v.l.: Adam Susac (Osnabrück ) gegen Florian Hansch (Chemnitz).
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Fußball | 3. Liga Glücklicher Punkt für den Chemnitzer FC

5. Spieltag

26 Partien gab es bislang zwischen Chemnitz und Osnabrück: Eine Nullnummer war noch nie dabei. Bei der Premiere am Samstag war der Punkt für die Gastgeber insgesamt schmeichelhaft.

von Christian Kerber und Olaf Kadner (Chemnitz)

v.l.: Adam Susac (Osnabrück ) gegen Florian Hansch (Chemnitz).
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Der Chemnitzer FC hat sich beim 0:0 gegen den VfL Osnabrück nicht mit Ruhm bekleckert. Vor allem Torwart Kunz hatten die Himmelblauen das Remis zu verdanken.

Normalerweise sind Drittliga-Partien von Beginn an eher ausgeglichen. Davon konnte am Samstag aber keine Rede sein. Die Gäste schnürten die Gastgeber mit frühem Pressing in deren Hälfte ein. Chemnitz konnte sich kaum befreien. Die vom Pokalcoup gegen den HSV offenbar noch angestachelten Gäste hatten sich schon nach acht Minuten fünf Ecken erarbeitet. Sangares Volleyknaller aus 25 m ging knapp vorbei (4.), beim 19-m-Schuss von Heider reagierte CFC-Schlussmann Kunz glänzend (7.). Kunz war es auch, der beim Versuch des Ex-Chemnitzers Danneberg in Richtung langer Pfosten auf dem Posten war (22.). Immer wieder griffen die Niedersachsen die Dreier-Abwehr der Sachsen an, besonders die Außenpositionen hatte VfL-Trainer Enochs da als Schwäche ausgemacht. Nach einer halben Stunde, bei der Chemnitz offensiv nichts zustande gebracht hatte, begannen die Heimfans erste Pfiffe anzustimmen.

v.l.: Torchance Daniel Frahn (li., Chemnitz) gegen Adam Susac (Osnabrück ) und Torwart Marius Gersbeck (Osnabrück ).
Daniel Frahns Kopfball war die einzige CFC-Chance vor der Pause Bildrechte: Picture Point

Immerhin: Osnabrück konnte das hohe Tempo nicht durchhalten, Chemnitz kam so zu mehr Spielanteile. Und dann sogar fast zur Führung: Nach einer schönen Seitenverlagerung flankte Leutenecker von rechts auf Frahn, dessen Kopfball nur um Millimeter vorbei segelte (38.). Drei Minuten später hätte es fast auf der anderen Seite geklingelt: Savran drehte sich um Trapp und zwang Kunz zur nächsten Glanztat.

Chemnitzer Schrecksekunde in der Nachspielzeit

Nach der Pause stellte sich der CFC besser auf die Niedersachsen ein. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Nach einem Angriff über links konnte Groß aus 14 Metern abziehen - Kunz bekam die Fäuste noch dazwischen (54.). Dann bekam Chemnitz eine Gelegenheit aus heiterem Himmel - und ließ sie liegen. Appiah verschätzte sich bei einem langen Schlag, Frahn stand plötzlich frei vor VfL-Schlussmann Gersbeck, kam am Ex-Chemnitzer, der sich breit machte, aber nicht vorbei (59.). Pech hatte CFC-Mittelfeldmann Reinhardt, der nach einem Zusammenprall mit Appiah verletzt vom Feld gehen musste (70.). Ein an diesem Tag außergewöhnliches Ereignis gab es in der 73. Minute: Die erste Ecke des CFC, Baumgarts Schuss im Anschluss wurde abgeblockt. Zum Vergleich: Osnabrück kam am Ende auf elf Ecken. Die wurde allerdings auch irgendwie nach "Schema F" ausgeführt. Das erste 0:0 nach 26 Partien zwischen beiden nahm nun immer mehr Gestalt an. Eine Schrecksekunde musste Chemnitz noch überstehen, als Kunz in der Nachspielzeit einen Schlenzer von Engel entschärfte.

Fans des Chemnitzer FC zeigen Transparent gegen den DFB " Unser Problem mit Euch: Bier ohne Alkohol, Komerz ohne Ende! Strafen ohne Maߟ! Auflagen ohne Sinn! Handeln ohne Gewissen" und " Fick dich DFB".
Auch die Fans des Chemnitzer FC protestierten gegen den DFB. Bildrechte: Picture Point

Das sagten die Trainer:

Joe Enochs (Osnabrück): "Wir haben eine super 1. Halbzeit gespielt. Mit sehr vielen Torchancen, Chemnitz haben wir da nichts gestattet, abgesehen von der einen Frahn-Chance. Wir hatten einfach nicht das Glück, dass eine unserer Großchancen hereingegangen ist. In Halbzeit zwei war mir klar, dass wir diese Leistung nicht weiter auf diesem Level bringen konnten und haben auch nicht mehr so klar dominiert. Chemnitz hatte auch drei, vier gefährliche Standards, wo auch mal eni 0:1 durchrutschen kann. Nach den letzten Punktspielwochen bin ich mit dem "Zu Null" zufrieden, aber traurig, dass wir nur mit einem Punkt heimfahren."

Horst Steffen (Chemnitz): "Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr unzufrieden. In den ersten 30 Minuten haben wir versucht, den Ball zu spielen, was uns beim Pressing des Gegners aber nicht gelang. Danach haben wir umgestellt, auf lange Bälle und auf das Erobern der 2. Bälle. Das Beste an der 1. Halbzeit war das 0:0. In der 2. Halbzeit haben wir dann ein anderes Spiel gesehen, wo auch wir unsere Torchancen hatten. Wir hatten jede Menge Standards gegen uns, wo ich denke, dass meine Mannschaft mit einem guten Gefühl aus dem Spiel herausgeht, weil wir diese gut verteidigt haben. Es war ein 0:0, wo leider heute das Fußballspielen etwas auf der Strecke gebliebenn ist."

Über dieses Thema berichtet "Sport im Osten" MDR Fernsehen | 19.08.2017 | ab 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2017, 18:43 Uhr

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17 Kommentare

21.08.2017 18:35 Poltergeist 17

@16
So wie ich gehört habe wird es noch ne Weile dauern, bei Jamil Dem. Er ist wohl immer noch in der Reha in Berlin. Schade.

21.08.2017 13:22 lunatic 16

Ja, das war schon etwas ernüchternd(phasenweise haarsträubend). Mit dem Pressing und frühzeitigen Anlaufen hat Osnabrück gezeigt, wie man derzeit gegen den Club spielen muss, so dass die totale Verunsicherung ausbricht... Gut zumindest, dass Scheffel wieder fit ist und derzeit Kevin Kunz fast schon überragend hält (aber im Spielaufbau/bei Abschlägen hat auch er sich von der Nervosität anstecken lassen), wenn neben Grote jetzt auch noch Reinhardt ausfällt, wird's schwierig im MF, obwohl für mich gerade Julius Reinhardt nun zuletzt nicht so überzeugte...
Die Rückkehr eines Jamil Dem wird dringend erwartet! (Weiß da jemand mehr, ob er schon mit der Mannschaft trainiert?)
Ein schwacher Trost dabei, dass auch andere mitteldeutsche Teams wie der FSV, RW Ef, CZ und der HFC schwächeln... (Dotchev zeigt bei Hansa, wie das mit Abwehr und Selbstvertrauen geht...)

20.08.2017 17:52 Jürgen Walther 15

Mit der bisher gezeigten Spielweise
spielt man nur gegen den Abstieg.
In der Abwehr zu viele Fehler,im
Mittelfeld zu viele Fehlpässe und der Sturm ohne Chancen.Man kann
nur froh sein,das 5Punkte geholt wurden.Ohne Kunz wären es noch
weniger.Aus den nächsten Spielen
werden es bei gleicher Spielweise
garantiert weniger.

20.08.2017 17:47 BSG 14

zu11.
IN HUNDERT JAHREN NICHT

20.08.2017 13:24 Poltergeist 13

@12,GEWY38
Kein Problem. Sind in etwa ja doch alle einer Meinung, das da noch jede Menge passieren muß.

20.08.2017 12:28 GEWY38 12

Hallo Poltergeist, irgend etwas habe ich übersehen, meine "Ansprache" unter @8 galt natürlich den Beitrag @4 dem "Frank aus C". Sorry

20.08.2017 12:01 Riesenberger 11

@7 Und immer wieder tauchen hier die Trolle aus dem Schacht auf. Was die Abstiegskandidaten aus Liga 2 sich bloß so für uns interessieren? Mit der Wiesbaden-Leistung könnten sie eigentlich gleich im Regionalliga-Forum schreiben.

20.08.2017 11:00 Poltergeist 10

@8. Natürlich ist es nicht legitim, was unter Heine u. Köhler mit einem Kader von gestandenen Spielern abgeliefert wurde. Klar ist auch, das wir jetzt den Neuanfang machen müssen. Aber welchen Zeitraum soll man dafür einräumen. Irgend wann ist es zu spät.

20.08.2017 10:42 Maik 9

Sind aber wenige hier im Forum. Wie bei uns in Zwickau. Da geh ich lieber zu den Auern, Schmetterlinge kreuzen.. Ist nämlich so ein Witz von mir.

20.08.2017 09:18 GEWY38 8

@3 klar ist, es könnte besser sein was man zur Zeit in Chemnitz an Fußball zu sehen bekommt. Aber haben Sie die Ursache für diesen Zustand vergessen. Mit den Spielern die Herr Heine und Herr Köhler zur Verfügung hatten, war es wohl legitim brotloses Hacke-Spitze-Tralala(Heine) oder hoch und weit vor (Köhler) abzuliefern? Jetzt wo Spieler wie Danneberg, Mast, Türpitz, Fink, Conrad usw. weg sind (mussten), der CFC dem Pleitegeier gerade mal so von der Schippe gesprungen ist und ein Trainer im wesentlichen mit preiswerten Nachwuchs und Regionalligaspielern neu aufbauen muss , werden einfach die Versäumnisse der Vergangenheit negiert und die "Neuen" in Haftung genommen. Ein wenig Zeit sollte man den Trainer und den Spielern schon lassen.