Philip Türpitz umkurvt Raphael Koczor vor dem Tor zum 1:0 für Magdeburg
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Fußball | 3. Liga Auch Jena kann Magdeburg nicht stoppen

11. Spieltag

Der 1. FC Magdeburg bleibt in dieser Saison zu Hause eine Klasse für sich. Das 2:0 (1:0) im Ostduell gegen Carl Zeiss Jena ist bereits der sechste im sechsten Heimspiel. Entscheidend war wieder ein Mann: Offensivmann Philip Türpitz.

von Christian Dittmar und Andreas Böhm (Magdeburg)

Philip Türpitz umkurvt Raphael Koczor vor dem Tor zum 1:0 für Magdeburg
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Es war das 83. Aufeinandertreffen bei diesem Traditionsduell - mit einer leicht positiven Bilanz für Jena (35 Siege, Magdeburg mit nur 32 Erfolgen). Dementsprechend war die MDCC-Arena mit 20.778 Zuschauern so gut wie ausverkauft und es herrschte schon vor Anpfiff eine tolle Stimmung.

Magdeburg überrennt Jena zu Beginn

Und die gute Laune setzte sich vor allem bei den Magdeburger Fans fort, denn ihr Team wählte in den ersten Minuten nur den Vorwärtsgang. Torjäger Christian Beck hatte schon nach zwei Minuten eine gute Gelegenheit nach Freistoß von Nico Hammann. Sein Kopfball ging aber ein ganzes Stück am Jenaer Kasten vorbei. Der gebürtige Thüringer blieb gefährlich und hätte acht Minuten später das 1:0 erzielen müssen. Doch Raphael Koczor im Jenaer Kasten verhinderte dies mit einer starken Fußabwehr.

Es ging weiter mit den Magdeburger Großchancen. Nils Butzen passte auf Beck, dessen Abschluss aus zehn Metern erst Koczor parieren konnte. Beim Nachschuss war dann Tobias Schwede zu überrascht (14.). Danach konnte sich Jena etwas befreien und kam seinerseits durch René Eckardt nach einer Eingabe des Ex-Magdeburgers Jan Löhmannsröben zu einer guten Gelegenheit (26.).

Raphael Koczor pariert gegen Dennis Erdmann (Magdeburg, 13)
Torwart Raphael Koczor war einer der besten Jenaer gegen Magdeburg. Bildrechte: IMAGO

Das 1:0 fiel dann durch einen langen Ball auf Türpitz, bei dem sich Dennis Slamar verschätzte. Türpitz ging an Koczor und schoss aus extrem spitzen Winkel ein - bereits das fünfte Saisontor des früheren Chemitzers. Türpitz hätte noch in der ersten Hälfte noch auf 2:0 erhöhen können, zielte aber erst neben den rechten Pfosten (41. ) und dann war Koczor vor ihm Ball (42.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Jena noch eine große Chance, den Abschluss von Marius Grösch nach guter Vorarbeit von Julian Günther-Schmidt klärten Jan Glinker und Christopher Handke im Verbund auf der Linie (45.)

In der zweiten Hälfte hat Jena mehr vom Spiel

Die zweite Hälfte verlief dann nicht mehr so rasant wie die erste. Beck hatte weitere Möglichkeiten (50./56./60.), blieb aber letztlich wie zuletzt häufiger glücklos. Magdeburg zog sich ab der 65. Minute weit zurück und ließ die Jenaer kommen, die daraus aber nicht viel machen konnten.

Philip Türpitz bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für Magdeburg
Philip Türpitz ist der Mann der Stunde beim FCM. Bildrechte: IMAGO

So wurde der FCC nur über Weitschüsse mal gefährlich, wie in der 81. Minute, als der eingewechselte Maximilian Wolfram aus 20 Metern abzog. Glinker hatte kleinere Probleme mit dem abgefälschten Ball. Kurz darauf fiel die Entscheidung: Hammann schoss einen Freistoß von der Strafraumgrenze genau in den rechten oberen Winkel (85.). Außer einer Tätlichkeit von Koczor gegen Beck, nachdem der Keeper zuvor außerhalb des Strafraums Hand genommen hatte (87.), passierte nichts mehr. Die Magdeburger schaukelten die Führung über die Zeit.

Mark Zimmermann
Die Anweisungen von Jenas Trainer Mark Zimmermann brachten nicht den gewünschten Erfolg. Bildrechte: IMAGO

In der Tabelle bleibt der FCM wegen des zeitgleichen Erfolgs des SC Paderborn beim FSV Zwickau (3:1) auf dem zweiten Platz. Jena rutscht wieder auf einen Abstiegsrang und wird dort etwas länger bleiben, da am nächsten Wochenende Landespokalspiele anstehen.

Das sagten die Trainer:

Mark Zimmermann (Jena): "Wir haben heute um die 70 Minuten ein wirklich ordentliches Spiel gemacht. Nur die ersten 20 Minuten waren wir wohl noch im Bus, da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann wir hier ein Gegentor bekommen. Dann musste ich auf die Situation reagieren, deshalb auch der frühe Wechsel. Und dann haben wir uns in einer Phase als wir uns eigentlich etwas gefangen hatten, das Gegentor bekommen. In der zweiten Halbzeit wollten es mutiger machen, haben uns aber leider nicht die zwingenden Chancen erarbeiten können, sodass der Sieg für Magdeburg völlig in Ordnung geht."

Jens Härtel (Magdeburg): "Ich habe heute in den ersten 35 Minuten eine wirklich sehr gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Da hat sie den Matchplan hundertprozentig umgesetzt, leider aber nur ein Tor gemacht. Dann kam eine Phase, mit der ich überhaupt nicht zufrieden war. Da hatte auch Jena die Möglichkeit, hier zum Ausgleich zu kommen. In der zweiten Halbzeit haben wir die Räume wieder etwas enger gemacht und so nicht wirklich viel zugelassen - hätten vielleicht auch schon früherdas zweite Tor nachlegen können. Insgesamt war es heute ein sehr schwerer Gang, aber trotzdem mit einem verdienten Sieg."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. Oktober 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2017, 18:00 Uhr

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47 Kommentare

03.10.2017 17:41 FCC WEISCHLITZ 47

Zu 46, viel Mühe gegeben aber leider das Thema verfehlt. Ich habe gefragt, wie sich ein Magdeburger Spieler bei dieser Situation eventuell verhalten würde, dazu konnte ich aus dem geschriebenen nichts erkennen.

03.10.2017 11:13 Stefan Kemper-Kohlhase 46

@FCC WEISCHLITZ: Was Sören Eismann gemacht hat war eine Unsportlichkeit sondergleichen. Lobenswert war der Sportsgeist der Meppener, daß sie Eismann nicht was "auf die Socken" gegeben haben. Wohlwollen haben Eismann und Jena nirgendwo zu erwarten. Zu A: Siehe Aufstiegssaison, wo die Liga von hinten aufgerollt wurde. Zu B: Bis zu Eismanns Unsportlichkeit hat Jena nicht stattgefunden und hätte das Spiel ganz sicher verloren. Zu C: Welche Mannschaft versucht nicht einen sicheren Sieg nach Hause zu bekommen? Ich hoffe, daß Jena seine Punkte mit fairen Mitteln holt. Sollten sie aber absteigen, dann werde ich ihnen keine Träne nachweinen.

03.10.2017 10:31 FCC WEISCHLITZ 45

Nur mal eine Frage an diejenigen, die immer wieder mit dem Fairplayfinger auf den Sören Eismann zeigen. Was würde ein Beck,Hamann,Sowislo... machen, wenn A. Die eigene Mannschaft auf den letzten Platz in der Liga stehen würde, B. Im augenblicklichen Spiel 2 zu 0 zurückliegt, C. Der Gegner permanent auf Zeit spielt und dann noch ein Spieler eigenmächtig gegen alle Regeln das Spiel unterbrechen möchte? Sich armeverschränkend daneben stellen und warten bis es endlich weitergeht? Im Leben nicht. Leider hat sich sogar eine Fachzeitschrift wie der Kicker nur einseitig auf diesen Fall eingeschossen. Dem 1.FCM wünsche nach unserem Spiel alles Gute, trotz einiger Starkommendare wie zum. Bsp. der Elbschiffer. Wir holen unsere Punkte wo anders und im Rückspiel.

03.10.2017 10:20 Xd 44

@FCC Crimmitschau
Wenn du dich in dem Glauben daran besser fühlst. Jena hatte 1 richtige 100% Torchance in der ersten Halbzeit gehabt, das war als Starke für Eckart aufgelegt hat. Ansonsten waren es nur so halbe Sachen. Ich weiß nicht wie man für sowas ne Elfer fordern kann. Ganz normaler Pressschlag mehr nicht. Wünsche euch dennoch viel Glück Jena obwohl ich euch seit der Aktion gegen Meppen (Aktion Eismann) nicht mehr leiden kann. BWG

02.10.2017 23:20 FCC Crimmitschau 43

Wir haben uns teuer verkauft! Das erste Tor war äußerst unglücklich! Wenn das vor dem 2:0 ein Freistoß war, war das für uns kurz vorher auch Strafstoß!

02.10.2017 13:52 Blau-weiße Beobachter 42

Glückwunsch an den FCM, letztendlich ein verdienter Sieg, wenn es auch sehr eng war bis zum 2:0 (Endlich mal wieder ein Freistoßtor von Nico). Das Schiedsrichtergespann hatte keinen guten Tag erwischt. Einige strittige Szenen die auf beiden Seiten gelbwürdig waren und zu dem Ausraster von Koczor kann ich nur sagen, grob unsportlich. Das hier keine rote Karte und Strafstoß gegeben wurde erschließt sich mir in keinster Weise. Es war aber keine spielentscheidende Szene und zeigte deutlich welchen Frust die Jenaer geschoben haben wegen der sich abzeichnenden Niderlage.

02.10.2017 12:50 sorge 41

den einzigen fälligen strafstoß hätte der fcm bekommen müssen , plus rote karte für den jenenser torwart

02.10.2017 12:33 Gittan Schilling 40

Ich hoffe nur, dass der DFB sich noch mit dem Fall Koczor befassen wird. Es geht nicht um die Annahme des Balles mit der Hand außerhalb des Strafraumes. Das ist eine Tatsachenentscheidung und später nicht mehr zu korrigieren. Anders sieht es allerdings mit dem heimtückischen Stoß in den Rücken des Magdeburgers Beck aus. Das war eine Tätlichkeit und damit 11-Meter- und rotwürdig. Aber anders als die ebenfalls rotwürdige Ballannahme, kann diese Tätlichkeit auch im Nachhinein bestraft werden. Ich hoffe, ein Spielbeobachter wird den Fall melden. Koczor hat eine Denkpause verdient.

02.10.2017 12:30 kdm 39

@36 Phillip/ Wenn er nur sein Revier verteidigt, sollte er mit dem Fußball aufhören. Ihm kann ein Stück im Thüringer Wald reserviert werden. Da hat er mehr Auslauf.

02.10.2017 12:25 Phillip 38

Wir haben kein Drittligaformat?
Wir spielen bessere als andere nutzen bloß unsere Chancen nicht. Die Einstellung stimmt uns die Einsatzbereitschaft der Mannschaft.
Und man muss bedenken wie haben das 2.jüngste Team der Liga und sind Aufsteiger. Und die Saison ging grad erst los.

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