Fußball | 3. Liga RWE mit ärgerlicher Niederlage beim KSC

10. Spieltag

Am zenten Spieltag der Dritten Liga musste sich der FC Rot-Weiß Erfurt mit 0:2 (0:1) beim Karlsruher SC geschlagen geben. Dabei wirkt das Ergebnis deutlicher als es im Endeffekt war. Die Mannschaft von Stefan Krämer zeigte über die gesamte Partie zwei Gesichter. Im ersten Durchgang waren die Gäste immer einen Schritt zu spät und machten es den Hausherren sehr leicht. Im zweiten Abschnitt drehte sich das Spielgeschehen komplett. Die Thüringer erarbeiteten sich massig Chancen, scheiterten am Ende aber an der eigenen Zielgenauigkeit. Der KSC machte kurz vor dem Schlusspfiff durch Schleusener den Deckel drauf.

RWE ohne Plan - KSC drückend überlegen

Für Stefan Krämer stellte sich die letzte Partie  der Englischen Woche als Mammutaufgabe dar. Beim Karlsruher SC musste der RWE-Coach auf insgesamt fünf Akteure verzichten. Prominentester Neuzugang im Lazarett war Stürmer Carsten Kammlott, der sich im Spiel gegen Unterhaching eine schmerzhafte Fußwurzelprellung zuzog und noch ca. zwei Wochen ausfallen wird.

Die Ausfälle merkte man den Thüringern in der ersten Halbzeit klar an. Immer waren die Gäste einen Schritt zu spät und mussten sich der geballten offensiven Power des KSC stellen. Das gelang eher schlecht als recht. Das Trio Marc Engel, Anton Fink und Florent Muslija machten mächtig Betrieb und beschäftigten die Abwehr ständig. Der Letztgenannte hatte dann die erste Hundertprozentige der Partie. Muslija setzte sich nach einem Laufpass gegen Daniel Brückner durch und zog sofort ab. RWE-Goalie Philipp Klewin hielt jedoch sicher (11.).

Pures Entsetzen bei André Laurito. Der Abwehrer erzielte mit einem kuriosen Eigentor das 0:1 (17.).
Pures Entsetzen bei André Laurito. Der Abwehrer erzielte mit einem kuriosen Eigentor das 0:1 (17.). Bildrechte: IMAGO

Danach wurde es bitter für die Mitgereisten Fans aus Thüringen. Jonas Föhrenbach bekam einen Pass von Marc Lorenz und flankte unbedrängt von der linken Außenbahn in das Erfurter Zentrum. Dort versuchte André Laurito die Situation zu klären, hob den Ball aber über den eigenen Torwart in das Tor (17.). Ein ganz blödes Ding. Und der KSC drückte vehement weiter und ließ den Erfurtern keine Luft zum Atmen. So war es Dominik Stroh-Engel, der in der 31. Spiel-Minute das 2:0 erzielte. Jedoch wurde es vom Schiedsrichter zurückgepfiffen. Bis zur Halbzeitpause wehrten die Gäste noch einige gefährliche Situationen ab und retteten sich mit dem knappen 0:1 in die Kabine.

Erfurt zeigt anderes Gesicht - KSC mit Glück

Nach der Halbzeitpause schickten beide Trainer ihre Elf ohne personelle Veränderungen zurück auf den Rasen. Die Gast-Elf stellte sich in den ersten Spiel-Minuten cleverer an und stand hinten kompakt. Dazu erarbeitete man sich in der Offensive durch Ahmed Waseem Razeek und Christopher Bieber zahlreiche gute Chancen. Bieber scheiterte nach einem Standard mit einem Kopfball am KSC-Keeper Benjamin Uphoff (49.).

RWE-Coach Stefan Krämer konnte mit der Leistung seiner Elf in der zweiten Halbzeit besonders zufrieden sein. Es fehlte nur das Tor, um sich für den Aufwand zu belohnen.
RWE-Coach Stefan Krämer konnte mit der Leistung seiner Elf in der zweiten Halbzeit besonders zufrieden sein. Es fehlte nur das Tor, um sich für den Aufwand zu belohnen. Bildrechte: IMAGO

Die bis dato beste Chance für den RWE hatte Jens Möckel. Nach einer Ecke von Christoph Menz stieg die Abwehr-Kante am höchsten und köpfte den Ball wuchtig an die Latte (66.). Kurzer Zeit später ließ sich Berkay Dabanli nicht zwei Mal bitten und zog unbedrängt aus ca. 25 Metern Torentfernung ab. Ganz knapp am Gehäuse vorbei. Die Thüringer drückten weiter und merkten, dass hier noch eine Punkte-Teilung im Wildparkstadion möglich war.

Der erst kurz zuvor eingewechselte Elias Huth hätte für den Ausgleich sorgen können. Jedoch köpfte der Youngster völlig freistehend am Kasten vorbei (77.). Auch Lion Lauberbach gab in den letzten zehn Minuten noch einmal zwei vielversprechende Schüsse ab, konnte jedoch keinen Treffer landen (82./85.). Der KSC machte es kurz vor dem Abpfiff besser und erzielte durch Fabian Schleusener das 2:0-Endergebnis (90.5). Am Ende eine bittere Niederlage für die Krämer-Elf, die sich speziell in der zweiten Halbzeit nicht für den Aufwand belohnten.

Das sagten die Trainer:

Stefan Krämer (Erfurt): "Herzlichen Glückwunsch den Karlsruhern zum 2:0-Sieg. Wir hatten in den ersten 25 Minuten erhebliche Probleme in das Spiel zu finden. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt verdient gewesen. Aber wir müssen die Dinger eben auch mal reinmachen. Chancen waren genug da."

Alois Schwartz (Karlsruhe): "Ich denke wir haben eine sehr starke erste Halbzeit gespielt. Haben gute Möglichkeiten rausgespielt. Das Tor war zwar glücklich aber definitiv verdient. Ab der 60. Minute haben wir den Fußball etwas eingestellt. Keiner weiß so richtig warum. Das mag auch der Intensität der Englischen Woche geschuldet sein. Wir hätten das zweite Tor früher machen müssen und mussten so bis zu Ende zittern."

tw

Aktuelle Berichte zur 3. Liga

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. September 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2017, 14:40 Uhr

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26 Kommentare

26.09.2017 17:58 Ostkur"f"e Erfurt 26

Wie wäre es mit einen neuen Trainer! Neues spielsystem, Spieler da aufstellen wo sie optimal ihre Stärken haben, bessere Einstellung, bessere Fitness u die Aufstellung nach Leistung nicht wie bisher Liebling des Trainers. Die Entlassung von den Trainer Kogler u herr Hörtnagel war ein Riesen Fehler ( genauso Trainer Emmerling). Seit dem Zeitpunkt geht es mit den Club bergab. Dazu kommen noch die neuen Köpfe in der Geschäftsstelle u das fehlende Konzept im Nachwuchsleistungszentrum ( ständig neue Trainer u a.). Wir betteln im wahrsten Sinne um den Abstieg. Fans werden massenhaft vergrault (alte Ostkurve geschlossen u gästefans rein getan, jetzt Westtribühne geschlossen, Wir haben im Stadion den grössten Sicherheitsbereich bundesweit. Wir sind bundesweit als Lachnummer bekannt. Schleichender Tod durch die Unfähigkeit des Clubs.

26.09.2017 17:17 erfurter76 25

Vereinslose Spieler dürfen noch verpflichtet werden .. aber nur wenn der DFB monitär sein OK gibt(bei finanziell angeschlagenen Vereinen wie uns RWE).
Dies könnte noch ein Hindernis bei Neuverpflichtungen sein.

26.09.2017 13:10 Rot-Weiß-Fan aus Erfurt 24

Mal eine Frage. Die "Einkaufszeit" für Spieler ist ja am 31.08.17 abgelaufen. Kann sich der RWE trotzdem noch Spieler bei anderen Vereinen leihen? Falls ja, sollte der Sportvorstand noch mal aktiv werden für die Offensive.
Mit Wehen/Wiesbaden kommt die Mannschaft mit den bisher wenigsten Gegentoren.
Es wird also sehr schwer, aber es ist nicht unmöglich, gegen diese Mannschaft Tore zu erzielen, vielleicht gelingt es mit einem Eckball oder Freistoß. RWE hat nun als Tabellenletzter nichts zu verlieren. Mit Selbstvertrauen, Mut und dem Glück des Tüchtigen sind für RWE vielleicht zwei Tore möglich.

[Eine Leihe ist momentan nicht möglich. Es gibt aber noch vereinslose Spieler, die verpflichtet werden könnten. Mit freundlichen Grüßen, Ihre MDR.de-Redaktion]

26.09.2017 10:13 Erfurter 23

@ 22
Wir spielen nicht seit 5 jahren gegen den Abstieg, sondern ist dies genau die 3. Saison und begann mit der Entlassung von Walter Kogler...

LOGO schießen wir Zeiss aus dem Pokal und Selbstbewustsein brauchen wir nicht tanken, das haben wir im Blut, WIR sind schließlich der RWE und zusätzlich Eure Hauptstadt...

DAS THÜRINGER LAND IST IN ROT WEISSER HAND !!!

25.09.2017 20:43 Nur der FCC 22

@ Nr.16: Mann Mann Mann, an welcher Tankstelle in Vieselbach zapft man so billig Selbstbewußtsein ? "Zeiss hochkant aus dem Pokal schießen..."
Ihr seid LETZTER und quält euch zu 5 Toren in 10 Spielen. Warum ihr das letzte Derby gewonnen habt, wißt ihr bis heute noch nicht. Wir auch nicht. Und eure letzten Ergebnisse im Ernst-Abbe-Sportfeld (0:2, 0:5, 0:1) habt ihr anscheinend auch schon vergessen. Wir aber nicht... Ein bißchen provozieren ist ja okay, aber woher immer diese Großmäuligkeit ?
Worauf seid ihr so stolz ? Was macht euch so überlegen ? 5 Jahre Abstiegskampf ? Ein wenig Demut wäre manchmal hilfreich... bevor das Licht ausgeht.

25.09.2017 15:46 Lobeda Ost 21

Vieselbach und Rußchams auf Abschiedstour.
Meuselwitz ruft.

25.09.2017 14:20 HUKL 20

Nach der insgesamt wohl etwas unglücklichen Niederlage in Karlsruhe überraschten mich diesmal besonders die Traineraussagen nach dem Spiel. Während Krämer in einer ungewöhnlichen Art durchblicken ließ, in Erfurt eine sehr düstere allgemeine Zukunft zu erkennen, bedankte sich im Fernsehen Schlitzohr und Wandervogel, A. Schwartz, ausgerechnet nochmals bei dem Erfurter Präsidenten, den er bekanntlich nach der Niederlage in seinem letzten Treffen (0:1 - Niederlage 2013 im Thüringer Landespokalendspiel gegen den Sechstklässer (!) SV Schott Jena) kurzfristig nochmals auf Betteltour schickte, um die nicht erhaltene aber schon eingerechnete Prämie doch noch für die Abgabe der Lizenz bei dem DFB ein paar Tage später einzuheimsen. „Die fehlende Familie“ war bekanntlich sein persönlicher Wunsch, den "Dauerpatienten" vorzeitig zu verlassen! Was scheinbar damals aber kaum jemand wusste, war seine bereits erfolgte Vertragsunterzeichnung bei dem Zweitligisten, SV Sandhausen, vor diesem Endspiel!

25.09.2017 13:52 rot-weißer 19

Wenn ich Spieler sehe die nach 90ig Minuten nicht mal eine Schweißperle auf der Stirn haben,wo das Haar noch genauso gegelt liegt wie vor dem Spiel,dann frage ich mich,was die das ganze Spiel gemacht haben.Und das war nicht nur jetzt so,auch schon gegen Haching.Und sind wir doch mal ehrlich,gegen die Kernberge hatten wir Glück und gegen Osnabrück auch.Und darauf zu hoffen das die Verletzten wieder kommen und dann alles besser wird,ist völliger blödsinn.Jeder weiß genau das es mindestens genauso lange dauert bis man wieder auf den Niveau von vorher ist.Jahr um Jahr nur gegen den Abstieg zu spielen reicht dem Umfeld einfach nicht und ist einer Landeshauptstadt auch nicht würdig.Lodert mal ein kleines Flämmchen,dann wird es durch Unvermögen,Lustlosigkeit und Arroganz jä zerstört.Und das geht jetzt schon mindestens die letzten 5 Jahre so.Hier fehlen Typen wie Zedi oder Caillas.

25.09.2017 12:58 G. 18

5 Tore in 10 Spielen. Da hilft auch kein Kuchenbassar.

25.09.2017 09:47 Machdeburjer 17

Auch wenn ich euch nicht den Abstieg wünsche, aber qualitätstechnisch (vor allem im Angriff) geht bei euch gar nichts. Das wird noch ganz schwer in dieser Saison und Fantechnisch muss einfach mehr kommen. So wenig Leute, bei so einer großen Stadt (sogar Landeshauptstadt). Ihr müsst da versuchen mehr zu mobilisieren!!! Lauft durch Erfurt, verteilt Kuchen und kommt mit den Leuten ins Gespräch. Dass habe ich und meine Kumpels in Magdeburg auch gemacht.

Forza RWE von einen Magdeburger der jetzt in Halle wohnt...