Fußball | 3. Liga Bitterer Abend für den Chemnitzer FC

28. Spieltag

Der Chemnitzer FC hat beim 0:2 (0:0) gegen Sonnenhof Großaspach einen bitteren Abend erlebt. Trotz klarer Torchancen und eines engagierten Auftritts sind die Sachsen nun schon seit acht Ligaspielen ohne Sieg. Den letzten Dreier gab es für den CFC Anfang Dezember gegen die Stuttgarter Kickers (1:0).

Kunz bewahrt CFC vor Rückstand

Ein Lob gebührte schon vor Anpfiff etwa 50 freiwilligen Helfern, die seit Mittag den Platz vom Schnee befreit hatten, damit das Spiel stattfinden konnte. Chemnitz schickte die gleiche Anfangself wie beim 1:3 in Münster auf das Feld.

Der Chemnitzer Torhüter Kevin Kunz hält einen Elfmeter des Großaspachers Sebastian Schieck.
CFC-Torhüter Kevin Kunz wehrt den zu zentral geschossenen Elfer ab. Bildrechte: Picture Point

Mit einer offensiven Ausrichtung setzte der CFC die Gäste vom Start weg unter Druck. Chemnitz spielte vor 5.048 Stadionbesuchern engagiert nach vorn und erarbeitete sich im ersten Durchgang ein Chancenplus. Allerdings hatten die "Himmelblauen" auch einen Schockmoment zu überstehen: Als Großaspachs Sebastian Schiek im Sechzehner zu Boden ging, entschied Schiedsrichter Benedikt Kempkes auf Elfmeter. Doch der Gefoulte soll bekanntlich nicht selber schießen. CFC-Torhüter Kevin Kunz wehrte den zu zentral geschossenen Elfer von Schiek mit den Füßen ab und bewahrte die Hausherren vor einem Rückstand (8.).

Diese Aktion brachte dem CFC zunächst mehr Sicherheit. Die Sachsen erspielten sich durch Daniel Frahn und Jamil Dem klare Tormöglichkeiten. Doch die Querlatte (19.) und SGS-Keeper Christopher Gäng (30.) verhinderten eine CFC-Führung. Bis zur Pause blieb es eine temporeiche Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Jedoch fehlten den "Himmelblauen" etwas Glück und die letzte Konsequenz im Abschluss.

Großaspach nutzt CFC-Fehler eiskalt aus

Nach Wiederanpfiff war die Partie zunächst weiter umkämpft. Chemnitz hätte einen Elfmeter bekommen können, doch Schiedsrichter Kempkes ließ nach einem Handspiel im SGS-Strafraum weiterlaufen. Kurz darauf entschied der Referee nach einem Foul an Philip Türpitz dann auf Elfmeter für die "Himmelblauen". Doch Anton Fink schoss direkt in die Arme von Gäng, der die Ecke geahnt hatte (60.).

Der Chemnitzer Danie Frahn scheitert am Großaspacher Torhüter Christopher Gäng. Hinten; Kai Gehring (SGSG).
Der Chemnitzer Daniel Frahn scheitert am Großaspacher Torhüter Christopher Gäng. Bildrechte: Picture Point

Trotz dieser Szenen kam vom CFC in der zweiten Hälfte zu wenig. Großaspach war das cleverere Team und nutzte CFC-Fehler konsequent zu Toren. Nachdem die Sachsen einen Eckball der Gäste nicht klären konnten, traf Kai Gehring aus Nahdistanz zur Gästeführung (69.). Danach kam es für die Chemnitzer knüppeldick. CFC-Keeper Kunz foulte Großaspachs Timo Röttger elfmeterreif und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der eingewechselte Michele Rizzi zur Entscheidung (75.). CFC-Ersatztorwart Kevin Tittel hatte bei diesem Schuss keine Abwehrmöglichkeit.

In Unterzahl fand der Chemnitzer FC dann keine Mittel, um die Gäste in Verlegenheit zu bringen. Großaspach spielte die restlichen Minuten souverän herunter.

Das sagten die Trainer:

Rüdiger Rehm (Großaspach): "Wir haben ein sehr intensives Drittligaspiel gesehen, was vieles zu bieten hatte. Es trafen zwei Mannschaften aufeinander, die ihren jeweiligen Negativlauf stoppen wollten. Es war ein Spiel, was in jeder Minute sich in irgendeine Richtung hätte entscheiden können. Nach unserem verschossenen Elfmeter hatte Chemnitz große Chancen, inklusive Lattentreffer. Zur Halbzeit habe ich meiner Mannschaft gesagt, wer hier den ersten Fehler macht, wird dieses Spiel verlieren. Nach dem gehaltenen Elfmeter gelang uns die Führung nach einem Standard. Nach dem Elfmeter und Rot wurde es natürlich immer schwieriger für den Chemnitzer FC. In solchen Spielen entscheidet manchmal eine Standardsituation."

Karsten Heine (Chemnitzer FC): "Ich stimme meinem Kollegen fast komplett zu. In diesem Spiel war alles drin und nachdem wir die erste brenzlige Situation mit dem Elfmeter überstanden hatten, haben wir leider Riesenmöglichkeiten liegen lassen. Denn eine Führung zur Halbzeit wäre natürlich hilfreich gewesen. Nach dem verschossenen Elfmeter und dem Rückstand hat man meiner Mannschaft angemerkt, wie der Rucksack immer schwerer wurde. Trotz großer Laufbereitschaft wurde es immer schwerer, dieses Spiel zu kippen und nun ist die Niedergeschlagenheit bei meiner Mannschaft riesengroß."

fth/oka

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2016, 08:58 Uhr

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18 Kommentare

02.03.2016 14:36 Sr.Raul 18

Ich schrieb es bereits im Nachbarfred. habe mir die Spiele CFC -DD, G.'aspach via TV angesehen. Nun soo schlecht wie Einige die Truppe hier sehen, war es nun nicht. Es sind die Details, wo so ein Spiel dann seine Richtung nimmt. Elfer gehalten- danach besseres Team, Frahn Latte- Spiel weiter im Griff gehabt, eigenen 11er vergeben- Aspach wurde Step by Step zielstrebiger und erzielt den "Genickbrecher" zum 0:1. Allein dieses Tor..., lass mers. Münze habe ich zwar aber das Schweinderl steht zu weit weg. Beste Wünsche für den Saisonverlauf.@8,gibt ein ganz dramatisches Beispiel. Nürnberg in den 60ern. Meister und Saison darauf Absteiger. In Kölle dachte man es mit dem starken Kader auch mal. Ist mit Vorsicht zu genießen.

02.03.2016 13:41 Sachse aus dem Schwabenland 17

Willkommen zu Hause Sven . Alles Gute und viel Glück , bring die Truppe bitte wieder auf den richtigen Weg Du schaffst das . Und lass Dir bitte nicht soviel aus der oberen Etage reinreden , zieh dein Ding durch . In der nächsten Saison probieren wir nochmal den Aufstieg .

02.03.2016 11:12 Matthias 16

Ich drücke Euch die Daumen. Der CFC schafft das... BWG

02.03.2016 10:02 graue Maus CFC (Alex) 15

Jetzt ist der CFC in einer Situation wo gehandelt werden muss ! Wenn Karsten Heine Rückrad und Charakter hat, geht er von selbst und bietet seinen Rücktritt an oder er wird gehen müssen. Es geht nur noch darum, Schaden vom Verein abzuwenden. Egal wer kommen wird, ich wünsche max. Erfolge. Mir persönlich wäre der Chemnitzer Rico Schmitt am liebsten, aber da muss viel zusammen passen. Von daher bleibt es vorerst nur Wunschdenken.

02.03.2016 10:02 peter 14

ich habe es doch geahnt ,glück allein reicht nicht aus . Aber Kopf hoch in Chemnitz es ist noch nichts verloren , der Klassenerhalt ist noch drin unter- bestimmten Voraussetzungen , die Vereins Führung reagiert richtig und " Versuchstrainer" Heine geht (seine eigenen Worte). Und es wird ein Trainer gefunden der guten analytische Fähigkeiten besitzt und der Mannschaft wieder das ganz normale Fußballspielen in Erinnerung bringt , was ja jeder mit Sicherheit mal gelernt hat . Dann könnten meiner Meinung nach die 15 punkte noch machbar sein . Und noch mal viel Glück dabei !!!

02.03.2016 09:32 Rufer in der Wüste 13

"Zuschauer" und Stefan Britze haben es bereits auf den Punkt gebracht: Das Gepöbel und Gemotze hilft der Mannschaft überhaupt nicht weiter. Wer so drauf ist, sollte besser zu Pegida gehen und nicht ins Stadion. Noch armseliger als die Leistung der Mannschaft ist in meinen Augen der Teil des Publikums, der beim Stand von 0:0 "Heine raus" ruft. Da kann man wirklich nur sagen "Ihr seid das Volk, Ihr habt die 4. Liga verdient!"

02.03.2016 08:44 BroeselSBK 12

Ich hab das Spiel auch gesehen. Es war schon dramatisch. Leider der falsche Sieger in meinen Augen. Der CFC wird es schaffen ! Ihr würdet uns fehlen... im Ernst ! Grüße aus Magdeburg

02.03.2016 08:07 Alex1953 11

Das war wirklich wenig ansehnlich gestern. Ich hoffe trotzdem ihr kriegt das Ruder noch rum gerissen und bleibt in der Liga!! Dynamische Grüß aus DD

02.03.2016 06:09 Michael 10

Eine Führung trägt immer die Verantwortung, auch im Sport. Spielerkarussell kann keine Konstanz bringen. Vollkommen verfehlte Einkaufspolitik, Baustellen aufgemacht wo gar keine waren (Torhüter). Es ist schon länger zu erkennen, dass sich die Mannschaft nicht vorwärts entwickelt. Kein Konzept, nur Spieler austauschen. Schon merkwürdig, dass aussortierte Spieler woanders einschlagen. Ich bin Fan seit Zeiten Frank Sorge und Christoph Franke, das hier tut nur noch weh. Ich hoffe, das Herr Heine selbst ein einsehen hat und Herr Beutel zumindest von den Führungsgremien hinterfragt wird.

01.03.2016 00:09 Fisch18 9

Ich kann nicht jedes Spiel gerade mal 20 min. gutspielen und dann verwundert sein warum man mit leeren Händen dasteht. Und das jedes Spiel. Ein Spiel hat 90 und mehr. Zum Jahreswechsel hätte man Zeit gehabt eine richtigen Kurswechsel zu machen. Da muss sich Herr Hänel und Konsorten an die Nase fassen. Jetzt ist es wahrscheinlich schon zu spät. Den ich sehe keinen Heilbringende mit guten psychologischen Kräften. Prost Mahlzeit.