Fußball | 3. Liga : "Kleiner Teilerfolg" für Erfurt
4. Spieltag
Rot-Weiß Erfurt wartet auch nach dem vierten Spieltag auf einen Sieg. Am Dienstag spielten die Thüringer vor Heim-Fans 1:1 gegen den VfB Stuttgart II. Dank des Punktgewinns gab Erfurt die rote Laterne an Kickers Offenbach ab. Die Hessen können aber am Mittwoch wieder vorbeiziehen. Dann spielen auch der Chemnitzer und der Hallesche FC. Wir sind natürlich wieder per Live-Ticker dabei.
RWE-Trainer Stefan Emmerling reagierte auf den Pleitenstart und krempelte sein Team um. Torwart Rickert, Abwehrmann Oumari und Stürmer Morabit durften von Beginn an ran. Und auch taktisch warf Emmerling gegen Stuttgart II einiges über den Haufen.
Blitztor des Spielführers
Die Maßnahmen fruchteten. Es waren gerade 120 Sekunden gespielt, als Öztürk geschickt einfädelte und einen Elfmeter herausholte. Kapitän Pfingsten-Reddig übernahm Verantwortung und verwandelte eiskalt flach ins rechte Eck (3.). Die Führung gab Sicherheit und Selbstvertrauen. Mit dem couragierten Spiel überraschten die Thüringer alle – auch die Stuttgarter. Die Schwaben mussten sich sortieren und kamen erst nach 15 Minuten zu einer Mini-Chance. Nach einer tollen Berko-Eingabe schlug Benyamina elf Meter vor dem Tor ein Luftloch. Danach ließ die Erfurter Defensive nichts mehr zu. Neu-Keeper Rickert bekam nicht einen Ball auf sein Tor. Erfurt setzte dagegen immer wieder Nadelstiche. Der emsige Morabit hatte das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber nach einer Drexler-Eingabe aus Nahdistanz gleich doppelt an VfB-Keeper Weis (31.). Die Gastgeber blieben optisch überlegen, setzten aber nicht alles auf eine Karte. Kontrollierte Offensive hieß das Zauberwort. Das klappte mit einer Ausnahme auch sehr gut. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff bekam RWE den Ball nicht aus dem Strafraum, Benyamina kam im Liegen an den Ball, schlenzte aber zum Glück für RWE drüber.
Stuttgart macht Dampf und trifft
In der Halbzeit war für Rani Khedira Schluss. Der Bruder von Real-Star Sami Khedira blieb verletzt in den Katakomben. Ohne das Mittelfeld-Herzstück drehte Stuttgart kurz auf. Janzer startete durch und tauchte Sekunden nach dem Wiederanpfiff frei vor Rickert auf. Der junge RWE-Keeper machte sich breit und blieb Sieger. Die arbeitslose Zeit für Rickert war ab sofort vorbei, denn Stuttgart wurde stärker. Der quirlige Benyamina wirbelte die Abwehr durcheinander, scheiterte aber im Abschluss. Sein Schuss wurde noch zur Ecke abgefälscht. Die Rot-Weißen überstanden die Sturm- und Drangphase und setzten zum Gegenschlag an. Erst zog Drexler aus 30 Metern ab, Weis hielt stark. Dann fand Öztürk nach einer messerscharfen Eingabe keinen Abnehmer (71.). In der 76. Minute prasselte dann das Unglück in Person von Bröcker über das Emmerling-Team herein. Der Abwehrrecke schraubte sich nach einem Freistoß in die Luft und köpfte das Leder platziert zum 1:1 ein. Das 1:1 schmeckte keinem der beiden. In einer spannenden Schlussphase hatte Stuttgart die beste Chance zum Sieg. Cecen hämmerte den Ball nach einer Berko-Ablage an die Latte. Unterm Strich geht das Remis in Ordnung.
Trainerstimmen
Stefan Emmerling (RWE): "Wir wollten das Halle-Spiel vergessen machen. Der Elfmeter gab uns natürlich Sicherheit. Das war beeindruckend. Wir waren in den Zweikämpfen präsent und haben kaum etwas zugelassen. In der zweiten Hälfte haben sich kleine Nachlässigkeiten eingeschlichen. Stuttgart wurde stärker und hat das Spiel offener gestaltet. Das Gegentor zum 1:1 war schwer zu verteidigen. Es war ein kleiner Anfang, aber wir müssen uns weiter verbessern und über 90 Minuten konzentriert sein."
Jürgen Kramy (VfB Stuttgart): "Wir wollten so lange wie möglich das 0:0 halten. Der Elfmeter hat Erfurt dann in die Karten gespielt. Wir haben keinen Zugriff auf das Spiel gefunden. Und auch fußballerisch keine Lösung gehabt. Nach der Pause war Erfurt nicht konsequent genug, dafür wurden wir belohnt."
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