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Fußball | 3. Liga Drittligaklubs gegen radikale Reform zum Aufstieg aus der Regionalliga

Die Fußball-Vereine der 3. Liga haben sich am Dienstag in Frankfurt/Main mit der Regionalliga-Struktur und der möglichen Neugestaltung der Auf- und Abstiegsregelung befasst. Dabei lehnten die Drittligaklubs eine radikale Reform zum Aufstieg aus der 4. in die 3. Liga ab.

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Folgende Positionen wurden in einer Pressemitteilung bekanntgegeben:

Die 3. Liga hat in den zehn Jahren seit ihrer Gründung eine positive Entwicklung genommen und verfügt über eine funktionierende Struktur, die nicht gefährdet werden darf. Ein Eingriff in das etablierte Konzept der 3. Liga durch eine Erhöhung der Absteigerzahl würde eine solche Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität der Liga und ihrer Vereine darstellen. Die 3. Liga vertritt daher die klare Auffassung, es bei drei Absteigern zu belassen.

Der Wunsch, dass Meister direkt aufsteigen sollen, ist verständlich und für jeden Fußballer nachvollziehbar. Um dem gerecht zu werden, präferiert die 3. Liga eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Struktur der Regionalliga, an deren Ende die Reduzierung der Regionalliga auf maximal drei Staffeln steht. Folgerichtig würden dann drei Meister aufsteigen und weiterhin drei Vereine aus der 3. Liga absteigen.

Die Vereine und Vereinsvertreter der 3. Liga haben jedoch Verständnis dafür, dass die aktuelle Situation in der Regionalliga einer Neuregelung bedarf. Diese Problematik ist erkannt – ebenso, dass zur Lösungsfindung aller Voraussicht nach ein Kompromiss nötig ist, welcher der Bereitschaft aller Seiten bedarf. Sollte eine Reduzierung auf drei Regionalliga-Staffeln und eine Beibehaltung der Zahl von drei Direktabsteigern aus der 3. Liga also aktuell nicht möglich sein, könnten sich die Vereine der 3. Liga daher auch ein Modell mit vier Absteigern und vier Regionalliga-Staffeln, aus denen alle Meister aufsteigen, vorstellen.

Klar ist aus Sicht der 3. Liga: Eine Neuregelung muss eine konsequente Lösung bieten. Alternativmodelle, die Aufstiegsspiele in veränderter Form vorsehen und dementsprechend weiterhin nicht allen Meistern den Direktaufstieg ermöglichen (Beispiel: Modell "Vier aus fünf") würden, werden vor diesem Hintergrund als nicht sinnvoll erachtet.

Integraler Bestandteil eines solchen Kompromisses ist aus Sicht der 3. Liga, dass in diesem Zuge weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Struktur der 3. Liga ergriffen werden. Ein Beispiel ist der seit längerem diskutierte Nachwuchsfördertopf. Maßnahmen dieser Art sind nötig, um mit den Anforderungen des Profifußballs Schritt halten zu können, ohne die Existenz der Vereine in Frage zu stellen.

Kein Thema ist für die Vereine der 3. Liga eine Erhöhung um mehr als einen Absteiger sowie eine mit der Erhöhung der Absteigerzahl verbundene Aufstockung der Liga. Dies wird von allen Klubs strikt abgelehnt. Eine größere Zahl an Teilnehmern und Absteigern würde die etablierte Struktur und die Stabilität der 3. Liga insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht massiv gefährden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 26. September 2017 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2017, 17:58 Uhr

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29 Kommentare

28.09.2017 12:46 Sr.Raul 29

Der Einstieg verwirrt mich. Was hat die Anzahl der Auf-/Absteiger mit der "Gefährdung einer funktionierenden Struktur" zu tun? Das mit der minimierten RL gab es schon einmal nach der Saison 1999/2000 und wurde nach einer übersichtlichen Zeitspanne wieder rückgeführt, da die Aufwendungen einfach zu hoch gewesen sind. Bleibe dabei: 5 RL, 5 Meister/Aufsteiger, 5 Absteiger. Alles Andere ist ungerecht, nicht zu vermitteln und vom Aufwand/Kosten nicht zumutbar. Durchziehen, dass Ding!

28.09.2017 12:14 erfurter76 28

@Martin RWE war in noch nie am Ende einer 3.Liga Saison 4t oder gar 5t Letzter ... wie wollen sie den Zwangsabstieg sportlich begründen?
Manchmal habe ich den Eindruck man beschäftigt sich nicht mit Themen und will nur sein Gusto äußern.

28.09.2017 11:23 Bernd 27

So sehe ich das auch, die dritte Liga bleibt wie sie ist bestehen und darunter folgen 3 Regionalligen unter DFB- Aufsicht. Darunter kommen dann die Landesverbände mit ihren Ligen.

27.09.2017 20:00 Martin 26

Es geht den Regionalligavereinen ja darum nicht so weit reisen zu müssen, da sie sich es finanziell oft nicht leisten können. Deshalb wären vier Regionallien das unterste Minimum. Das heißt am besten eine Liga (Bayernliga) streichen und einen vierten Absteiger aus der 3. Liga festlegen. Da gibt es so viele Vereine, die ständig unten rumgurken und es sich sportlich durchaus verdienen würden abzusteigen (z.B. Erfurt, Bremen II)

27.09.2017 19:06 Mike 25

da kämpft man jahre um liga drei und dann soll man als 5.letzter absteigen. zuerst mal die bayern ihre arroganz abschaffen und IHRE regionalliga auflösen. sind die es doch die mit der 5. regio diese ungerechtigkeit in gang brachten. entweder so oder ur mit dfl. da werden die sich freuen, nur 1 absteiger und die chance bei insolvenz eines drittligisten, in liga zwei zu beliben. geldprobleme haben doch immer welche.

27.09.2017 18:15 Besucher 24

Entscheidend ist was der DFB will.
Der will ja offensichtlich die westdeutschen Vereine in die 3.Liga bekommen.
Ich glaube hier ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.

27.09.2017 18:03 Wema 23

Das Entscheidende wurde im Beitrag 2 gesagt: Man kann nicht von eingleisig auf sechsgleisig wechseln! Irgendwo (3. Liga?) braucht man 2 Stränge. Dann können Auf- und Abstiege "einfach" funktionieren. Von den meisten RL-Vereinen wird gar kein Aufstieg angepeilt und warum gibt es die Bayernliga? Die wurde auch nur aus Lobbygründen geschaffen!

27.09.2017 17:36 Dompfaff 22

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Warum soll die 3. Liga verändert werden, wenn die 4. Liga ein anderes Aufstiegsmodell fordert? 3 Regionalligen sind m.E. völlig o.k. Man sollte alle Amatuerteams der Profivereine rausnehmen und Dorfvereine wie FC Egestorf-Langreder, TuS Erndtebrück, FC Pipinsried oder Neugersdorf, welche nicht mal 500 Zuschauer haben gleich mit. Wer will die denn sehen? Schon hat man die Anzahl für drei Regionalligen zusammen. Und dann kann auch jeder Meister aufsteigen.
RWG Dompfaff

27.09.2017 16:44 Matze 21

Eine kurzfristige Lösung, mit 22 Mannschaften wo ist das Problem? Schaut doch einfach mal nach England, dort spielen in der 2. und 3. Liga 24 Vereine.
Mittelfristig sollte die Regionalliga auf 3 Staffel reduziert werden, auch wenn das einige West- und Süddeutsche Vereine nicht wollen (die ja teilweise auch gar nicht in die 3. Liga aufsteigen wollen).
Lieber DFB, liebe Regionalverbände, liebe Landesverbände: Für den Unterbau Profifußball in einer Fußballnation wie Deutschland ist eine Reform dringend geboten.
Oder ist es wir in der Politik, entscheiden hier einflussreiche Lobbyisten?

27.09.2017 16:39 Pi Latus 20

Es gibt nur arrogante Drittligavereine. Besonders enttäuscht bin ich von den sächsischen Drittligavereinen, die doch genau wissen, wie die finanzielle Situation in den Regionalliga-Vereinen des NOFV ist. Eine 3-teilige Regionalliga würde das Aus für viele dieser Vereine bedeuten. Vor allem sollten sie daran denken, dass es ja auch mal einen Abstieg aus der 3.Liga geben kann und ein erster Platz in einer der 3 Regionalligen fast unmöglich sein wird. Wie kann man nur den finanziell starken Westvereinen so in den Hintern kriechen?