65. Geburtstag Herzlichen Glückwunsch "Dixie"!

Seit mehr als sechs Jahrzehnten rufen die Menschen ihn "Dixie" - warum, das weiß Hans-Jürgen Dörner selbst nicht so genau. "So wurde ich schon als kleiner Junge in Görlitz genannt. Aufklären konnte mir den Spitznamen aber keiner", sagt er. Im Fußball-Osten, vor allem unter den Fans von Dynamo Dresden, ruft der Name "Dixie" Dörner noch immer Bewunderung hervor. Heute feiert der 100-malige Auswahlspieler der DDR seinen 65. Geburtstag.

Hans-Jürgen Dörner
Hans-Jürgen Dörner feiert seinen 65. Geburtstag. Bildrechte: IMAGO

"Die 65 ist schon eine komische Zahl. Wenn man merkt, wie schnell die Zeit vergangen ist, vor allem die 25 Jahre seit der Wende, da fragt man sich schon, wie alt man denn geworden ist", sagte Dörner dem MDR. Seinen Geburtstag werde er wie immer im kleinen Kreis feiern: "Es wird keinen großen Bahnhof geben. Ich gehe mit meiner Familie abends essen, das war's." Ein Wohlfühlgeburtstag, denn viel geändert hat sich offenbar nicht.

Ich fühle mich nicht anders als vorher. Ich bin gesundheitlich top drauf und kann auch noch ab und zu ein bisschen Fußball spielen. Und wenn das so bleibt, bin ich zufrieden.

Hans-Jürgen Dörner

Dynamo-Aufstieg als Geschenk

Geht es nach Dörner wird sowieso erst im Mai so richtig gefeiert. Dann soll der Aufstieg seines Herzensklubs Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga perfekt sein. Die bislang souveränen Auftritte des Drittliga-Spitzenreiters und die neue Euphorie in Dresden erfreuen Dörner als Fan und Mitglied der Dynamo-Aufsichtsrats gleichermaßen. "Ich denke, dass es für uns hoch gehen wird", sagt er. Und irgendwann will er seine Gelb-Schwarzen auch wieder in der Bundesliga spielen sehen: "Von der ersten Liga träumen wir doch alle. Aber das wird noch ein bisschen dauern." Dass es auch mit dem Zweitliga-Aufstieg nicht einfach werden wird, zeigte sich nicht zuletzt im Ostderby bei Rot-Weiß Erfurt. Dort setzte es eine überraschende 2:3 (1:1)-Niederlage zum Start ins neue Jahr.

Dörner der "Beckenbauer des Ostens"

Dörner selbst war einer der besten Spieler, den die DDR hervorgebracht hat. Man nannte ihn den "Beckenbauer des Ostens", auch wenn er diesen Vergleich nie wirklich mochte. "Ja, wir waren beide Liberos, aber wir haben etwas anders gespielt", so der langjährige Dynamo-Kapitän: "Außerdem hatte Beckenbauer mehr Erfolge, weil er auch in einem anderen System gespielt hat."

Doch auch Dörners Bilanz kann sich wirklich sehen lassen: Er wurde 1976 Olympiasieger, absolvierte 392 Oberligaspiele für Dynamo Dresden und erzielte dabei 65 Tore. Außerdem kamen 68 Europapokalspiele für die Schwarz-Gelben hinzu (6 Tore) und einhundert Länderspiele (9 Tore). Zum Fußballer des Jahres wurde Dörner in der DDR dreimal ausgezeichnet.

Unvollendete Trainerkarriere

Nach der Wende wechselte Dörner in den Trainerstab des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), danach bekam er als erster ehemaliger DDR-Trainer bei Werder Bremen die Chance, in der Bundesliga zu arbeiten. Zwar rettete Dörner den Traditionsklub vor dem Abstieg, doch im August 1997 wurde er nach einem schwachen Saisonstart entlassen. Es war das Ende Dörners Trainerkarriere im Profibereich. Ein Umstand, der ihn noch heute wurmt: "Ich hätte es mir andersherum gewünscht. So, dass ich am Anfang der Trainerlaufbahn vielleicht etwas mehr hätte kämpfen müssen, um dann im Laufe der Zeit die Erfahrung zu haben, um mich auch als Trainer weiter durchsetzen zu können. Dass Bremen die Endstation sein würde, hätte ich nicht gedacht."

Hans-Jürgen Dörner
"Dixie" Dörner in seinen Lieblingsfarben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ostvereine in der Bundesliga

Die DDR ist seit 25 Jahren Geschichte. Fast alle großen Traditionsklubs des Ostens tummeln sich inzwischen in der 3. Liga, während der finanzstarke Emporkömmling RB Leipzig längst an ihnen vorbeigezogen ist. Dörner hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass langfristig "zwei oder drei" Ostvereine in der Bundesliga spielen werden. Am liebsten natürlich Dynamo Dresden. Persönlich blickt Dörner auf eine sehr intensive und erfolgreiche Zeit zurück, in der er sich als Mensch vielleicht sogar ein bisschen verändert hat, wie er sagt:

Ich bin über die Zeit vielleicht ein bisschen kollegialer geworden und vielleicht auch ein bisschen ruhiger. Aber ich glaube, dass ich im Grunde der geblieben bin, der ich schon immer war. Ehrgeizig und ich kann nach wie vor nicht verlieren. Das habe ich auch immer versucht ein bisschen durchzusetzen.

Hans-Jürgen Dörner

ten/sid

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2016, 21:40 Uhr

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21 Kommentare

26.01.2016 19:32 Dynamo Mehnert 21

zu toni , prima Kommentar . Vielen Dank dafür , es gibt nichts dazu zufügen . DANKE

26.01.2016 18:06 toni 20

DAAAANNKKEEE!!!! DIXIE!!! DU bist der wahre Fußballgott! Danke für geniale Lupfer über den Gegner im eigenen Strafraum; DANKE für traumhafte Flanken und Pässe sowie DANKE für die Tore gegen den BFC (84 in Berlin) gegen Partizan Belgrad (das 1:0 beim Rückspiel) und und und... Deine Art des Fußballspielens hat mich als Kind geprägt und prägt mich bis heute; ich wusste damals jedoch nicht, als ich als Kind im Stadion war, dass es kein Spiel, sondern KUNST war!!! Nochmals danke. Ich bin dankbar, dass ich Dich als Libero erleben durfte!!

26.01.2016 17:02 Andre B aus MD an der E 19

Auch von mir herzlichen Glückwunsch Herr Dörner.
Gesundheit und Glück sind darin einbegriffen auch wenn ich ein Blau-weißer von der Elbe bin.
Blau-weiße Grüße aus MD

26.01.2016 11:48 Schachter 18

Alles Gute, Dixi, vor allem Gesundheit ! Übrigens ermöglichten deine starken Leistungen bei DD den Wechsel von Volker Schmidt nach Aue, da dieser nicht auf der Bank (an Dixi wäre er eh nicht vorbei gekommen) was sich zu einem absoluten "Glücksgriff" für beide Seiten erwies.

25.01.2016 23:18 V2Knut 17

@3.: [Satiriker]: Ich hatte Ihnen doch an anderer Stelle schon einen ernsthaften Vorschlag gemacht, Ihren Nickname betreffend: Werden Sie doch einfach zum @[Zyniker]: Das wäre passend wie die Faust auf's Auge (...nee, nee, kein Aufruf zu Gewalt, nur ein altes deutsches Sprichwort zitiert...).

25.01.2016 19:51 m.t.m 16

Meine herzliche Gratulation zum 65. und weiterhin Gesundheit und Erfolge.
Wir sind uns nie persönlich begegnet, aber für mich ist es so, als kennen wir uns schon sehr lange. Als Dresdner war ich schon seit der frühen Kindheit mit Dynamo verbunden und konnte im Stadion die Hochzeit des Vereins miterleben. Danke dafür bei allen Spielern um Dörner usw.

25.01.2016 19:31 jogi_dd 15

Glückwunsch an Hansi DIXI Dörner! Das waren noch Zeiten als er unter dem alten Walter bis hin zum Ede die schwarz-gelben Farben hoch hielt. Ich, nur etwas jünger als Dixi, kann mich an das goldene Spiel in 1976 in Montreal noch gut erinnern - die hiesige Nacht wurde zum Tag und dann die Dyn-EC-Spiele - alle anderen Termine wurden abgesagt. Und nun sind die Jungen dran zu tun, dass Dynamo wieder aufsteigt und an frühere Zeiten anknüpft.
Also dynamische Grüße an die alten und jungen Dynamos und nicht zuletzt an alle fairen Fans in Ost und West ...

25.01.2016 19:25 Fernheizung 14

Einer der ganz großen des Fußballs . Leider werden alle guten DDR Spieler vergessen , dabei gab es viele die besser waren als so manche Wessis , die denken sie müßten in der Jahundertauswahl stehen

25.01.2016 17:09 Reiner Arndt 13

Alles Gute und noch viele gesunde jahre für "Dixie" Dörner. Sein Name steht für die beste Zeit des DDR-Fußballs und für einen Verein, dessen Spielweise ("Kreisel") damals eine Massenwirksamkeit entfaltete, welche immerhin bis heute anhält!
@3.: Machen Sie sich mal keine Sorgen: Noch hat Dýnamo wesentlich mehr Anhänger in Sachsen, als der Bachmann-Festerling-Verein. Und ich hoffe, das bleibt auch so!

25.01.2016 15:17 Anhalter 12

@Satiriker
...und dann als sächsischer Meister in der CL Qualli.