhänger des FCC.
Einige Fragen zur Situation des 1:2 sollte man sich schon stellen.
1. Wo zeigt der Meppener eigebtlich hin? Hat das was mit dem Liegenden zu tun?
2. Wenn er eine Unterbrechung möchte, warum schießt er nicht ins Aus, sondern bleibt dort stehen?
3. Der liegende Jenaer hat keine Andeutungen gemacht, dass er eine Unterbrechung benötigt (keim Handheben, kein Abklopfen) und ist während der Szene schonwieder am Aufstehen.
Also liebe Hater: Ball flachhalten!

18.09.2017 16:50 Herr Lehmann 104

Unsportlich!!! Da kann ich doch nur lachen, was für eine Doppelmoral was hier einige von sich geben. Wenn Spieler bei jeder Berührung sich Minutenlang auf den Platz rumrollen als ob sie sich alle Knochen gebrochen haben oder einen Ball spielen der einen Meter im aus war, redet auch keiner von fair play. Eigentlich war ein schönes Tor. Knaller der Woche!

18.09.2017 16:26 Markus 103

Ich dachte ich seh nicht richtig, als ich hier lesen musste "das schlitzohr eismann"!! Bei allem Verständnis für die emotionalen Reaktionen der Fans, aber solch eine Aussage von einem vermeintlich neutralen Journalisten lässt mich doch staunen. Wie man so eine unfaire Aktion tatsächlich in einer Nachbetrachtung als clever bezeichnen kann ist mir ein absolutes Rätsel. Hier sollte sich nicht nur dringend der Verein und der Spieler selbst hinterfragen, sonder ganz besonders auch der MDR und seine Mitarbeiter!

18.09.2017 10:15 Condor 102

Jena hat einen Punkt gewonnen, aber Sympathiepunkte verloren.

18.09.2017 09:50 Meppener 101

...also, wenn es nach mir ginge, dürfte unser Nico Granatowski 1000 EUR in die Mannschaftskasse geben. So was einfältiges...

18.09.2017 07:34 Werner 100

Herzlichen Glückwunsch Jena... Wenn ein Verein durch solche Unsportlichkeiten einen Punkt holt, und als Verein noch nicht mal klar Stellung bezieht, dann sollte aus dieser Region keinerlei Aussage mehr in Bezug auf "fair play" kommen. Ich jedenfalls werde mir keinerlei weiteren Spiele dieses Vereins anschauen.

18.09.2017 03:52 Loksche 99

Die Entschuldigung bringts am Tag danach auch nicht mehr. Eismann ist deutschlandweit durch die TV-Bilder und SocialMedia gebrandmarkt. Die Dinge in anderen Stadien werden ihren Lauf nehmen. Der Junge hat Fairplay mit Füßen getreten, Meppen um drei Punkte gebracht und seinem Verein einen Bärendienst für die schwierige Mission Klassenerhalt in Liga 3 erwiesen.

17.09.2017 22:57 Vokuhila Freunde Jena 98

@Lisa könnte es sein, das Ihr richtiger Name Alexa heißt ?

Ich habe schon sehr viele Fußballspiele gesehen, logischerweise gab es immer Fehlentscheidungen sowohl von Spielern aber auch Schiedsrichtern und auch Funktionären, aber das was der Spieler Eismann gemacht hat, das ist eine einzige Schande für den Sportsgeist, ich schäme mich gegenüber den Meppenern zutiefst!!!

17.09.2017 22:04 matze0762 97

Mensch Sören, muss man sich wirklich so verhalten? Dein 2. Tor war richtig gut, aber jeder wird ab jetzt nur den Anschlusstreffer in Erinnerung behalten und der war nun mal in Sachen Fairness unterste Schublade und bestimmt keine Schlitzohrigkeit, wie das der MDR bezeichnet. Ich würde gern mal die Überschrift sehen wollen, wenn es andersherum gewesen wäre. Rot/weiße Grüße aus Halle

17.09.2017 21:15 Peter 96

ich habe mit beiden Vereinen eigentlich nichts am Hut, aber was der Spieler Eismann hier abgeliefert ist unglaublich unfair und ich kann nur hoffen das er in irgendeiner Art dafür bezahlen muß. Ich hoffe das die anderen Vereine der 3. Liga sich diesen Herren jetzt mal zur Brust nehmen und zeigen was sie von ihm halten.